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Maroh beim FC-Stammtisch Talk: „Den Druck beim 1. FC Köln darf man nicht unterschätzen“

Wie ist der 1. FC Köln in die aktuelle Krise gerutscht? Über diese und andere Fragen sprach Ralf Friedrichs beim FC-Stammtisch Talk unter anderem mit effzeh-Legende Dominic Maroh.

Wer in der glorreichen Historie des 1. FC Köln Großes geleistet hat, der kann sich der Liebe der effzeh-Fans gewiss sein. Dass dies definitiv auch für Dominic Maroh gilt, erfuhr der ehemalige Abwehrspeler der „Geißböcke“ nicht erst beim FC-Stammtisch Talk am 7. November. Exakt drei Jahre nach seinem entscheidenden Doppelpack im Nachbarschaftsduell bei Bayer Leverkusen stellte sich der derzeitige Profi des KFC Uerdingen im Brauhaus Stüsser zusammen mit den TV-Experten Thomas Wagner und Markus Höhner den Fragen von Ralf Friedrichs.

„Der Tag war sicherlich einer der schönsten Momente im FC-Trikot. Ein Derby mit zwei Toren zu entscheiden ist als Abwehrspieler definitiv außergewöhnlich. Dann kam der 11.11. – und ich habe kein Cent gebraucht an diesem Tag. Umsonst schmeckt es immer am besten“, erklärte der gebürtige Nürtinger mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Danach wurde es jedoch ernster: Nach der 0:1-Niederlage galt es beim FC-Stammtisch Talk die Ursachen für die derzeit dürftigen Leistungen des 1. FC Köln zu finden – dabei konzentrierte sich die Diskussion hauptsächlich auf die Erwartungshaltung, die aktuell rund um die Mannschaft ein großes Problem zu sein scheint.

Druck als der prägende Faktor der FC-Krise?

„Ich hatte gedacht, dass sie aus dem Schalke-Spiel etwas mehr Lust und Temperament herübernehmen können. Der FC muss jetzt die Kurve bekommen, sonst nimmt der Druck extrem zu. Dann wird es schwer. Der Druck ist klar vorhanden. Jeder in der Stadt sagt, der FC steigt auf. Doch das muss sich erarbeitet werden“, betonte Markus Höhner, der sich immer wieder verbale Scharmützel auf freundschaftliche Art mit seinem Fernsehpendant Wagner lieferte. Dieser stellte sich dabei zumeist auf die Seite der Kritiker, die vor allem sportliche Defizite und weniger den Druck rund um den effzeh als das Manko in der verfahrenen Situation sehen. Auch die Spielausrichtung von Markus Anfang sieht er kritisch.

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„Ich kann doch nicht zum 1. FC Köln gehen, vom ausverkauften Stadion und der geilen Stimmung schwärmen und mache mir dann am 11. Spieltag in die Hose, weil der Erwartungsdruck so hoch ist. Was sollen die Leute denn hier sonst für einen Anspruch haben? Das ist aus meiner Sicht dann auch im Gehalt einpreist, einen höheren Erwartungsdruck zu haben. Das ist der beste Kader und deshalb spielen die Leute in Köln und nicht in Sandhausen“, betonte Wagner. Maroh als ehemaliger effzeh-Profi konterte mit dem Eingeständnis, dass es die Spieler schon beschäftigt, was im Umfeld los sei. „Die Erwartungshaltung in Köln ist sehr groß. Das ist ein Mix aus dem eigenen Anspruch, der medialen Wucht und dem großen Fanzuspruch. Das bekommen die Spieler natürlich mit, diesen Druck darf man auch nicht unterschätzen“, so der Innenverteidiger, der von 2012 bis 2018 für den effzeh spielte.

Maroh: „Ich kann weiter in der schönsten Stadt Deutschlands leben“

Nun ist Maroh allerdings in Uerdingen tätig, wohnt aber weiter in Köln und war auch schon bei einigen Heimspielen im Müngersdorfer Stadion dabei. „Ich kann weiter in der schönsten Stadt Deutschlands leben, ich kann als Fan ins Müngersdorfer Stadion gehen und auch ein Kölsch dabei trinken. Es gibt Schlimmeres, auch wenn ich mich natürlich anders verabschiedet hätte“, erklärte Maroh und erinnerte noch einmal an seinen Abschied im Heimspiel gegen Bayern München, als die Fans ihren „Derbyhelden“ minutenlang feierten. Das hat mir unendlich viel gegeben. Wenn ich heute daran denke, wie mich die Fans verabschiedet haben, bekomme ich immer noch Gänsehaut“, sagte der 31-Jährige, der sich auch nach dem FC-Stammtisch Talk noch viel Zeit für die Fans nahm. Erinnerungsbild hier, kurzer Smalltalk dort – der Publikumsliebling war auch an diesem Abend im Brauhaus Stüsser der umschwärmtesten Gast.

Den komplette FC-Stammtisch Talk mit Dominic Maroh anschauen

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