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Gewonnen, ohne zu spielen: Ein Wochenende nach dem Geschmack des 1. FC Köln

Trotz der Spielabsage in Duisburg blickt der 1. FC Köln auf ein gelungenes Wochenende zurück. Die Konkurrenz patzt allesamt – und die eigenen Spieler können als Tabellenführer gesunden.

COLOGNE, GERMANY - DECEMBER 21: Simon Terodde of Cologne celebrates after scoring during the Second Bundesliga match between 1. FC Koeln and VfL Bochum 1848 at RheinEnergieStadion on December 21, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Juergen Schwarz/Bongarts/Getty Images)
Foto: Juergen Schwarz/Bongarts/Getty Images

Es hatte sich bereits am Freitagabend angedeutet: Wer auch nur wenige Ausschnitte aus der Drittliga-Partie KFC Uerdingen gegen Fortuna Köln aus dem Duisburger Wedaustadion gesehen hatte, dem dürfte klar gewesen sein, dass es schwierig werden dürfte, bis zum Auswärtsspiel des 1. FC Köln beim MSV Duisburg zwei Tage später einen spieltauglichen Rasen in der Spielstätte an den Start zu bringen.

Ein dank kaputter Drainage komplett überfluteter Platz, der dazu nur weniger als 40 Stunden vor dem Zweitliga-Duell über 90 intensive Minuten umgepflügt wurde, machte eine Austragung unmöglich. Die Konsequenz: Spielabsage, ein freies Wochenende für die „Geißböcke“, die gerade mit vier Siegen in Folge wieder in annehmbare Form gekommen zu sein schienen.

Ein ramponierter Rasen rettet eine ramponierte Mannschaft

Und trotz des Ausfalls und der dadurch verpassten Chance auf den fünften Erfolg hintereinander darf sich der effzeh als großer Gewinner des Wochenendes fühlen. Zum einen kann die in der Vorwoche des Spiels unter anderem von einer Erkältungswelle geplagte Kölner Mannschaft ihre Wehwehchen ordentlich auskurieren. Top-Torjäger Simon Terodde hätte dem Spitzenreiter wegen einer Mandelentzündung gefehlt, auch der Einsatz von Kapitän Jonas Hector und Abwehrspieler Rafael Czichos stand aufgrund von grippalen Infekten auf der Kippe.

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Dazu meldete sich Timo Horn nach Rückenproblemen, die ihn einen Trainingstag gekostet hatten, erst am Freitag wieder zurück. Eine angeschlagene Truppe beim Abstiegskandidaten? Das musste aufgrund des ramponierten Rasens nicht sein. Das Motto für das Wochenende: Auf der Couch regenerieren und sich anschauen, was die Konkurrenz so zu bieten hat.

Foto: Lukas Schulze/Getty Images

Das war allerdings herzlich wenig, weshalb die „Geißböcke“ sich vor allem als Sieger des Wochenendes fühlen durften. Offenbar derart geschockt von der Kölner Spielabsage setzten die effzeh-Aufstiegsrivalen am Samstag ihre Partie spektakulär in den Sand. Der FC St. Pauli, der nach der 0:4-Derbyklatsche gegen den HSV auf Wiedergutmachung aus war, musste gleich die zweite verheerende Niederlage innerhalb einer Woche einstecken.

Die Hamburger Vereine patzen im Gleichklang

0:4 beim Abstiegskandidaten Sandhausen, alle Treffer zwischen der 34. und 49. Minute – eine Bewerbung für die Bundesliga sieht gänzlich anders aus. Nur 22 Sekunden nach dem Anstoß zur zweiten Halbzeit hatten die Gastgeber gebraucht, um den Kiezkicker den vorentscheidenden dritten Gegentreffer einzuschenken. Solche katastrophalen Fehlstarts kennt der 1. FC Köln nur vom Beginn einer Partie, das muss so deutlich formuliert werden.

Einen Einbruch wie den des Hamburger SV allerdings, den kennt der effzeh nur allzu gut. 2:0 hatten die Rothosen gegen Darmstadt 98 geführt, zur Halbzeit sah nach frühen Treffern von Bakery Jatta und Pierre-Michel Lassogga alles nach einem souveränen Heimsieg für den Bundesliga-Absteiger aus, der damit dem effzeh vorübergehend die Tabellenführung entrissen hätte. Doch die „Lilien“ zeigten, dass sie diese Partie noch ganz und gar nicht abgeschenkt hatten, während die Gastgeber mehrere Gänge zurückschalteten.

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Marvin Mehlems Anschlusstor weckte die Hoffnungen der Darmstädter, die durch Yannick Stark noch den Pfosten trafen. In der Schlussphase waren die Gäste dann endgültig am Drücker: Erst glich Kempe durch einen durchaus haltbaren Freistoß aus, dann schockte Mehlem in der Nachspielzeit den HSV mit seinem zweiten Treffer endgültig. 2:3 nach 2:0-Führung: Da klingelt doch etwas, wir wissen nur nicht ganz, was und wo.

Der FC kann die Konkurrenz weit distanzieren

Die beiden Hamburger Vereine machten mit ihren Patzern perfekt, was bereits am Freitagabend seinen Lauf genommen hatte. Union Berlin, in den letzten Wochen erstaunlich stabil und zum ersten Verfolger der beiden Aufstiegsfavoriten Köln und HSV avanciert, verlor beim 1. FC Heidenheim nach Pausenführung noch mit 1:2. Fußballgott Marc Schnatterer, dem an dieser Stelle bereits völlig zurecht höchste Wertschätzung entgegengebracht wurde, leitete kurz nach dem Seitenwechsel mit einer perfekt getretenen Ecke die Wende ein, die er wenig später mit einem wunderbar geschlenzten Linksschuss vollendete.

Die Verfolger patzen, der effzeh jubelt – trotz Spielausfall. Gewonnen, ohne zu spielen: Ein Wochenende ganz nach dem Geschmack des 1. FC Köln! Mit einem durchaus möglichen Sieg im Nachholspiel beim MSV Duisburg könnten die „Geißböcke“ die Tabellenführung auf vier Punkte ausbauen und den Abstand auf den Relegationsplatz auf sieben Zähler hochschrauben. So lässt es sich doch in die für gewöhnlich richtig nervige Länderspielpause gehen.

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