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Nachspiel

Der 1. FC Köln gewinnt 3:0 gegen Schalke: Fast zu schön, um wahr zu sein!

Der 1. FC Köln bezwingt erstaunlich souverän den FC Schalke 04 mit 3:0. Beim Heimsieg zeigen die „Geißböcke“ einmal mehr, dass sie mittlerweile zu einer ernstzunehmenden Größe in der Bundesliga geworden sind.

Foto: Jörg Schüler/Bongarts/Getty Images

So mancher Zuschauer rieb sich im Müngersdorfer Stadion verwundert die Augen: Konnte die Mannschaft in den weißen Trikots und roten Hosen das Team sein, das vor nicht allzu langer Zeit im Pokal gegen den Viertligisten aus Saarbrücken ausgeschieden, zu Hause sang- und klanglos 0:4 gegen die Hertha aus Berlin untergegangen war und nach 14 Spielen mit acht Punkten scheinbar abgeschlagen auf einem Abstiegsplatz gestanden hatte?

Waren das dieselben Spieler des 1. FC Köln, die noch vor wenigen Monaten spätestens nach 60 Minuten nach Luft geschnappt hatten wie an Land geworfene Fische? Handelte es sich bei dem Akteur mit dem turbanartigen Kopfverband, der auf seiner linken Seite einen Tempovorstoß nach dem anderen auf den Rasen des Müngersdorfer Stadions zauberte, wirklich um den Benno Schmitz, der noch vor kurzem auf der rechten defensiven Außenbahn herumgestolpert war? Konnte das wirklich wahr sein?

Ein Spiel wie einst vor 25 Jahren

Ähnlich überrascht schien der Gegner, der FC Schalke 04, zu sein, dem das konsequente Anlaufen und ständige Doppeln des ballführenden Spielers im blauen Trikot zunehmend auf die Nerven ging und dessen Spieler dadurch zu zahlreichen Fehlpässen provoziert wurden. So nahm es dann auch nicht wunder, dass die Männer vom Rhein die Kontrahenten von der Ruhr klar mit 3:0 besiegten.

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Fast 25 Jahre ist es her, dass der FC Schalke 04 eine ähnlich deutliche Niederlage beim 1. FC Köln hinnehmen musste. Am 18. März 1995 schossen Bruno Labbadia, Rico Steinmann, Toni Polster und Frank Greiner einen 5:1-Heimsieg gegen die Königsblauen heraus, zu dem Weltmeister Olaf Thon schließlich noch per Eigentor den fünften Kölner Treffer beisteuerte.

Eine starke erste Hälfte des 1. FC Köln

Diesmal begnügte sich die Geißbock-Elf mit drei Toren. Es dauerte nur sieben Minuten, bis das Runde zum ersten Mal im Schalker Eckigen lag. Jhon Cordoba hatte nach eigenem Ballgewinn weit in der Schalker Hälfte Jonas Hector eingesetzt, dessen gelungenem Torabschluss nur die Abseitsposition von Florian Kainz die Anerkennung durch Schiedsrichter Manuel Gräfe versagte. Zwei Minute später war es dann soweit: Florian Kainz gab einen Freistoß genau auf Sebastiaan Bornauw, dessen Kopfball knapp neben den rechten Innenpfosten zum 1:0 für den 1. FC Köln und zum fünften Saisontreffer für den blonden Belgier einschlug.

In der zweiten Halbzeit hat mir der Ballbesitz etwas gefehlt, wir haben da den ein oder anderen langen Ball zu früh gespielt.

Weitere Kölner Chancen folgten, bevor Elvis Rexhbecaj in der 39. Spielminute in hohem Tempo das Mittelfeld überbrückte, in genau dem richtigen Augenblick auf Cordoba passte, der dann mit rechts ins untere linke Toreck zum 2:0 vollendete und damit sein 10. Saisontor erzielte. Es war bezeichnend für die konzentrierte Abwehrarbeit der Kölner, dass es bis zur 45. Minute dauerte, bevor die Königsblauen zu ihrer ersten wirklichen Torchance kamen. Gregoritsch scheiterte jedoch an einer gekonnten Fußabwehr von Timo Horn.

Foto: Jörg Schüler/Bongarts/Getty Images

In der zweiten Halbzeit plätscherte das Spiel etwas dahin, der FC agierte zwar konzentriert in der Defensive, so dass die Schalker das Kölner Tor kaum gefährden konnten, die eigenen Angriffe wurden aber nicht mehr so konsequent wie vor der Pause vorgetragen. Hier setzte auch die Kritik von Markus Gisdol an: „In der zweiten Halbzeit hat mir der Ballbesitz etwas gefehlt, wir haben da den ein oder anderen langen Ball zu früh gespielt.“

Florian Kainz war es dann schließlich vorbehalten, mit dem 3:0 für die endgültige Entscheidung zu sorgen. Unterstützung fand er dabei bei Torwart Alexander Nübel, der mit einer Slapstick-Einlage den an sich harmlosen Schuss über die Linie bugsierte. Von da an geriet das Geschehen auf dem Rasen zur Nebensache, die Kölner Zuschauer feierten die eigene Mannschaft umso lautstärker, hier und da wurden die freudigen Mienen von Ansätzen ungläubigen Kopfschüttelns begleitet.

Glückliche Spieler und ein zufriedener Trainer

Freude drückte sich auch in den Stimmen der Spieler des 1. FC Köln aus. „Es ist natürlich ein Faustpfand für uns, dass wir hinten so gut stehen, um wie auch heute wieder Ausfälle zu verkraften,“ befand Timo Horn. „Toni Leistner hat das heute herausragend gemacht. Wir haben von der ersten Minute an konzentriert gespielt. Wir hatten uns vorgenommen, dem Gegner keine Luft zu lassen und die Schalker früh unter Druck zu setzen. Das ist uns geglückt.“

Wir haben heute eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, in der vieles aufgegangen ist, was wir uns vorgenommen hatten.

Der zuvor gelobte Toni Leistner ergänzte: „Wir sind wieder gut reingekommen, wie auch im letzten Spiel. Der Trainer hat betont, wie wichtig der Start ist und das haben wir wieder gut umgesetzt. Wir haben mit den Kontern Nadelstiche gesetzt und hinten so gut wie gar nichts zugelassen.“

Markus Gisdol lobte vor allem die ersten 45 Minuten seiner Mannschaft: „Wir haben heute eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, in der vieles aufgegangen ist, was wir uns vorgenommen hatten. Die Räume waren sehr eng, wir hatten gute Abstände und dann auch tolle Umschaltmomente, in denen wir den Gegner in schwierige Situationen bringen konnten. Es ist uns auch immer wieder gelungen, Ballbesitzphasen zu haben, in denen wir das Spiel dominieren konnten.“

Der Ausblick auf eine schwere Partie in Paderborn

Am nächsten Freitag geht es zum Duell der beiden Domstadt-Clubs nach Paderborn. Für Steffen Baumgarts Team wird dieses Spiel bei neun Punkten Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz fast schon die letzte Chance sein, die Weichen noch in Richtung Klassenerhalt zu stellen. Dementsprechend leidenschaftlich werden sie gegen eine Kölner Mannschaft auftreten, die auf den gelbgesperrten Jhon Cordoba verzichten muss, dafür aber wieder Mark Uth einsetzen kann.

Wir sollten nicht glauben, dass wir mit nur einem Prozent weniger Engagement das gleiche Ergebnis rausholen können. Wir müssen weiter voll auf Sendung bleiben.

Es wird interessant sein zu beobachten, wie Markus Gisdol auf den Ausfall seines besten Torschützen reagieren wird. Ersetzt er ihn durch Anthony Modeste, lässt er Mark Uth auf seiner Position hinter der Sturmspitze spielen, könnte das bedeuten, dass der enorm starke Elvis Rexhbecaj auf die Bank müsste. Oder lässt er Uth als „falsche Neun“ agieren ohne klassische Sturmspitze und belässt den vom VfL Wolfsburg ausgeliehenen Mittelfeldspieler im Team?

Foto: Jörg Schüler/Bongarts/Getty Images

Wie auch immer die Formation aussehen wird, seine Spieler sollten sich Gisdols Aussage zum zukünftigen Auftreten seines Teams zu Herzen nehmen:“Wir sollten nicht glauben, dass wir mit nur einem Prozent weniger Engagement das gleiche Ergebnis rausholen können. Wir müssen weiter voll auf Sendung bleiben.“ Hoffen wir, dass die Mannschaft gut zugehört hat!

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