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Spielerportraits

Nach 156 Spielen für den 1. FC Köln: Danke, Dominic Maroh!

Dominic Maroh verlässt den 1. FC Köln und bekam beim letzten Heimspiel gegen die Bayern noch einmal die große Bühne – mit ihm geht eine prägende Figur der vergangenen Jahre. Zeit, um Danke zu sagen.

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Dominic Maroh verlässt den 1. FC Köln und bekam beim letzten Heimspiel gegen die Bayern noch einmal die große Bühne – mit ihm geht eine prägende Figur der vergangenen Jahre. Zeit, um Danke zu sagen.

Köln ist schon ein besonderer Ort. Dass der ortsansässige Erstligist mit einer vielleicht sogar historisch schlechten Bilanz absteigt, ist bereits seit längerer Zeit klar – und dennoch hat man es geschafft, dass in dieser besonderen Stadt eigentlich nur über andere, positivere Dinge geredet wird. Es ist absolut ungewöhnlich, in welcher Eintracht Fans und Mannschaft nun gemeinsam den Weg in die zweite Liga antreten. Dass es zwischen Teilen der Fanszene und den Verantwortlichen durchaus kriselt, ist allerdings dennoch offenkundig.

Doch für den neutralen Beobachter, der vielleicht mit ein wenig Abstand auf die Geschehnisse in der Domstadt in den vergangenen Wochen schaut, offenbaren sich eigentlich nur schöne Geschichten. Da wäre der Verbleib eines Nationalspielers, der sich trotz guter Angebote dazu entscheidet, bei seinem Verein zu bleiben. Drei in Köln geborene Spieler schließen sich ihm an, was landauf, landab wohlwollend zur Kenntnis genommen wird.

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Und im letzten Heimspiel der Saison bietet das Müngersdorfer Stadion erneut dermaßen viel Folklore, dass es eigentlich schon wieder zu kitschig ist. Während sich die Gäste aus München in ihren vielleicht sogar ernst gemeinten Lobhudeleien über den 1. FC Köln und seine Fans gegenseitig überboten, feierte das gesamte Stadion und insbesondere die Südkurve einen ganz besonderen Menschen und Spieler, der an diesem Tag das letzte Mal in Köln aufgelaufen war. Der Vertrag von Dominic Maroh, im Sommer 2012 aus Nürnberg nach Köln gewechselt, wird nicht verlängert – auch das war bereits seit Wochen klar. Aber dennoch ist es erstaunlich, mit wie viel Zuneigung und gegenseitigem Respekt man sich am Samstag voneinander trennte. Maroh wurde minutenlang von der Südtribüne gefeiert, auch seinem Kumpel Timo Horn war anzusehen, wie nah ihm dieser Moment ging.

Dominic Maroh wäre gern in Köln geblieben

Im Nachgang sagte ein sichtlich bewegter Dominic Maroh gegenüber FC-TV: „Ich bin stolz, solange für den Verein gespielt zu haben. Wir haben viel erlebt, zuerst den Aufstieg, dann solide in der Bundesliga gewesen, eine Ära geprägt unter Peter Stöger, Europa als Highlight und dann der brutalste Fall, den man haben kann. Es war eine brutale Saison, es ist viel passiert. Ich hätte mir gewünscht, anders abzutreten, aber man kann sich das nicht aussuchen. Die Zuschauer haben mir heute sehr viel zurückgegeben, das ist für mich etwas Außergewöhnliches.“ Und er ergänzt mit ein wenig Verbitterung: „Ich hätte mich gerne anders verabschiedet.“ Sein Vertrag wird vom Verein aber eben nicht mehr verlängert.

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Nach 156 Einsätzen für den 1. FC Köln ist nun Schluss für Maroh, der sich mit seinen 31 Jahren nun einen neuen Verein suchen darf. Während Dominique Heintz wohl ebenfalls den Verein verlässt, scheinen mit Lasse Sobiech und Rafael Czichos bereits zwei Nachfolger aus der zweiten Liga bereitzustehen. In jedem Fall trennt sich der 1. FC Köln von einem verdienten Spieler, der die jüngere Vereinsgeschichte des Vereins entscheidend mitgeprägt hat. 2012 wechselte Maroh nach dem letzten Abstieg des effzeh in die Domstadt, damals noch als Erstligaspieler des 1. FC Nürnberg. Unter Trainer Holger Stanislawski war er sofort uneingeschränkter Stammspieler und absolvierte seine ersten Einsätze an der Seite von anderen effzeh-Größen wie Daniel Royer oder Chong Tese – jap, genau so lange ist das Ganze schon her. Auch in der darauffolgenden Aufstiegssaison war Maroh eine Stammkraft, dieses Mal standen sogar 33 Einsätze zu Buche.

Unvergessen: Dominic Marohs Doppelpack gegen Leverkusen

Im Sommer 2015 verpflichtete der effzeh dann mit Heintz und Sörensen zwei junge Kräfte, die Maroh langsam aber sicher den Platz streitig machten – dennoch kam der Deutsch-Slowene, der bisher insgesamt sieben Mal in der slowenischen Nationalmannschaft auflief, noch auf 25 Einsätze. Und dann war da noch der 7. November 2015: Der 1. FC Köln trat zum Duell bei Bayer 04 Leverkusen an und Maroh traf doppelt – der effzeh gewann mit 2:1. Damals sagte Maroh: „Wenige Abwehrspieler haben solche Tage. Dass man ein Derby entscheiden kann, vor solchen Zuschauern, das wünscht man sich mindestens einmal in seiner Karriere.“ Mit seinen beiden Toren gegen Leverkusen machte er sich in Köln auf jeden Fall unsterblich, was die Südkurve am Tag seines letzten Spiels gegen die Bayern mit einem Spruchband „Derbyheld op ewig“ goutierte.

In der Saison 2016/2017, die für den effzeh mit der mittlerweile wieder völlig surrealen wirkenden Europa-League-Teilnahme endete, hatte der ehemalige Nürnberger dann mit langwierigen Verletzungen zu kämpfen – insgesamt kam er deswegen nur auf zwölf Einsätze. Zuerst setzte ihn ein Rippenbruch außer Gefecht, danach laborierte er an einer Schlüsselbeinverletzung. Und auch in der aktuellen Saison streikte sein Körper, im Winter hatte er mit einer Oberschenkelblessur zu tun, die dafür sorgte, dass er erst wieder beim Heimsieg gegen Leverkusen in der Startelf stand. Der effzeh gewann mit 2:0, nach Schlusspfiff weinte der emotional wie körperlich total erschöpfte Maroh und zeigte somit wieder, wie sehr sein Herz am effzeh hängt. Unterdessen hatte sich bereits abgezeichnet, dass sein Vertrag in der Domstadt wohl nicht verlängert werden würde.

Macht et joot, Dome!

Diese Saison hatte für Maroh allerdings noch ein weiteres Highlight zu bieten: Beim Heimsieg des effzeh über Arsenal war Maroh Kapitän und dürfte somit auch einen schönen Platz in den kölschen Geschichtsbüchern sicher haben. Nach sechs Jahren endet seine Zeit in Köln in diesem Sommer. Die Verbindung zur Mannschaft des 1. FC Köln wird aber wohl nicht abreißen. Maroh ist eng befreundet mit Timo Horn, dessen Vertrag in Köln unlängst erst verlängert wurde. Man wird den Innenverteidiger also sicherlich auch mal zu Besuch bei den alten Kollegen in Müngersdorf antreffen.

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Als effzeh-Fan kann man sich in jedem Fall nur bei Dominic Maroh bedanken. In sechs Jahren beim 1. FC Köln hat er immer vollen Einsatz, die nötige Identifikation mit unserem verrückten Verein und seinen treuen Fans gezeigt und den Kölner Weg zurück in den Europapokal in all den Jahren, begonnen in der zweiten Liga bis hin zu Platz fünf in der Bundesliga, mit geprägt. Wir verneigen uns, Dome! Maach et joot.

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