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Nachspiel

2:0 in Heidenheim: Ein guter Bock springt nur so hoch, wie er muss

Der 1. FC Köln macht beim Auswärtssieg in Heidenheim den sechsten Erfolg in Serie perfekt. Mit einer glanzlosen, aber souveränen Leistung rückt der Aufstieg der „Geißböcke“ immer näher.

HEIDENHEIM, GERMANY - APRIL 07: Players of FC Koeln celebrates following their side's victory in the Second Bundesliga match between 1. FC Heidenheim 1846 and 1. FC Koeln at Voith-Arena on April 07, 2019 in Heidenheim, Germany. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)
Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Der Start in die Englische Woche ist dem 1. FC Köln definitiv geglückt: Beim 1. FC Heidenheim gelang den „Geißböcken“ ein glanzloser, aber souveräner 2:0 (2:0)-Auswärtserfolg, den Dominick Drexler und Jhon Cordoba mit Kopfballtreffern sicherstellten. Ansonsten beschränkte sich der effzeh über weite Strecken auf die Verwaltung des Ergebnisses und konnte dabei gegen harmlose Gastgeber auf eine konzentrierte Abwehrleistung bauen. „Insgesamt war es eine ruhige, souveräne Leistung“, befand auch effzeh-Coach Markus Anfang.

Dabei setzten die Kölner bei der schwierigen Aufgabe auf der Ostalb nicht auf Top-Torjäger Simon Terodde, dem zunächst nur ein Platz auf der Bank blieb. Stattdessen stürmte Anthony Modeste, der bei seinem Kurzeinsatz gegen Holstein Kiel (4:0) in der Vorwoche trotz Jokertreffers nicht sonderlich glücklich wirkte. Das gilt allerdings auch für seine Leistung gegen den FCH: Besonders in der ersten Halbzeit gelang Modeste wahrlich gar nichts, auch im Spiel gegen den Ball wirkte der Franzose nicht sonderlich engagiert. Einzig kurz nach der Pause blitzte bei einem Volleyschuss seine gewohnte Torgefährlichkeit auf.

Drexler und Cordoba bringen die Pausenführung

Bis dahin hatten die „Geißböcke“ den sechsten Erfolg in Serie bereits so gut wie eingetütet: Nach einer schwungvollen Anfangsphase der Heidenheimer, die nach dem starken Pokalspiel bei Bayern München mit breiter Brust in die Partie gingen, nutzten die Kölner den ersten ordentlichen Angriff zur Führung. Cordoba behauptete den Ball auf der rechten Seite und legte auf Clemens ab, dessen perfekt getimten Flanke ins Zentrum Drexler fand. Der Kölner Offensivmann nickte aus zehn Metern unbehelligt von seinen Gegenspielern ein: 1:0 FC – der Beginn einer abgezockten Leistung, die dem Tabellenführer letztlich drei verdiente Punkte einbrachte.

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„Die erste Viertelstunde sind wir schwer ins Spiel reingekommen. Heidenheim hat durch die breite Brust aus dem Pokalspiel die eine oder andere Situation gehabt und ein bisschen Druck gemacht. Doch nach und nach und gerade auch mit dem Treffer von Drex sind wir besser ins Spiel gekommen“, erklärte Marco Höger, der abermals im Zentrum der Dreierkette agierte, nach dem Arbeitssieg. „Der Zeitpunkt, an dem wir das Tor machen, war gut – es war sehr effektiv von uns. Das hilft dann auch.“

HEIDENHEIM, GERMANY - APRIL 07: Marco Hoeger of FC Koln in action during the Second Bundesliga match between 1. FC Heidenheim 1846 and 1. FC Koeln at Voith-Arena on April 07, 2019 in Heidenheim, Germany. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Foto_ Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Während Heidenheim stets bemüht, aber ohne Durchschlagskraft blieb, war die Anfang-Elf aus einer massierten Deckung vor allem über Konter gefährlich. Gerade in der Phase vor der Pause mangelte es aber dem Kölner Umschaltspiel immer wieder an Genauigkeit und Übersicht, wodurch zahlreiche mögliche Konter ungenutzt verpufften. Kurz vor dem Seitenwechsel war dann Cordoba, der dem effzeh die komfortable Führung brachte: Nachdem der Kolumbianer zunächst an Müller scheiterte, machte er es wenig später besser. Drexlers Flanke wuchtete der Kölner Stürmer ebenfalls relativ unbedrängt per Kopf zum 2:0 in die Maschen.

1. FC Köln nach dem Wechsel im Energiesparmodus

Was danach folgte, war ein Lehrbuchbeispiel für den Geißbock, der nur so hoch springt, wie er muss. In der Defensive ließen die „Geißböcke“ gegen den tapferen Gegner um Zweitliga-Legende Marc Schnatterer nichts anbrennen, nach vorne machte das Team nur noch das Nötigste. Aber auch im Energiesparmodus hätte der effzeh durchaus den einen oder anderen Treffer nachlegen können, doch wie schon im ersten Durchgang wurden die zahlreichen Konter nicht zielstrebig genug ausgespielt. Das reichte allerdings für komplett harmlose Heidenheimer, die bis auf Halbchancen nicht gefährlich vor das Tor von Timo Horn kamen.

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„Wir haben zur richtigen Zeit die Tore geschossen“, bekundete Drexler nach der Partie. Wir haben wenig zugelassen und noch auf das dritte Tor gelauert. Doch wir haben uns nicht mehr so sehr die einhundertprozentigen Torchancen herausgespielt. Am Ende haben wir das 2:0 souverän verteidigt“, betonte der Offensivmann, der an beiden Treffern beteiligt war. „Union hat hier verloren vor ein paar Wochen. Deswegen muss man hier erst einmal 2:0 gewinnen.“

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Auch deshalb kam es, dass das Spiel relativ ereignislos dem Ende entgegenpläscherte. Nach 90 Minuten standen wichtige Erkenntnisse zu Buche: Der 1. FC Köln kann ein Spiel auch unspektakulär über die Bühne bringen, wenn die Offensive nicht klickt wie gewohnt. Der 1. FC Köln kann in der Defensive auch gegen einen Gegner, der immerhin dem FC Bayern unter der Woche vier Dinger eingeschenkt hatte, konzentriert und konsequent agieren. Und: Der 1. FC Köln kann zum Start in die Englische Woche auch kräftesparend einen Sieg einfahren.

Zum wichtigsten Zeitpunkt der Saison in Topform

Sechs Erfolge am Stück: Die „Geißböcke“ sind zum wichtigsten Zeitpunkt der Saison in absoluter Topform. Der Aufstieg rückt, auch dank der erneuten Patzer der Verfolger, immer näher. Marco Höger blieb trotz des Punktepolsters von neun Zählern auf den Dritten Union Berlin zurückhaltend: „Ich bin immer vorsichtig und abergläubisch, wenn es darum geht, jetzt schon über den Aufstieg zu sprechen. Wir haben noch sieben Spiele und müssen jetzt einfach schauen, dass wir so schnell wie möglich weitere Siege einfahren und Punkte holen. Damit wir so früh wie möglich sagen können, dass wir es geschafft haben.“

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