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Nachspiel

Willkommen grauer Bundesligaalltag

In einem Duell voller Nicklichkeiten trennen sich die beiden Aufsteiger verdient Null – Null. Ein Spiel für Vorsichtige.

© effzeh.com
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Im ostwestfälischen Paderborn trafen sich die beiden dominierenden Mannschaften der vergangenen Zweitligasaison. Da beide Teams vor Allem aus einer stabilen Defensive heraus agieren wollten, wurden zage Angriffsbemühungen im Keim erstickt und am Ende fair die Punkte geteilt. Nicht schön für die Zuschauer aber diesen grauen Ligaalltag werden wir öfter erfahren. Meist wohl auch mit schlechterem Ende als Samstagabend.

In diesem Sinne das effzeh.com Nachspiel zum hochverdienten Unentschieden im ausverkauften Betonkasten zu Paderborn gegen den SC Paderborn 07 e. V.

 

Ausgangslage

Mit dem effzeh und Paderborn waren im vergangenen Frühjahr zwei Mannschaften mit unterschiedlichen Spielkonzepten völlig verdient in die Erste Bundesliga aufgestiegen. Während die Kölner vor Allem mit einer hervorragenden Defensivarbeit und einer kontrollierten Offensive überzeugen konnten, setzten die Ostwestfalen auf ein schnelles Umschaltspiel mit zügig abgeschlossenen Kontern. Genau damit konnte der effzeh vergangene Saison überhaupt nichts anfangen und schaffte es zu einem Remis sowie einer verdienten Niederlage. Der Rest ist Geschichte. Aufstieg und Jubel und Alkohol und so…

Da es sich aber heutzutage wohl durchsetzt, dass Bundesligavereine vernünftig wirtschaften und seriös sein möchten, haben beide Clubs zur neuen Saison nicht viel verändert. Und so kam es, dass sie eingespielt auf völlig überforderte Bundesligadinos trafen und mit je einem Sieg und einem Unentschieden in der Tasche vom zweiten – respektive viertem – Platz der Tabelle grüßten.

Genug für den Boulevard rund um Fernsehübertrager Sky das Duell zum Kampf um die Spitze aufzuplustern. Mit Geschichten und Portraits und Vergleichen rund um Paderborn sowie den effzeh. Das Gefühl von Sommerloch kam hoch und man wollte sich schon speiend in eine Ecke stellen. Denn diese Momentaufnahme wird wohl auch eine bleiben. Dies wussten auch die Stellvertreter der Clubs und schoben sich einerseits die Favoritenrolle und andererseits den Kampf um Platz 15 zu. Realismus. In letzter Zeit hört man dieses unbekannte Wort immer wieder. Komisches Gefühl hier in Köln.

 

Personal

Stögers Pitter vertraute grundsätzlich der Elf vom Sieg gegen Stuttgart. Einzig Osako musste Simon Zoller weichen. Der Japaner war erst 24 Stunden zuvor von der Nationalmannschaft angereist und so kam der Neuzugang vom FCK zu seinem Startelfdebüt.

Beim SCP ersetzte Rupp Koc. Demnach ergaben sich folgende Aufstellungen:

SCP: L. Kruse – Wemmer, Strohdiek, Hünemeier, Brückner – Ziegler, Rupp, Bakalorz, Vrancic, Stoppelkamp – Kachunga
effzeh: Horn – Brecko, Maroh, Wimmer, Hector – M. Lehmann, Vogt, Risse, D. Halfar – Zoller, Ujah

Schiedsrichter der Partie war Drill-Instructor-CosPlayer Peter Gagelmann.

 

Spielverlauf

Man hatte es sich gerade bequem gemacht, war noch gar nicht mit den Gedanken beim Geschehen auf dem Rasen und schon die erste Riesenchance für den effzeh: Paderborn wollte eine neue, wohl super ausgebuffte, Version eines Anstoßes spielen. Der Ball landete dahingegen bei Simon Zoller. Eine kleine Körpertäuschung, die passgenaue Flanke auf Ujah, der sich gut freigelaufen hatte, ein freier Kopfball aus 11m- Vorbei! Aber um ****haaresbreite. Was ein Beginn! Das wird ein Fußballfest – da war man sich sicher. Nö.

Nach diesem Aufreger sortierte sich Paderborn, hatte ein oder zwei Chancen aber Horn konnte jeden Angriff ohne Probleme abwehren.

In der 27. Minute dann auch schon die zweite Chance für den effzeh (es sollte die letzte bleiben). Eine tolle Passstaffete im Mittelfeld über die rechte Seite landet schlussendlich bei Risse am Sechzehner, dieser schiebt halbhoch durch auf den eingelaufenen Brecko (ja richtig!), welcher einen Lupfer gegen SCP Torhüter Kruse ansetzte. Drüber. Machste nix.

So zogen beide Mannschaften in die Halbzeitpause und kamen unverändert wieder zur zweiten Spielhälfte.

Hier ereignete sich genau eine nennenswerte Begebenheit: In der 56. Minute zeigte Horn, dass er es durchaus mal zum Nationaltorhüter bringen kann: Stoppelkamp hat es gegen Brecko auf rechts viel zu einfach und kann dadurch unbedrängt auf Kachunga flanken. Dieser schafft es, den in den Rücken gespielten Ball aus 9 Metern auf Horn zu bringen. Der kölsche Schlussmann wird dadurch zu einer Glanzparade gezwungen.

Das war es dann auch. In der 85. konnte Gerhardt endlich sein Bundesligadebüt feiern. Der, trotz vielen Angebote gebliebene, Mittelfeldspieler ersetzte Vogt, der sich kurz zuvor leicht verletzte.

Unter dem Strich bleibt eine Partie unter grauem Himmel im grauen Betonbunker. Grauer Ligaalltag halt. Spielfluss kam nur selten auf, und wenn – ja wenn – dann wurde von beiden Seiten fröhlich gefoult. 31 mal in 92 Minuten Spielzeit. Man muss kein Mathechampion sein um zu bemerken, dass es ein ziemliches Gehacke war.

 

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© effzeh.com

Im Fokus

Timo Horn: Es wird langsam zur Gewohnheit den jungen Torhüter hervorzuheben. Aber was soll man anderes tun? Stets hellwach neutralisierte er die einzige gefährliche Situation Paderborns. Null Gegentore in den drei ersten Spielen. Riecht nach mehr.

Simon Zoller: Wirkte bei seinem Startelfdebüt unglücklich. Jedoch muss eine Lanze für ihn gebrochen werden: Lief bis zu seiner Auswechslung mehr als jeder andere Spieler auf Kölner Seite und wurde stets mit den falschen Anspielen bedacht. Zoller muss als Konterspieler verstanden werden, der hervorragend flache Anspiele verwerten kann. Beides kam in diesem Spiel nicht vor.

Die Fans: WAHNSINN! Die mitgereisten Anhänger haben das Spiel trotz Unterzahl zu einem Heimspiel gemacht.

 

Fazit

Es war einer dieser Samstagnachmittage, an denen man besser nicht versucht Fußballdesineressierten Leuten, die schönste Sportart der Welt nahe zu bringen. Ein Spiel so grau wie das Ergebnis es vermuten lässt.
Aber bevor jetzt wieder ganz Köln meckert und den Notstand ausruft à la: „Wenn die nichtmal gegen einen direkten Abstiegskonkurrenten gewinnen können, dann wird mir übel wenn ich an die nächsten Gegner denke“, muss man genau eines sagen: Wer dachte, dass diese Spiele ein Spaziergang würden, hat nicht sehr viel Sachverstand. Der effzeh hat keine herausragenden Einzelspieler, die einen tief stehenden Gegner knacken können. Das war schon in den letzten zwei Jahren so und wird sich auch so bald nicht ändern. Zumal Nagasawa, dem man im Zusammenspiel mit Halfar einiges zutrauen darf, noch an seiner Verletzung laboriert.

Am Ende bleibt vor Allem das Fazit, dass wir noch ungeschlagen nach dem dritten Spieltag sind. Und das ohne Gegentor. Bundesligarekord für den effzeh. Das gelang auch in der zweiten Liga nicht. Und jetzt das Wichtigste. Denn genau da sollten wir unseren Blick drauf richten: Der Abstand zu den Abstiegsplätzen hat sich vergrößert.

Einen schönen Sonntagabend noch und ein frohes: COME ON EFFZEEEEHHHH!!!

 

Stimmen zum Spiel

Peter Stöger: Wir sind nach 3 Spielen ungeschlagen. Trotzdem haben wir nciht unser bestes Spiel gemacht, wir waren vorgewarnt und es hat sich bwahrheitet. Wir haben es nicht geschafft, in den ganz gefährlichen Bereich vorzustoßen. Auf der anderen Seite haben wir das Konterspiel der Paderborner gut im Griff gehabt. Ein Spiel bei dem man gerne mal eien POunkt mit nach Hause nimmt, das haben wir geschafft und sind absolut zufrieden damit.
(auf Nachfrage nach Defensive) Wir spielen defensiv nicht viel besser als andere Mannschaften. Wir haben halt eine gutte Organisation aus der letzten Saison mitgebracht und sind weiterhin bereit unangenehme Wege zu gehen und organisiert zu bleiben. Momentan steht die Statistik auf unsererr Seite. Aber ich kann sie beruhigen, das wird sich im Verlaufe der Saison noch ändern. Und wir haben natürlich um eine Klasse besser gespielt als im Vorjahr.

Marcel Risse: Wir wollten hier die drei Punkte holen. Ich denke auch, dass es ein relativ offenes Spiel war. Wir können mit dem Punktgewinn also gut leben. Defensiv stehen wir sehr gut, offensiv können wir besser sein. Das wollen wir in den nächsten Wochen versuchen.

Timo Horn: Wenn man den Spielverlauf sieht, muss man mit dem einen Punkt zufrieden sein. Die Defensive ist immer die Basis, und sollte auch die Basis für die nächsten Wochen sein. Mit den Kalibern der nächsten Wochen wird sich zeigen wie stabil wir wirklich sind. Wir wollen immer aus einenStabilen Defensive kontern, und das wollen wir auch in den nächsten Wochen so machen. Unter der Woche habe ich Edi (Kachunga) ja öfter gesehen, und er hat geflachst, dass er mir eienn reinhauen würde. Da war es natürlich Ehrensache dass ich seine Großchance von der Linie kratze.

 

SCP: L. Kruse – Wemmer, Strohdiek, Hünemeier, Brückner (87. Bertels) – Ziegler, Rupp (73. Ouali), Bakalorz, Vrancic, Stoppelkamp – Kachunga (78. Ducksch)

effzeh: Horn – Brecko, Maroh, Wimmer, Hector – M. Lehmann, Vogt (86. Gerhardt), Risse, D. Halfar – Zoller (60. Peszko), Ujah (77. Osako)

Tore: –

Schiedsrichter: Peter Gagelmann

 

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