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Vorspiel

Vorspiel zu #KOETSG: Auf den Spuren des Schreckens?

Seit Ewigkeiten wartet ein Heimspiel im DFB-Pokal, das Erinnerungen an schrecklich-schöne Momente hervorruft. Der 1. FC Köln erlebte in Berlin den ersten Dämpfer der Saison. Wie reagiert das Team im nächsten Top-Duell?

Foto: Matthias Kern/Bongarts/Getty Images

Ein Heimspiel im DFB-Pokal. Als Fan des Bundesliga-Spitzenfünften, oder wie auch immer wir den 1. FC Köln ab sofort nennen wollen, hat man an derartige Ereignisse historischen Ausmaßes ja kaum noch gedacht. Folglich haben wir uns ja bereits mit den Pokal-Legenden der jüngeren Geschichte befasst und selbst merken müssen, wie alt wir doch geworden sind, angesichts der Tatsache, dass der grandiose Zweitrunden-Erfolg gegen den FC Schalke 04 doch schon sagenhafte zehn Jahre her ist.

Knapp sechs Jahre ist es her, dass der effzeh im Achtelfinale daheim mit 1:2 gegen den späteren DFB-Pokalfinalisten MSV Duisburg sang- und klanglos ausschied. Der letzte DFB-Pokalsieg im RheinEnergieStadion liegt gar über sieben Jahre zurück. An den Doppelpack von Manasseh Ishiaku beim 3:2 gegen den VfL Wolfsburg dürfte sich auch der eine oder andere Anhänger des Westdeutschen Fußballmeisters noch erinnern.

Doch genug der Statistiken und der Schwelgereien in Vergangenem. Am Mittwoch um 20:45 Uhr, also zu einer Zeit, die man sich als ambitionierter effzeh-Fan schon mal vormerken sollte, folgt das zweite Top-Spiel innerhalb kürzester Zeit für die Elf von Peter Stöger, denn mit der badischen Traditionsmannschaft von 1899 Hoffenheim wartet nach der Hertha der nächste brandheiße Konkurrent auf die ebenfalls formstarke kölsche Truppe.

Gefahr aus dem Kraichgau

Seit der mittlerweile 29-jährige Julian Nagelsmann das Team aus dem Kraichgau als jüngster Bundesliga-Cheftrainer aller Zeiten übernahm, geht es wieder aufwärts im beschaulichen Sinsheim. Erinnerungen an den größten Erfolg der ruhmreichen Vereinsgeschichte, die Herbstmeisterschaft von 2008, werden nach dem starken Saisonstart. Lediglich das sympathische Trio aus München, Leipzig und Hoffenheim ist nach des effzehs bitterer Niederlage noch ungeschlagen in dieser Bundesliga-Saison.

Foto: Dennis Grombkowski/Bongarts/Getty Images

Foto: Dennis Grombkowski/Bongarts/Getty Images

Schaut man also auf die Bundesliga, dann verspricht das in der jüngeren Vergangenheit häufig rustikal und verbissen geführte Duell zwischen dem effzeh und der TSG bereits ein gleichwertiges Spiel auf höchstem Niveau. Der Pokal hat aber ja bekanntlich seine eigenen Gesetze und die sprachen in den letzten Jahren zumeist gegen Karneval. Die letzte Halbfinal-Teilnahme des großen 1. FC Köln? Fast 15 Jahre her. Das letzte Finale? 25 Jahre.

Es wird aus Kölner Sicht also eigentlich höchste Zeit, mal wieder einen Lauf im Pokal zu starten. Nur hätte es kaum einen schwierigeren Gegner in der zweiten Runde geben können. Die Nagelsmann-Elf zeichnet, wie auch den effzeh, eine hohe taktische Flexibilität aus, wobei gerade die Offensivabteilung um die Neuzugänge Wagner und Demirbay sowie die etablierteren Spieler wie Kramaric große Gefahr ausstrahlt.

Bittersüße kölsche Erinnerungen

Als zentraler Mann in der von Nagelsmann zumeist eingesetzten Dreierkette in der Verteidigung scheint auch der Ex-Kölner Kevin Vogt zu seiner Berufung gefunden zu haben. Zudem sammelte Coach Nagelsmann kleinere Pluspunkte mit anständigem Verhalten, indem er das etwas derbe Verhalten von Super-Sympath Roger Schmidt relativierte (von Christian Streich im Anschluss aber klar in den Schatten gestellt wurde) und auch auf Jörg Schmadtkes Kaugummi-Wurf aus dem letzten Duell beider Teams lässig reagierte, als der effzeh höchst unglücklich in der Nachspielzeit des Unentschieden fing, nachdem die TSG den am Boden liegenden Lukas Klünter vor der Kombination zum Tor ignoriert hatte.

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Bei aller Langeweile, welche die TSG generell ausstrahlt, sowie der Tatsache einer kaum vorhandenen Fankultur auf der Gegenseite, kommt doch große Vorfreude auf eine weitere legendäre Pokalnacht auf. Die letzten, zugegebenermaßen schon älteren, Pokal-Heimspiele gegen Wolfsburg und Schalke lieferten unvergessenen Stoff und auch die Partien gegen die aufstrebende Kraichgau-Truppe waren fast immer rassig, spannend und spektakulär.

Und wenn selbst schrecklich limitierte Truppen wie jene, die vor zehn Jahren gegen den FC Schalke auf dem Feld stand (Die Aufstellung zum Mitquälen: Wessels, Haas, A. Mitreski, Alpay, Ehret, Lagerblom, Gambino, Cabanas, Broich, Scherz, Novakovic), für unvergessene Pokalmomente sorgen kann, dann dürfte in der Stöger-Elf, die dem gemeinen effzeh-Fan in dieser Saison schon so viel Freude bereitete, auch das Potenzial eines grandiosen Pokal-Fights stecken. Julian Nagelsmann jedenfalls erwartet einen „heißen Tanz“. Schön wär’s. Wer weiß schließlich, wann das nächste Heimspiel im Pokal kommt.

[symple_accordion][symple_accordion_section title=“Die Aufstellung“] Die langfristige Verletzung von Leonardo Bittencourt ist extrem bitter. Mit dem Deutsch-Brasilianer fehlt der Kreativspieler schlechthin in der Offensive von Peter Stöger. So werden wohl wieder Risse und Rausch auf den Außenbahnen starten. Zusätzlich fällt auch Yuya Osako aus, der Japaner dürfte durch Rudnevs ersetzt werden. Ansonsten hat Stöger wenig Grund, an der bis auf das Berlin-Spiel erfolgreichen Elf Änderungen vorzunehmen. Auch ein Innenverteidiger-Wechsel zurück zu Dominic Maroh scheint nicht unbedingt realistisch.[/symple_accordion_section][symple_accordion_section title=“Der Schiedsrichter“] Schiedsrichter der Partie ist Marco Fritz. Im DFB-Pokal hat er den effzeh bereits 2009 zu einem 3:0-Erfolg gegen Eintracht Trier gepfiffen. Ansonsten ist seine Erfolgsbilanz für den 1. FC Köln eher durchwachsen. Zehn Ligaspiele pfiff er bisher, dabei gab es drei Siege, vier Unentschieden und drei Niederlagen. Beim letzten effzeh-Spiel unter seiner Leitung gab es ein 2:6 bei Eintracht Frankfurt. Erinnern wir uns aber nicht mehr dran. [/symple_accordion_section][symple_accordion_section title=“Die Ex-Stürmer“] Auf den kölschen Jung in Diensten der TSG warten die Fans vergebens. Mark Uth fehlt aufgrund eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel längere Zeit. Dafür darf der topfitte Anthony Modeste aber gerne einen Doppelpack erzielen gegen seinen alten Verein, der sein Talent verkannte. [/symple_accordion_section][/symple_accordion][do_widget id=text-26]

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