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Vor dem Kurzturnier in Lohne: Der 1. FC Köln hat wieder Bock

Am Wochenende stehen für den 1. FC Köln bei einem Turnier in Lohne die ersten richtungsweisenden Tests an. Vor den Duellen gegen den VfL Osnabrück und Werder Bremen herrscht ein leiser Anflug von Euphorie vor – ein Stimmungscheck rund ums Geißbockheim.

Foto: Christof Koepsel/Getty Images

Marco Höger gehört nicht nur zu den Wort- und Meinungsführern im Kader des 1. FC Köln. Der 29-Jährige ist auch einer aktivsten Profis auf Instagram. Fernab einer Bewertung der teils diskussionswürdigen Aktivitäten lässt sich bei einem Blick auf dessen letzte Posts vor allem eines ablesen: Die gute Stimmung im Team scheint zurück! Das beweisen nicht zuletzt Videos von Türstreichen aus dem Trainingslager mit Kollege Anthony Modeste oder Bilder mit einem lachenden Achim Beierlorzer, sondern auch immer wiederkehrende Hashtags wie #fun oder #positivevibes.

Högers Aktivitäten in den sozialen Medien sind nur ein Indiz. Die positiven Eindrücke rund um den Bundesliga-Aufsteiger werden bestärkt durch die Reaktionen der Spieler auf dem Platz. Im Training wird anscheidend wieder deutlich mehr kommuniziert, die Ansprachen des Trainers wirken offen, auch vor der Presse strahlt er Klarheit und Optimismus aus. Nicht zuletzt die Juli-Wertung, eine interne Rangliste, in welcher die Spieler Punkte holen konnten, sorgte für die nötige Intensität in den Übungseinheiten sowie den Testspielen. Es ist offensichtlich: Nach der merkwürdig melancholisch-emotionslosen vergangenen Saison haben die „Geißböcke“ wieder Bock.

Härtetests gegen Osnabrück und Bremen

An diesem Wochenende stehen nun die ersten richtungsweisenden Testspiele für den effzeh an. Am Samstag geht es beim Interwetten Cup in Lohne in zwei je 60-minütigen Spielen gegen Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück sowie Bundesliga-Konkurrent Werder Bremen. Anders als in der letzten Sommervorbereitung, als nach zwei Testspiel-Dämpfern gegen die Amateurvereine des Bonner SC und des Wuppertaler SV schon kritische Stimmen laut wurden, geht der effzeh mit einer großen Portion Optimismus in die Spiele, die Beierlorzer als „zwei ganz wichtige Tests“ bezeichnete.

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Trotz der fehlenden Klasse der bisherigen Testspielgegner lieferten auch die vorherigen Begegnungen gegen Frechen, Bad Dürrheim und Reutlingen wichtige Erkenntnisse, welche die positiven Eindrücke unterstrichen. Die Mannschaft nahm die Tests sehr ernst und ließ auch gegen die Underdogs nicht locker, sodass diese letztlich keinerlei Chancen hatten. Die Stürmer zeigten wenig Ladehemmungen, das Team offenbarte insgesamt in vielen Situationen Spielwitz, gleichzeitig spielten sich auch Perspektivspieler wie Darko Churlinov, Noah Katterbach oder Ismail Jakobs in den Fokus und sorgten dafür, dass die Vorfreude auf die neue Saison langsam steigt.

Beierlorzer versprüht Euphorie

Am neu gewonnenen Optimismus trägt der neu verpflichtete Übungsleiter einen großen Anteil. Achim Beierlorzer scheint vor allem menschlich ein großer Zugewinn für den 1. FC Köln zu sein. Angesprochen auf seine Arbeit offenbarte der gebürtige Bayer zuletzt: „Wir als Trainerteam haben Freude an unserer Arbeit und die Spieler haben Freude an dem, was sie tun. Trotzdem arbeiten wir ernsthaft und konzentriert.“ Diese Arbeitshaltung wird auch von außen schnell deutlich. Seine positiv-forsche und direkte Art kommt im Umfeld gut an. Die Balance zwischen Spaß auf der einen und einem gesunden Wettkampfgedanken auf der anderen Seite wirkt stimmig.

Foto: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Dass er anfangs vor allem den Fokus auf die Beziehungsarbeit legte und der Mannschaft nicht gleich ein System aufdrückte, scheint die nötige Lockerheit zu bringen. Gleichzeitig vermittelt der Coach den Eindruck, dass jeder Spieler eine faire Chance bekommt und wichtig ist. Aussortierte Spieler wie Frederick Sörensen durften sich genauso in den Testspielen zeigen wie Testspieler Kevin Wimmer. Im Fall des Österreichers wurde gleich offen kommuniziert, wie die Chancen stehen, ehe der effzeh nun endgültig Abstand von der eh nicht in Aussicht gestellten Verpflichtung nahm.

Katterbach: „Der Austausch ist klasse“

Beierlorzer unterstrich diese Eindrücke und zog zuletzt schon ein positives Fazit seiner Anfangszeit in der Domstadt, als er betonte: „In ersten beiden Trainingseinheiten ist es immer noch ein bisschen fremd, weil man von den Spielern beäugt wird und sie nicht wissen: Ist der immer so oder spielt der nur und was macht der eigentlich da vorne? Doch es geht sowas von schnell, dass man sich gegenseitig einschätzen kann und es ein Miteinander ist. So wie es hier am Geißbockheim läuft, habe ich das Gefühl, ich bin in Köln schon angekommen.“

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Auch von Spielerseite wird dieser positive Eindruck gespiegelt. Ob nun alteingesessene Größen wie Simon Terodde oder Neuzugang Birger Verstraete – alle äußern sich sehr positiv zur Stimmung. Noah Katterbach stellte angesprochen auf den neuen Trainer fest: „Der Austausch ist klasse. Er kommt auf einen zu und spricht viel mit allen. Ich hatte auch ein längeres Gespräch mit ihm. Wir haben uns darüber unterhalten, wie es für mich im Trainingslager war und über die Eindrücke, die sich das Trainerteam über uns junge Spieler gemacht hat.“

Ende der Lethargie – wie weit ist die Spielidee?

All das sind Aussagen, die Mut machen. Natürlich sollten Ergebnisse und Stimmen aus der Vorbereitung nicht allzu rosig interpretiert werden und selbstverständlich könnten negative Resultate beim Turnier gegen Osnabrück und Bremen wieder Zweifler auf den Plan holen. Wichtig ist aber: Dieser 1. FC Köln hat wieder das Potenzial, sein Umfeld und seine Fans anzupacken, sie mitzunehmen. Die allgegenwärtige Lethargie scheint aufgebrochen zu sein, was zunächst einmal die positivste Erkenntnis nach den ersten Wochen der Sommervorbereitung ist.

Wie weit der effzeh auch spielerisch schon ist, könnte dagegen das Wochenende zeigen. „Wir hoffen, dass wir die Resultate erhalten, die wir uns erwünschen, nämlich dass wir schon relativ weit in unserer Entwicklung sind. Es wird eine spannende Angelegenheit morgen, weil es zwei Spiele auf Augenhöhe sind“, meinte Achim Beierlorzer im Vorfeld und fand damit – mal wieder – die richtigen Worte.

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