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Nachspiel

4:2-Sieg des 1. FC Köln in Frankfurt: … und sie weigerten sich einfach zu verlieren!

Der 1. FC Köln wandelt in Frankfurt einen 0:2-Rückstand in einen fulminanten 4:2-Erfolg um. Die „Geißböcke“ zeigten dabei zwei Gesichter, schnappten sich aber dennoch drei wichtige Punkte.

Foto: Alexander Hassenstein/Collection: Bongarts

Lange ist es her, dass der 1. FC Köln ein Spiel nach einem 0:2-Rückstand in der Bundesliga noch in einen Sieg verwandeln konnte. Am 30. Spieltag der Saison 2015/16 gelang den „Geißböcken“ dies in Mainz, als der FC nach Toren von Marcel Risse, Milos Jojic und Anthony Modeste noch 3:2 gewinnen konnte. In den allermeisten Spielen danach hatte ein Zwei-Tore-Rückstand unweigerlich zu einer Niederlage geführt – lediglich in der letzten Zweitligasaison war den Kölnern ein ähnliches Husarenstück wie zuvor in Mainz gelungen, als der FC St. Pauli nach einem 0:2 noch 5:3 besiegt wurde.

Auch am Mittwochabend in Frankfurt hatte es zunächst nach business as usual ausgesehen. Markus Gisdols warnende Worte auf der Spieltags-PK, die Frankfurter seien das Team, das die meisten Flanken in den Strafraum schlage, schienen ungehört verhallt zu sein, als jeweils nach einer Ecke zunächst Martin Hinteregger (6.) und dann Gonçalo Paciência (30.) die Eintracht mit 2:0 in Front brachten.

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Hätte Timo Horn Kostics Flachschuss in der 38. Spielminute nicht noch so gerade abgewehrt, wäre das Spiel wohl für die Eintracht entschieden gewesen zu sein. So aber gelang Jonas Hector mit einem zwar leicht abgefälschten, dennoch nicht ganz unhaltbar scheinenden Gewaltschuss aus gut 30 Metern noch vor der Halbzeit der Anschluss. Zwei Minuten später zielte er mit einem Schlenzer nur wenige Zentimeter zu hoch, sonst wären die Kölner mit einem 2:2-Gleichstand in die Pause gegangen.

Kölner Sturmlauf in der 2. Halbzeit

Markus Gisdol muss in der Kabine genau die richtigen Worte gefunden haben, denn was seine Mannschaft in der 2. Halbzeit auf den Rasen brachte, war aus Sicht der FC-Fans unglaublich – unglaublich gut. Es war nicht so, dass das Team Zauberfußball bot, dafür aber ein Maß an Laufbereitschaft, absolutem Willen und unbändigem Einsatz, das sogar noch die Leistung beim Heimsieg gegen Leverkusen in den Schatten stellte. Angriff auf Angriff rollte gen Strafraum der Frankfurter, die zwar versuchten, sich diesem Sturmlauf entgegen zu stemmen, mit ihren Kräften jedoch recht früh am Ende zu sein schienen.

FRANKFURT AM MAIN, GERMANY - DECEMBER 18: Dominick Drexler of 1. FC Koeln scores his team's third goal during the Bundesliga match between Eintracht Frankfurt and 1. FC Koeln at Commerzbank-Arena on December 18, 2019 in Frankfurt am Main, Germany. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Der eingewechselte Florian Kainz brachte den Ball in der 72. Spielminute noch einmal in den Sechzehner der Eintracht, Sebastiaan Bornauw hielt den rechten Fuß hin und verlängerte das Leder ins lange Eck zum verdienten 2:2-Ausgleich. Timo Horn verhinderte zwei Minuten später gegen Kamada den erneuten Rückstand, bevor wiederum Kainz nach einer abgewehrten Ecke das 3:2 durch Dominick Drexler vorbereitete (80.). Die Frankfurter warfen nun alles nach vorne, brachten aber das Kölner Tor nicht mehr in Gefahr. In der vierten Minute der Nachspielzeit war es dann Ismail Jakobs vorbehalten, nach Vorlage des eingewechselten Anthony Modeste mit einem fulminanten Schuss ins linke Toreck den 4:2-Endstand herzustellen.

Gisdol: „Auf die Tabelle schaue ich nicht“

Trainer Markus Gisdol war natürlich überglücklich über den Sieg, vergaß es aber auch nicht, die Abwehrschwächen anzusprechen, die zum 0:2- Rückstand geführt hatten: „Wir sind schwer ins Spiel gekommen, die Wucht der Eintracht hat uns zu Beginn arge Probleme bereitet. Bei Standards müssen wir uns unbedingt verbessern und nicht so einfache Tore zulassen. Nach dem Gegentor waren wir eigentlich besser drin, kriegen dann aber wieder nach einem Standard ein viel zu einfaches Tor“, analysierte der effzeh-Coach die Anfangsphase der Partie.

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Im Anschluss sah er dann ein starkes Comeback seiner Schützlinge: „Wir sind nach dem 0:2 ruhig geblieben und haben unsere Chance gesucht. Der Anschlusstreffer war folgerichtig, wenn auch etwas glücklich. In der Halbzeit habe ich den Jungs gesagt: ‚Bleibt ruhig!‘ Das Spiel hat sich dann zu unseren Gunsten gedreht. Hinten raus haben wir uns belohnt und letztendlich einen verdienten Sieg eingefahren. Auf die Tabelle schaue ich nicht, mir ist wichtig, dass wir vernünftig Fußball spielen.“

„Auf die Tabelle schaue ich nicht. Mir ist wichtig, dass wir vernünftig Fußball spielen!“

Vernünftig Fußball spielten viele der Spieler mit dem Geißbock auf der Brust. Neben Timo Horn, der eine fehlerlose Partie bot, und den Innenverteidigern Czichos und Bornauw muss man besonders die abgeklärte Partie eines Noah Katterbach und die gute Leistung des eingewechselten Florian Kainz nennen, der mit zwei Torvorlagen entscheidend zum Sieg beitrug. Am nächsten Samstag wartet zum Abschluss der Hinrunde Werder Bremen auf die Geißbock-Elf. Es wird ein Wiedersehen mit Yuya Osako geben, nicht jedoch mit Leonardo Bittencourt, der eine Gelbsperre absitzen muss.

Abschluss der Englischen Woche mit Abstiegskracher

Die Werderaner werden nach dem 0:5-Debakel gegen Mainz 05 alles daran setzen, sich zu rehabilitieren und dringend notwendige Punkte zu ergattern, um nicht noch stärker in Abstiegsnöte zu geraten. Der 1. FC Köln wird gut daran tun, mit der selben vorbildlichen Einstellung, die sie gegen Leverkusen und vor allem in der 2. Halbzeit bei der Eintracht an den Tag gelegt hatten, in dieses Spiel zu gehen. Momentan steht man auf einem Nichtabstiegsplatz, es wäre Balsam für die Seelen von Fans, Verantwortlichen und Spielern, wenn dies auch nach der Begegnung gegen die Bremer so bliebe.

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