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Geißbockheim

Saisonvorschau der U21 des 1. FC Köln: Ein Mammutprogramm vor der Brust

Am kommenden Wochenende startet die U21 des 1. FC Köln in die neue Saison, die für die Regionalliga-Reserve der „Geißböcke“ ein Mammutprogramm bereit hält. Der Sparkurs im Verein macht dabei die Aufgabe nicht leichter.

Abkühlung tut not! Foto: imago/images/Eibner

Der Trainer

Mark Zimmermann und seinem Co-Trainer, Thomas Klausen, ist es in der abgelaufenen Saison gelungen, die U21 des 1. FC Köln zu stabilisieren. Aus einer Vielzahl von jungen Talenten und einigen älteren Spielern formten sie eine echte Einheit, die zumeist kompakt stand, in der Regel geringe Abstände zwischen den Ketten einhielt und eigentlich immer unangenehm zu bespielen war. Es bleibt zu hoffen, dass ihm dies auch in der Mammutsaison 2020/21 gelingt, in der mit 40 (!!) Spielen an insgesamt 42 Spieltagen (jede Mannschaft ist zweimal spielfrei) ein regelrechter Spiele-Marathon auf sein Team wartet. Geschickte Belastungssteuerung und eine glückliche Hand bei der gewiss bisweilen unumgänglichen Rotation werden unerlässlich sein.

Die Vorbereitung

Die U21 startete am 22. Juli in ihre Vorbereitung, die sie zu sechs Testspielen nutzte. Darunter waren zwei Spiele gegen Teams aus der 3. Liga. Von Viktoria Köln trennten sich die jungen „Geißböcke“ 1:1, vom SC Verl 2:2. Siege gelangen gegen die Oberligisten FV Engers (6:0), Wesseling-Urfeld (2:0) und RSV Meinerzhagen (3:0). 2:2 endete schließlich die Begegnung gegen den Südwest-Regionalligisten FC Bayern Alzenau.

Jae-hwan Hwang im Spiel bei Bayern Alzenau                                                       Foto: imago images/Eibner

Von den eingesetzten Offensivkräften zeigte sich Vincent Geimer besonders torhungrig, zeichnete er doch für sechs der insgesamt 16 erzielten Treffer verantwortlich. Auch Urgestein Marius Laux konnte unter Beweis stellen, warum der FC ein weiteres Jahr mit ihm verlängert hatte. Lautstark und energisch die Defensive dirigierend fand er trotzdem immer wieder die Zeit zu druckvollen Vorstößen in Richtung des gegnerischen Strafraums.

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Auch Justin Petermann und Georg Strauch wussten zu gefallen, was mit der wiederholten Teilnahme am Training der Profis belohnt wurde. Mathias Olesen beeindruckte die Verantwortlichen des luxemburgischen Fußballverbands so sehr, dass der 19 Jahre alten Mittelfeldspieler vor seinem Debüt in der A-Nationalelf steht. Stürmer Jae-hwan Hwang schließlich hat offensichtlich an seiner Zweikampfhärte und Robustheit gearbeitet und wusste als schneller, wendiger Flügelstürmer zu gefallen.

Die Verletzten

Leider wurden die zumeist guten Leistungen in den Testspielen getrübt durch eine Reihe von Verletzungen. Ganz besonders schlimm erwischte es Oliver Issa Schmitt, der sich im Testspiel bei Viktoria Köln eine Knochenfraktur im Knie und eine Kapselverletzung in der Schulter zuzog. Seine Ausfallzeit wird sich eher in Monaten als in Wochen bemessen lassen. Dies ist umso ärgerlicher, als Schmitt sich als Sturmspitze in sehr guter Frühform präsentierte.

Auch Vincent Geimer wird wohl vorerst mit einer Sprunggelenksverletzung ausfallen. Die beiden defensiven Außenbahnspieler, Philipp Höffler und Erkan Akalp, quälten sich ebenfalls mit Verletzungen durch die Vorbereitung. Ihr Einsatz im ersten Saisonspiel gegen die Zwote des BVB ist fraglich. Torwart Daniel Adamczyk laboriert noch an den Nachwirkungen einer Meniskusoperation und wird voraussichtlich erst im Oktober zur Verfügung stehen.

Trainer Mark Zimmermann | Foto: imago images/Eibner

Das erste Spiel

Da die U21 des 1. FC Köln am ersten Spieltag der Regionalliga West spielfrei war, greift sie erst am kommenden Samstag in den Ligabetrieb ein. Um 14 Uhr muss Mark Zimmermanns Team bei der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund antreten. Die Westfalen setzten in ihrer Vorbereitung ein Ausrufezeichen, als sie die gewiss nicht schwache Zweitvertretung des VfL Wolfsburg mit 9:1 schlugen. In ihrem ersten Ligaspiel taten sie sich allerdings am vergangenen Wochenende sehr schwer, um auf dem Aachener Tivoli mit 1:0 gegen die Alemannia zu gewinnen. Den Sieg hatten sie einem Geistesblitz von Mittelstürmer Steffen Tigges und der überragenden Leistung ihres neuverpflichteten Torhüters Stefan Drljača zu verdanken. Der erklärte Aufstiegsfavorit wankte, aber er fiel nicht. Trotzdem: Keine leichte Aufgabe, soviel ist sicher.

Der Ausblick

Ein Abenteuer mit vielen Fragezeichen droht sie zu werden, die Saison 2020/21 in der Regionalliga West. Wie wird die Corona-Krise den Spielplan beeinflussen? Schon musste die Begegnung der Oberhausener beim FC Wegberg-Beeck wegen eines Corona-Falls im Umfeld der Elf aus dem Ruhrpott verschoben werden, weitere Partien könnten in den nächsten Wochen folgen. Die schon jetzt beträchtliche Zahl an englischen Wochen (bisher sechs) würde sich dadurch noch einmal erhöhen. Genau wie die hohe Anzahl an Spielen würde dies in einer verstärkten Belastung der Spieler resultieren. Vereine mit einem großen Kader wären hier besser aufgestellt als andere.

Die U21 des 1. FC Köln geht mit einem überschaubaren Kader mit vielen jungen Spielern in die neue Spielzeit. Fallen dann auch noch Leistungsträger verletzungsbedingt aus wie aktuell Schmitt und Geimer, kann es für Mark Zimmermanns Team eng werden, auch weil nicht weniger als fünf Vereine in dieser Saison absteigen werden. Und vielleicht gerade deshalb zeigt sich der Trainer eher zurückhaltend, als er auf fussball.de über die Zielsetzung für die neue Saison spricht: „Wir wollen an die stabilen, guten Leistungen aus der abgebrochenen Saison anknüpfen und die Jungs auf den nächsten Schritt in ihrer Karriere vorbereiten.“

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