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Vorspiel

Vorspiel zu #KOEHSV: Einen Schritt voraus

Seriös und ruhig hat der effzeh den Dino in der Entwicklung überholt und empfängt plötzlich als Tabellenfünfter das Schlusslicht. Der HSV wankt, bleibt aber gefährlich – kein Grund also für Nachlässigkeiten.

Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Es ist gerade einmal gut sechs Jahre her, da stand der Hamburger SV mit Stars wie Jerome Boateng, Ze Roberto oder Ruud van Nistelrooy im Halbfinale der Europa League, während der 1. FC Köln mit viel Mühe am 31. Spieltag der Bundesligasaison 2009/10 den Klassenerhalt mit einem 2:0 gegen den VfL Bochum klarmachte. Die beiden Traditionsteams schien Welten zu trennen.

Nun ist der Fußball ein schnelllebiges Geschäft. In jener Zeit zwischen April 2010 und heute hat sich nicht wenig getan. Der FC Bayern hat sich unter Pep Guardiola endgültig zum Über-Dominator der Liga aufgeschwungen, Deutschland ist Weltmeister geworden, eine sympathische Truppe aus Rasenballern hat sich mit beschränkten Mitteln und mit viel Mühe bis in die Bundesliga gearbeitet und Lukas Podolski lief in jener Zeit für gleich drei verschiedene Größen des internationalen Fußballs auf.

Parallel zu jenen Tendenzen durchliefen jene zwei Größen der Bundesligageschichte, die am Sonntag um 17:30 Uhr ihr insgesamt 101. Duell austragen, eine konträre Entwicklung. Während es der Hamburger Sportverein bis dato nicht schaffte für einen fließenden Übergang von der Generation um Jarolim, Ze Roberto und Co. zu sorgen und zuletzt davon profitierte, dass in jenem benannten Zeitabschnitt die Relegation wiedereingeführt wurde, hat man es in Köln nach einer von Unvermögen geprägten Dekade tatsächlich irgendwann verstanden, den Schalter umzulegen und das große Potenzial des Klubs mit Ruhe und Professionalität langsam zu nutzen.

Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Mitleid oder Schadenfreude?

Das Großdenkertum und der eklatante Unterschied zwischen Schein und Sein sind aus der Domstadt verschwunden, es regiert kölsches Understatement, während in der Hafenmetropole weiterhin ein großspuriger Logistikdienstleister das Geschehen diktiert und all jene Fehler gemacht werden, die in Köln eben irgendwann abgestellt wurden. Und so näherten sich die beiden Vereine in ihren Leistungen irgendwann an bis der effzeh das Pendant aus dem Norden überholte.

Als Fan des großen Ersten Fußballclubs Köln verspürt man beinahe ein bisschen Mitleid mit dem Bundesligadino. Natürlich stößt die unsägliche Uhr im Stadion der Rothosen oder das beinahe durchweg unsympathische Team auf und außerhalb des Platzes sauer auf ebenso wie es beinahe lächerlich erscheint, dass man in Hamburg scheinbar seit Jahren denkt, man habe mit einem möglichen Abstieg nichts zu tun, nur um dann doch schnell wieder ins Hintertreffen zu geraten.

Aber genau hier erkennt man als effzeh-Fan ja etliche Parallelen. Eine komplett unausgewogene Mannschaft, mit der sich wohl nur wenige Fans identifizieren können, eine Führungsetage, die eher auf große Töne denn auf Seriosität setzt und der verklärte Blick auf den aktuellen Leistungsstand des Vereins. All das sollten effzeh-Fans mit halbwegs passablem Gedächtnis ja noch vom eigenen Verein kennen.

Nun jedenfalls empfängt der effzeh als Tabellenfünfter einen Verein, der sich bereits über einen Pokalsieg gegen einen Drittligisten diebisch freut, weil es in der Bundesliga so gar nicht läuft. Tabellenletzter, die Abwehr eine einzige Baustelle, die Offensive unfassbar ungefährlich. Zwei Tore nach acht Spieltagen – alleine Anthony Modeste hat vier Mal so viele Tore wie der gesamte HSV erzielt.

Modeste > HSV-Offensive

Seit dem Aufstieg 2014 ist der effzeh gegen Hamburger SV ungeschlagen. Auch wenn Statistiken nicht immer aussagekräftig sind, bezeugt diese, inwiefern sich beide Mannschaften auseinander entwickelt haben.

(Foto: Thomas Fähnrich/1. FC Köln)

(Foto: Thomas Fähnrich/1. FC Köln)

Zu allem Überfluss muss Neu-Trainer Markus Gisdol, der in seinen drei ersten Spielen als Coach nur einen Punkt sammeln konnte und kein einziges Tor seiner Mannschaft sah, im RheinEnergie Stadion auf so ziemlich alles verzichten, was sich zumindest nach der Positionsdefinition als Verteidiger bezeichnen darf. Diekmeier und Cleber nach Platzverweisen gesperrt, Vorzeigeprofi Spahic verletzt, Kapitän Djourou mehr als fraglich. Gisdol muss wohl auf Regionalliga-Verteidiger Oliver Oschkenat zurückgreifen.

Auch wenn Peter Stöger es nicht gerne hört, dürfen wir dem effzeh an dieser Stelle also die Favoritenrolle zuschreiben. Natürlich besitzt der HSV Potenzial und auf dem Papier auch individuell starke Spieler, die im Pokal neues Selbstvertrauen sammeln konnten. Natürlich hinkt dieses Team einmal mehr den eigenen Ansprüchen hinterher und kann theoretisch viel mehr, weswegen man in Köln aufpassen muss.

Wenn der 1. FC Köln in der Amtszeit von Stöger aber eines nicht getan hat, dann war es irgendeinen Gegner zu unterschätzen, weswegen höchstwahrscheinlich wieder eine hochfokussierte und gut eingespielte Mannschaft den Rasen des schon jetzt ausverkauften RheinEnergie Stadions betreten wird, um dem Hamburger SV hoffentlich einmal mehr vor Augen zu führen, was ohne große Namen, dafür aber mit einem klaren Plan, ruhiger und strukturierter Arbeit sowie echtem Teamwork möglich ist.

[symple_accordion][symple_accordion_section title=“Die Aufstellung“] Yuya Osako ist weiterhin fraglich, für einen Einsatz in der ersten Elf dürfte es für den Japaner wohl nicht reichen. Dem angeschlagenen Matthias Lehmann geht es dagegen schon wieder besser. Nach den kräftezehrenden 120 Minuten im Pokal dürfte Stöger aber einige Änderungen vornehmen. Der gegen Hoffenheim geschonte Höger sollte wieder ins Team rücken, Olkowski könnte nach seinem starken Pokalauftritt eine weitere Chance erhalten, weswegen es in der Innenverteidigung zwei Härtefalle geben könnte. Ein Luxus, den das Gästeteam gerne hätte.[/symple_accordion_section][symple_accordion_section title=“Das sagt Stöger“] Um noch einmal zu unterstreichen, dass Stögers Team den angeschlagenen HSV nicht auf die leichte Schulter nehmen wird, noch ein Zitat vom Trainer, der betonte: „Es gibt keine einfachen Spiele. Die Tabellensituation lässt den Rückschluss zu, dass wir die Mannschaft sind, die klar besser in der Saison unterwegs ist. Die Erwartungen sind entsprechend so, dass wir das Spiel für uns entscheiden. Wenn wir allerdings nicht an unser Maximum rankommen, kann es natürlich sein, dass wir gegen Hamburg keine Punkte mitnehmen. Wir kennen ihre Qualität, auch wenn sie die zuletzt nicht so gezeigt haben.“[/symple_accordion_section][symple_accordion_section title=“Trikots“]Alaaf! Da vor dem 11.11. kein Heimspiel mehr ausgetragen wird, tritt der 1. FC Köln im neuen Karnevalstrikot an. Dieses erinnert stark an eine Vorgängerversion, ist aber wenigstens nicht so komplett daneben wie das letzte Modell. Den Spielern wird es wohl herzlich egal sein.[/symple_accordion_section][symple_accordion_section title=“Schiedsrichter“]Geleitet wird das Spiel von Benjamin Brand, einem der jüngeren Referees in der Bundesliga. Er gilt als großes Talent seiner Gilde und hat den effzeh bislang lediglich einmal in längst vergessenen Zweitliga-Zeiten gepfiffen, als er einen kölschen 2:1-Sieg gegen Energie Cottbus begleitete. [/symple_accordion_section][/symple_accordion][do_widget id=text-28]

 

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