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Kurz & Knapp

Simon Terodde im Interview: „Der 1. FC Köln wird von Beginn an der Gejagte sein“

Für Simon Terodde ist klar: Der 1. FC Köln peilt in der kommenden Saison die direkte Rückkehr in die Bundesliga an. Der effzeh-Angreifer erklärt zudem, warum er zuletzt einen Gänsehaut-Moment erlebte.

COLOGNE, GERMANY - APRIL 07: Simon Terodde of Stuttgart (r) runs for the ball with Alexander Hack of Mainz during the Bundesliga match between 1. FC Koeln and 1. FSV Mainz 05 at RheinEnergieStadion on April 7, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)
Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

Für Simon Terodde ist klar: Der 1. FC Köln peilt in der kommenden Saison die direkte Rückkehr in die Bundesliga an. Der effzeh-Angreifer erklärt zudem, warum er zuletzt einen Gänsehaut-Moment erlebte.

Den Abstieg des 1. FC Köln in die 2. Bundesliga musste Simon Terodde erst einmal verarbeiten. Zwei Tage hatten die effzeh-Profis Zeit, um den Kopf vor den letzten für die „Geißböcke“ bedeutungslosen Partien gegen Bayern München und den VfL Wolfsburg freizubekommen. An den Kräften gezehrt hatte der schier endlos wirkende Abstiegskampf mit all den ausgerufenen Endspielen, die letztlich den erneuten Gang in die 2. Bundesliga auch nicht verhindern konnten.

Nun gilt es für den 1. FC Köln, diesen „Betriebsunfall“, der keiner war, schnellstmöglich wieder auszubügeln. Und wer kennt sich in der 2. Bundesliga besser aus als Simon Terodde, der 2015/16 für den VfL Bochum und 2016/17 für den VfB Stuttgart zum Torschützenkönig im Unterhaus avancierte? „Wir werden vom 1. Spieltag an die Gejagten sein. Unser Ziel muss der direkte Wiederaufstieg sein, auch wenn das einen gewissen Druck mit sich bringt. Für dieses Ziel steht auch der Verbleib von Spielern wie Timo Horn oder Jonas Hector. Das ist ein ganz wichtiges Zeichen, bedeutet gleichzeitig aber auch, dass uns jeder die Favoritenrolle zuschreiben wird“, betont der 30-jährige Mittelstürmer, der in der Rückrunde fünf Treffer für den effzeh erzielen konnte, im Interview mit bundesliga.de.

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Gänsehaut dank Jonas Hector

Gerade der Verbleib der umworbenen Leistungsträger imponierte Terodde: „Es ist alles andere als selbstverständlich, dass solche Spieler in die 2. Bundesliga gehen. Das zeigt, dass dieses Team keine Söldnertruppe ist, und die Fans identifizieren sich deshalb mit dieser Mannschaft“, erklärt der kopfballstarke Angreifer: „Als ich erfahren habe, dass Jonas Hector bleibt, hatte ich wirklich eine Gänsehaut. Dass ein Nationalspieler, der für Deutschland die WM spielt, sich so zu einem Verein bekennt, der in die 2. Bundesliga absteigen muss, ist außergewöhnlich. Und diese Jungs sind für uns sportlich wie menschlich nicht zu ersetzen. Ihre Entscheidung hat Signalwirkung für den ganzen Verein“, freut er sich über den Entschluss seiner Mannschaftskollegen. Neben Horn und Hector haben auch bereits Marco Höger und Marcel Risse ihre Bereitschaft signalisiert, dem effzeh wieder aus der 2. Bundesliga herauszuhelfen.

FRANKFURT AM MAIN, GERMANY - FEBRUARY 10: Simon Terodde of Koeln reacts during the Bundesliga match between Eintracht Frankfurt and 1. FC Koeln at Commerzbank-Arena on February 10, 2018 in Frankfurt am Main, Germany. (Photo by Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images)

Foto: Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images

Dass auch er seinen Anteil am abermaligen Abstieg hat, unterstreicht Terodde nochmals selbstkritisch: „Ich sehe mich auch persönlich in der Verantwortung“, betont der Angreifer, der nach starkem Start zuletzt in ein Leistungsloch fiel und in den Heimspielen gegen Stuttgart und Mainz wichtige Chancen ausließ. „Wir haben in der Rückrunde alles versucht, und es gab ja Momente, wo wir noch mal hätten rankommen können. Mit der Hoffnung hat sich aber auch das Gefühl eingestellt, jedes Spiel gewinnen zu müssen, wenn es noch klappen sollte mit dem Klassenerhalt. Fehler durfte man sich überhaupt nicht mehr erlauben. Und es war gerade auch bei mir ein, zweimal der Fall, dass ich das Tor nicht gemacht habe, das uns vielleicht in Führung oder die Entscheidung in einem Spiel hätte bringen können“, erklärt Terodde, der im Winter vom VfB Stuttgart zum 1. FC Köln wechselte.

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Terodde: „Das Gefühl für den FC spielen zu dürfen, ist etwas ganz Besonderes“

Den Schritt zum abgeschlagenen Tabellenletzten, dessen Abstieg zu diesem Zeitpunkt schon so gut wie besiegelt zu sein schien, bereut der gebürtige Bocholter dennoch nicht. „In den Gesprächen, die ich damals mit Armin Veh geführt habe, haben wir auch das Szenario besprochen, dass es nicht reichen könnte für den Klassenerhalt. Trotzdem habe ich mich ganz bewusst für diesen Schritt entschieden, auch weil ich den FC sehr gut kenne aus meiner zweijährigen Zeit bei den Amateuren. Damals habe ich bei Heimspielen der Profis öfter mal auf der Bank gesessen und erlebt, wie besonders die Stimmung ist“, schildert Terodde seine Beweggründe. „Das Gefühl für den FC spielen zu dürfen, ist etwas ganz Besonderes. Wenn man überlegt, dass die Stadt ungefähr eine Million Einwohner hat, von denen gefühlt 90 Prozent FC-Anhänger sind, versteht man, dass man eine Verantwortung für die Stimmung am Wochenende hat. Wenn man verliert, nimmt das die Menschen hier wirklich sehr mit.“

Das komplette bundesliga.de-Interview mit Simon Terodde lest Ihr hier

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