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Vorspiel

Der 1. FC Köln vor Hoffenheim: Suche nach Konstanz statt Lust auf Europa

Das erste Auswärtsspiel nach der Corona-Zwangspause steht für den 1. FC Köln auf dem Programm. Und das Duell bei der TSG Hoffenheim kann für die „Geißböcke“ ein Hinweis sein, wohin die Reise in der Geistersaison noch gehen kann.

COLOGNE, GERMANY - NOVEMBER 08: Ihlas Bebou of TSG 1899 Hoffenheim is challenged by Ellyes Skhiri of 1. FC Koeln during the Bundesliga match between 1. FC Koeln and TSG 1899 Hoffenheim at RheinEnergieStadion on November 08, 2019 in Cologne, Germany. (Photo by Jörg Schüler/Bongarts/Getty Images)
Foto: Jörg Schüler/Bongarts/Getty Images

Die Tabelle lügt nicht. Und in der Tabelle der 1.Fußballbundesliga ordnet sich der 1. FC Köln nach 27 Spieltagen auf Rang 10 ein. Im Mittelfeld, könnte man sagen. Oder im Niemandsland. Oder wie effzeh-Geschäftsführer Horst Heldt es ausdrückt: „im Soll.“ Der 1. FC Köln ist im Soll. Ganz nüchtern betrachtet – und das „große Ganze“ nüchtern zu betrachten dürfte ja der Job eines Horst Heldt am Geißbockheim sein – ist das auch so. Ein Aufsteiger, sieben Spieltage vor Schluss Zehntplatzierter, mit satten zehn Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz. Alles gut.

Wirklich alles gut? Die beiden Auftritte nach der Coronapause gegen Mainz und Düsseldorf lassen leider anderes vermuten. Und so sagt Heldt nach dem Doppel-Heimspiel auch: „Wir merken, dass es uns schwer fällt, mit diesen Umständen umzugehen. Aber sie sind, wie sind. Jetzt müssen wir uns Lösungen erarbeiten, damit uns das leichter fällt“, erklärt der Sportgeschäftsführer der „Geißböcke“. Man habe die Spiele nun analysiert – im Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim soll nun vieles besser werden. „Wir sind nicht zufrieden mit dem, was wir in den ersten beiden Spielen nach der Saisonpause abgeliefert haben“, so Heldt.

Heldt: „Wir müssen unserer Linie treu bleiben“

Das hieße: keine Konzentrationsmängel und zu große Abstände mehr wie gegen Mainz, keine Schläfrigkeit und Ungenauigkeit im Passspiel wie gegen Düsseldorf. Vor allem die Außenverteidiger waren in beiden Partien auffällig anfällig, egal wer da wo spielte. Und dem Abwehrzentrum fällt der Spielaufbau bei Weitem nicht leicht, was umso schwerer wiegt, wenn die Zentrale im Mittelfeld derzeit mehr mit sich selbst beschäftigt ist, als damit Struktur ins Spiel zu bekommen. Auf Jonas Hector und Ellyes Shkiri wird es auch gegen Hoffenheim am Mittwochabend ankommen – oder aber Markus Gisdol zieht seinen Kapitän mal wieder nach hinten und gibt dafür Elvis Rexhbecaj eine weitere Chance.

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Eine große Möglichkeit verpasst hat der effzeh seit dem Re-Start der Bundesliga bereits. Denn bei nur einem Sieg aus den beiden vergangenen Spielen wäre Europa plötzlich wieder ganz nah gewesen. So verrückt ist die Bundesliga, auch das offenbart der Blick auf die Tabelle. Doch der Anschluss nach oben scheint zu schwer. „Es geht nicht darum, Ziele nach oben zu korrigieren. Wir müssen unserer Linie treu bleiben, mit der unsere Mannschaft sich wohl fühlt“, drückt es Heldt aus. „Wir sind innerhalb der Tabelle in Anführungszeichen im Niemandsland. Aber es bleibt dabei, wir sind immer noch nicht gerettet.“

Im direkten Duell beim Tabellennachbarn aus Hoffenheim

Trotzdem: Vielleicht nicht das Ziel, aber den Blick hätte man durchaus nach oben richten können. Hallo, wir sind schließlich Kölner. Vor allem, da Hoffenheim mit 36 Punkten direkter Tabellennachbar ist. Mit einem Sieg kann der effzeh am Mittwoch das Hopp-Team überholen. Und bei allen offenbarten Schwächen nach der Corona-Pause gibt es auch Mutmacher: Dominick Drexler drängt in die Startelf. Zuletzt immer wieder auf der Bank zeigte der Offensivallrounder gegen Düsseldorf, warum er jetzt wichtig sein kann: Seine Flanken fanden gleich doppelt zielgenau den Kopf eines Kölner Stürmers.

Und auch die Offensivreihe macht Mut. Jhon Cordoba bleibt unangefochten, muss momentan zwar zu viele lange Bälle festmachen, strahlt aber in jeder Aktion Gefahr aus. Dazu gesellt sich nun Anthony Modeste. Der Franzose scheint mit weniger Gewicht aus der Coronapause zurückgekehrt zu sein und könnte noch zum Trumpf in der effzeh-Offensive werden. „Tony wollte unbedingt etwas bewegen. Es freut mich sehr, dass er das Tor gemacht hat“, betonte Coach Markus Gisdol nach dem glücklichen 2:2 im Derby gegen Fortuna Düsseldorf.

Die Quote auf ein erneutes 2:2 steht bei 11:1

Der Abstand nach unten blieb damit konstant bei zehn Zählern, die Abstiegsgefahr scheint nicht mehr allzu groß zu sein. Abgehakt hat der FC diese Spielzeit allerdings längst noch nicht. „Wir wollen kein Gefühl nach außen vermitteln, dass wir die Saison schon ad acta legen. Dafür ist es viel zu früh“, lässt Horst Heldt auch immerhin ein wenig Hoffnung durchschimmern. Auch wenn das Motto für das Spiel in Hoffenheim klar ist: Suche nach Konstanz statt Lust auf Europa. Übrigens: Die Wett-Quote für ein 2:2 des effzeh in Sinsheim liegt bei 11:1.

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