Folge uns
.

Rudelbildung

Rudelbildung zum Saisonstart des 1. FC Köln: „Es wird eine typisch kölsche Achterbahnfahrt“

Am Samstag startet der 1. FC Köln in Wolfsburg in die neue Saison. Innerhalb unserer Redaktion haben wir über unsere Erwartungshaltung, das Saisonziel und die wichtigen Faktoren im Kampf um den Klassenerhalt gesprochen.

WIESBADEN, GERMANY - AUGUST 11: Anthony Modeste of 1. FC Koeln reacts during the DFB Cup first round match between SV Wehen Wiesbaden and 1. FC Koeln at BRITA-Arena on August 11, 2019 in Wiesbaden, Germany. (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)
Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

Ralf: Das mit den drei Stürmern kann in der Tat zu einem Reizklima führen, welches aber auch motivieren kann. Wenn allerdings Modeste auf die Bank muss, dann wird´s lustig in Köln. Der Junge ist in guter Verfassung ein Topstürmer, aber eben auch eine kleine Primadonna, da wäre dann der Pädagoge Beierlorzer gefragt.

Severin: Genau diese Eigendynamik, die Lino schildert, ist es, die ich im Kopf hatte, als ich meinte, dass mir das Auftaktprogramm Sorgen macht. Wie reagiert das Umfeld, wenn nach fünf Spielen kein Punkt auf dem Konto ist? Wie, wenn wir bis Oktober, November unten drin hängen? Da sehe ich tatsächlich das Risiko in diesem Jahr. Der Kader an sich und auch der Trainer bereiten mir keine schlaflosen Nächte.

„Von einer ruhigen Saison ist der FC weit entfernt“

Kurt: Ich stimme Lino absolut in dem Punkt zu, dass die Stressresistenz vor allem des Trainers, aber auch der für den Sport Verantwortlichen den entscheidenden Lackmustest dieser Saison darstellen wird.

Christopher: Anders als viele von euch befürchte ich keine ausbleibende Geduld zu Beginn der Saison. Auch um Beierlorzer mache ich mir wenige Sorgen, schon weil Veh nicht den zweiten Trainer, für den er Ablöse bezahlt hat, demontieren wird. Meine größte Befürchtung betrifft die Qualität des Kaders. Er ist nicht nur zu groß und teuer, sondern weist nach wie vor viele Mängel auf – obwohl wir zum ersten Mal seit Jahren wieder positionsbezogen eingekauft haben. Aber wenn auch nur zwei Neuzugänge nicht einschlagen, sieht es düster aus. Der Klassenerhalt ist machbar, aber von einer ruhigen Saison ist der FC weit entfernt.

Auch interessant
Der effzeh.com-Possbüggel: Vorhang auf und Bühne frei für den 1. FC Köln!

Ralf: Übrigens, auf einer Schlüsselposition habe ich mittlerweile etwas Sorge und zwar ausgerechnet auf der Position des Torwarts. Die Entwicklung, die Timo Horn durchmacht, gefällt mir schon länger nicht. Bis Olympia 2016 und auch in Teilen der Saison, die uns nach Europa führte, hatte ich nie Unruhe um unseren Torwart. Bis auf wenige Ausnahmen waren die Tore, die Horn kassierte, auch wirklich unhaltbar. Er war für mehrere Punkte in der Saison gut, die er uns gerettet hat und stand zurecht in der erweiterten Auswahl um die Neuer-Nachfolge. Das ist vorbei, heute diskutiert man in jedem zweiten oder dritten Spiel, ob er den Ball in Minute X hätte haben müssen, nicht selten sind seine Fehler aber eindeutig. Ich frage mich, was da los ist, denn er hat einmal ungeheures Potenzial gezeigt und ich rätsele, wo das hin ist? Immerhin, die drei Elfer hat er prima gehalten, vielleicht gibt ihm das Sicherheit. Wie seht ihr das? Mache ich mir umsonst Sorgen? Einen guten Torwart werden wir nämlich dringend brauchen.

„Vielleicht geben Timo Horn die drei gehaltenen Elfer Sicherheit. Einen guten Torwart werden wir nämlich dringend brauchen.“

Thomas: Ich bin da auch bei dir, Ralf. Für den Klassenerhalt brauchen wir einen Timo Horn, der auch nur ansatzweise wieder Normalform hat. Das sehe ich aktuell nicht. Vom Teufelskerl ist er ein wenig zum Fehlerteufel mutiert, der auch zusehends an sich zweifelt. Woran das aber liegt, kann ich nicht sagen – dass er jedoch im Sommer fünf Kilo abnehmen konnte, spricht dann wohl für sich. Hoffentlich kommt er möglichst bald wieder in die Spur, denn das Potenzial, zu den besten Torhütern der Liga zu gehören, hat er zweifellos.

Foto: Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images

Arne: Joa, den Stab über Timo Horn zu brechen halte ich jetzt auch für verfrüht. Die letzten beiden Jahre waren schwierig, aus den verschiedensten Gründen. Ich hoffe, dass Beierlorzers Führungsstil und sein Charisma vielleicht bei dem ein oder anderen Spieler dafür sorgt, dass er näher an sein maximales Leistungsvermögen kommt. Die Leistungen von Fußballern sind nunmal immer sehr kontextgebunden.

Auch interessant
Bundesliga-Auftaktspiele als Aufsteiger: Negative Bilanz für den 1. FC Köln

Ralf: Arne, Timo hat in der Tat schon tolle Leistungen gebracht, nicht umsonst habe ich ihn beim Stammtisch seinerzeit als Welttorhüter des Jahres 2023 begrüßt. Das war zwar ein kleiner Gag, aber einer mit ernstem Hintergrund. Denn ich sah zumindest sein Potenzial zu den besten drei deutschen Torhütern zu gehören. Daher sollte man auch nicht den Stab über ihn brechen, sondern im Gegenteil, ihn aufbauen. Ich halte auch nichts von den Fans, die ihn auspfeifen oder bepöbeln. Das geht gar nicht und hat in der effzeh-Familie nichts verloren. Dennoch muss man seine Formkurve ansprechen und ich hoffe, dass man es effzeh-intern auch tut. Alles nur schönreden, das hat mein beim effzeh leider schon zu oft gemacht. Aber damit eines klar ist, ich war schon immer Horn-Fan, also … Mach et, Timo! Du kannst es doch.

„Aber bei einer mittelmäßig bis schlechten Saison droht der Zug zur Nationalmannschaft erstmal abzufahren. Und die sollte schon weiterhin Horns Ziel sein.“

Lino: Für Horns Karriere könnte es jedenfalls ein entscheidendes Jahr werden. Die Abstiegssaison war nicht gut und dass er beim FC geblieben ist, fanden wir alle cool, aber es haftet einem auch schnell der Ruf an, es sich zu bequem zu machen und die Herausforderung nicht zu suchen. Mit einer richtig guten Saison ist das schnell vergessen, aber bei einer mittelmäßig bis schlechten Saison droht der Zug zur Nationalmannschaft erstmal abzufahren. Und die sollte schon weiterhin Horns Ziel sein. Er galt ja immer als ehrgeizig und hat sich entsprechend positioniert. Das mit dem wichtigen Jahr gilt mit Abstrichen im Übrigen auch für Jonas Hector.

Auf der nächsten Seite: Das Gras ist nicht sonderlich grüner bei der Konkurrenz

Seite 2 von 3

Mehr aus Rudelbildung

.