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Vorspiel

Auftakt gegen den SV Werder Bremen: Der 1. FC Köln in alter Frische ins neue Jahr

Flutlicht, 18.30 Uhr, ausverkauftes Haus: Die Vorfreude vor dem Jahresauftakt gegen Werder Bremen ist groß beim 1. FC Köln. Mit aufgetankten Akkus wollen die “Geißböcke” den Re-Start in der Bundesliga erfolgreich gestalten.

Foto: Lars Baron/Getty Images

70 Tage mussten die Fans des 1. FC Köln warten. 70 verdammt lange Tage, die sich anfühlten wie die wohl ausführlichste Winterpause der Bundesliga-Geschichte. Kaum verwunderlich also, dass die Vorfreude bei den „Geißböcken“ vor dem Jahresauftakt gegen den SV Werder Bremen am Samstag (Anstoß: 18.30 Uhr) schier unerschöpflich zu sein scheint. „Wir hätten über 100.000 Tickets unter Mitgliedern verkaufen können“, betonte der neue FC-Geschäftsführer Markus Rejek im Vorlauf der bereits seit langem ausverkauftem Partie. Es kribbelt gewaltig rund um die „Geißböcke“ – der Auftakt in das neue Jahr kann kommen.

Diese Vorfreude erstreckt sich nicht nur auf die Domstadt, selbst aus dem fernen Kanada schickte ein ganz besonderer FC-Anhänger unterstützende Grüße. „Viel Glück für die Rückrunde“, wünschte der kölsche NHL-Star den „Geißböcken“ und posierte auf dem Foto mit einem Trikotgeschenk seines Lieblingsvereins, der gegen Bremen zwar nicht in die Rückrunde, aber doch in das zweite Halbjahr der Bundesliga startet. „Die Vorfreude ist groß, wir haben alle das Kribbeln“ verriet auch FC-Coach Steffen Baumgart unter der Woche. Wo sein Team nach der langen Vorbereitung, die bereits Anfang Dezember startete, steht – das wird sich tatsächlich erst im direkten Duell mit einem Bundesligisten zeigen.

Gut vorbereitet in den Re-Start

„Wir hatten den ein oder anderen Wettkampf, aber das ist nicht vergleichbar mit der Bundesliga“, weiß auch Baumgart um die Ungewissheit vor dem Re-Start. Zuletzt zeigte sich der FC bei erfolgreichen, aber letztlich nicht sonderlich aussagekräftigen Tests in guter Verfassung: Die gelungene Generalprobe gegen den belgischen Zweitligisten Lommel SK gewannen die Kölner klar mit 5:0, eine Woche zuvor fuhr das Team gegen den Hamburger SV im ausverkauften Franz-Kremer-Stadion ein deutliches 4:0 ein. Zwei überzeugende Vorstellungen, allerdings (anders als einige Konkurrenten aus der Bundesliga) nicht in Duellen auf Augenhöhe. FC-Coach Baumgart zeigte sich dennoch zufrieden: „Für den Restart der Bundesliga ist die Mannschaft gut vorbereitet. Wir hoffen, eine gute Runde in der Liga zu spielen.“

„Die lange Pause hat allen gutgetan, vor allen den Spielern – nicht nur körperlich, sondern auch mental.”

Diese Hoffnung nährt sich aus zwei Beobachtungen, die sich in der Vorbereitung ergeben haben: Die Frische in der Mannschaft ist zurück. Die „Geißböcke“ waren vor der frühzeitigen Winterpause reichlich huflahm dahergekommen, hatten in der „Englischen Woche“ zum Abschluss des ersten Bundesliga-Halbjahres alle drei Partien verloren. Insbesondere die Niederlage bei Hertha BSC im letzten Spiel 2022 tat den kraft- und saftlosen Kölnern weh, rückten die Hauptstädter so doch bis auf drei Punkte an den FC heran. Die herbstliche Formkrise, die nur zu Teilen eine Ergebniskrise war, hat das Baumgart-Team zurück in den Abstiegskampf befördert. Gut zu wissen also, dass die für die kölsche Intensität benötigte mentale wie körperliche Frische zurück zu sein scheint.

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„Die lange Pause hat allen gutgetan, vor allen den Spielern – nicht nur körperlich, sondern auch mental. Alle Bundesliga-Mannschaften haben jetzt die geistige Frische, die im November vielleicht nicht mehr da war. Alle Teams werden auf einem hohen Level sein“, prophezeit Baumgart vor dem Pflichtspiel-Start in das neue Jahr. Freuen dürfte ihn allerdings auch, dass die Kadertiefe trotz einiger Ausfälle wie Mark Uth oder Luca Kilian gegeben ist. In der Vorbereitung hat insbesondere die zweite Reihe aufgezeigt: Denis Huseinbasic knüpfte praktisch nahtlos an seinen märchenhaften Aufstieg im zweiten Halbjahr 2022 an, Mathias Olesen oder auch Sturm-Youngster Justin Diehl bewiesen, dass sie mehr als nur Sparringspartner im Training sind. Die Qual der Wahl hat FC-Coach Baumgart für die erste Partie nach der überlangen Unterbrechung zwar nicht auf allen Positionen, aber die Alternativen sind größer als noch vor der WM-Pause.

Baumgart gibt Aufstellung bereits bekannt

Dejan Ljubicic ist nach seiner schweren Knieverletzung im Derby ebenso zurück wie schon genannter Olesen, der schon zum Ende des vergangenen Jahres wieder einsatzfähig war. Darüber hinaus haben sich die „Geißböcke“ im Winter noch mit Davie Selke (Hertha BSC) verstärkt, der dem schwächelnden Sturm mehr Durchschlagskraft verleihen soll. Der zuletzt in Berlin unglückliche Angreifer kam ablösefrei und unterschrieb am Geißbockheim einen Vertrag bis Sommer 2024. „Er ist ein Strafraumspieler und soll das, was wir von außen reinbringen, veredeln“, formuliert Baumgart die Ansprüche an den Neuzugang und sieht bei Selke Qualitäten, die die Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt entscheidend weiterhelfen sollen: „Davie ist ein Stürmer, wie wir ihn uns vorstellen, gerade was die Präsenz im Strafraum und das Kopfballspiel angeht.“

 

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Eines haben Neuzugang Selke sowie die Rückkehrer Olesen und Ljubicic gemeinsam: Sie werden am Samstagabend im Topspiel gegen Bremen nicht von Beginn an spielen. Etwas ungewöhnlich für das Bundesliga-Geschehen hat Steffen Baumgart auf der abschließenden Pressekonferenz vor der Partie seine Aufstellung bereits kund getan. Marvin Schwäbe startet im Tor, Timo Hübers und Jeff Chabot starten in der Innenverteidigung. Benno Schmitz und Jonas Hector bilden die Außenverteidigung. Auf der Sechs beginnen wir mit Eric Martel und Ellyes Skhiri. Die Offensivreihe besteht aus Florian Kainz, Denis Huseinbasic, Linton Maina und im Sturm startet Steffen Tigges“, erklärte der FC-Coach am Donnerstag. Das heißt: Auf der Bank hat Baumgart noch nachgewiesene Qualität zur Verfügung.

Vollgasfußball gegen Vollgasfußball

So ungewiss die Matchverfassung der „Geißböcke“ noch ist, so sehr stehen vor dem Start ins neue Jahr auch noch Fragezeichen hinter der Sturmbesetzung der Kölner: Steffen Tigges, der gegen Werder beginnen wird, konnte im ersten Halbjahr kaum überzeugen, Selke scheint noch Zeit zur Eingewöhnung zu gebrauchen. So liegt die Last der Torgefährlichkeit vor allem auf dem Mittelfeld, das insbesondere durch Huseinbasic punkten kann. Auch die Defensive, vor dem Jahreswechsel oft wacklig, muss deutlich stabiler stehen, um nicht ärger in den Abstiegsstrudel zu geraten. Die tabellarische Ausgangslage sagt den Baumgart-Schützlingen vor allem eins: Der Blick in den Rückspiegel wird noch länger ein kölscher Begleiter sein – umso wichtiger ist der (durchaus machbare) Start vor den eigenen euphorisierten Fans.

“Wir wissen, was auf uns zukommt. Aber wir schauen auf uns, denn gegen uns musst du auch erstmal gewinnen!”

Flutlicht, 18.30 Uhr, ausverkauftes Müngersdorfer Stadion: Es ist alles angerichtet für ein Fußballfest in Köln. Auch durch den Gegner, dem in dieser Saison bereits die eine oder andere Überraschung gelungen ist. „Werder ist eine Mannschaft, die bis zur letzten Minute Vollgasfußball spielt. Sie gehören einfach in die Bundesliga, spielen einen sehr guten Fußball. Die Punkte, die sie geholt haben, waren nicht unverdient. Sie spielen mutig nach vorne und ziehen ihr Ding durch“, lobt Baumgart die Bremer vor der Begegnung am Samstagabend, legt aber selbstbewusst nach: „Wir wissen, was auf uns zukommt. Aber wir schauen auf uns, denn gegen uns musst du auch erstmal gewinnen“, so der FC-Coach. Na dann: Auf in alter Frische ins neue FC-Jahr!

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