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Nachspiel

Auftaktniederlage des 1. FC Köln in Wolfsburg: „Es haben viele Dinge funktioniert“

Bei der Rückkehr in die Bundesliga verliert der 1. FC Köln mit 1:2 gegen den VfL Wolfsburg. Wir haben uns danach auf Stimmenfang bei den Protagonisten begeben.

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Frustrierender Nachmittag für den 1. FC Köln in Wolfsburg – bei der Rückkehr in die Bundesliga unterlag die Mannschaft von Trainer Achim Beierlorzer gegen den Vorjahressechsten mit 1:2. Der Aufsteiger startete dabei personell ohne größere Überraschungen in die Partie – von den beiden jüngsten Neuzugängen Bornauw und Skhiri stand keiner in der Startelf. In der Offensive schenkte Beierlorzer bei seinem Bundesligadebüt dem Duo Modeste und Drexler das Vertrauen. Drexler positionierte sich dabei ein wenig tiefer, sodass beim FC häufiger eine 4-2-3-1-Grundordnung erkennbar war. Und mit dieser gelang ein ganz vernünftiger Start ins Spiel. Die Kölner gewannen im Gegenpressing einige Bälle und schalteten direkt nach vorne um, wenngleich die Entscheidungsfindung nicht immer passte.

Nach elf Minuten gab es dann den ersten Abschluss durch Modeste, dessen Flachschuss nach Pass von Schindler ging allerdings abgefälscht am Tor vorbei. Doch auch die Gastgeber waren gefährlich, insbesondere nach Standardsituationen. Zuerst musste Hector in höchster Not nach einer Kopfballverlängerung von Brooks retten, nach etwas mehr als einer Viertelstunde fiel dann aber doch der Gegentreffer. Einen Einwurf von der rechten Seite bekamen die „Geißböcke“ nicht geklärt, weder Hector noch Kainz konnten den Ball nachhaltig aus der Gefahrenzone befördern. Der Ball fiel dem Wolfsburger Spielmacher Maximilian Arnold auf den linken Fuß – und der traf sehenswert per Volleyschuss zur Führung. Einen großen Vorwurf möchte man der Kölner Abwehr nicht machen, denn die Art und Weise, wie Arnold das Tor erzielte, verdiente durchaus Respekt.

Eine Elfmeterszene sorgt für Diskussionen

In der Bundesliga ist es zudem nicht einfach, Spieler von dieser Qualität ständig unter Kontrolle zu haben. Bitter war natürlich der Zeitpunkt, denn eigentlich war der FC gut im Spiel. „Die Mannschaft hat sich dann nicht irritieren lassen und weiter versucht, über die Flügel zum Erfolg zu kommen. Wir hatten auch unsere Aktionen danach und hätten einen Elfmeter bekommen können“, resümierte Achim Beierlorzer nach dem Spiel auf der Pressekonferenz. Und tatsächlich: dass weder Schiedsrichter Jablonski noch der Assistent auf der Haupttribünenseite den Kontakt von Guilavogui an Drexler erkannten, verwunderte sehr. Auch der VAR aus Köln schien die Aktion nicht als Foul gewertet zu haben. Bereits am ersten Spieltag nach der Rückkehr ins Oberhaus darf sich der 1. FC Köln also wieder freuen, dass der VAR den Fußball gerechter macht.

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Nach der Pause ließ der FC nach, auch weil Wolfsburg etwas besser den Druck von den Flügeln eindämmen konnte. Auch der ein oder andere Ballverlust schlich sich beim Aufsteiger ein. „Aufgrund der zweiten Halbzeit war es ein Stück weit verdient, dass Wolfsburg gewonnen hat. Wir sehen, dass von dem was wir uns gegen den Ball vorgenommen haben, viel funktioniert. Wir müssen mit Ball konsequenter, zielgerichteter und mit einhundertprozentiger Überzeugung nach vorne spielen“, lautete das Fazit von Mittelfeldspieler Marco Höger, der Gelb-Rot gefährdet und mit einer Beule unter dem Auge ausgewechselt wurde.

„Nicht jeder hat sein Top-Niveau erreicht“

Unzufrieden zeigte sich auch sein Teamkollege Kingsley Schindler, der auf der rechten Seite sein Bundesliga-Debüt feierte. „Wir sind einfach nicht in die Räume gekommen, die wir uns vorgestellt haben und deswegen waren wir vorne nicht konsequent genug. Wir haben auch falsche Entscheidungen getroffen und konnten deswegen nicht so über die Flügel kommen wie gegen Wiesbaden“, befand der ehemalige Kieler. Das 2:0 durch Weghorst war dann ein Wirkungstreffer für die Gäste, die sich davon nicht mehr erholen sollten. In der Entstehungsgeschichte des Tors verlor Drexler im Mittelfeld den Ball, Wolfsburgs Neuzugang Schlager nahm Tempo auf und passte den Ball zum schlaksigen niederländischen Stürmer der „Wölfe“. Auch in dieser entscheidenden Situation hatten die Gastgeber das Quäntchen Glück auf ihrer Seite, denn Weghorst kam nur durch einen Pressball an Czichos vorbei und schloss dann vor Horn eiskalt ab.

„In der Bundesliga werden Nuancen entscheiden.“

Bereits in der ersten Halbzeit hatte Schlager eine ähnliche Szene, als er mit seinen Teamkollegen mit Tempo auf die Kölner Abwehr laufen konnte – zu diesem Zeitpunkt verstolperte er allerdings den Ball. Nach dem 0:2 wechselte der FC dann mehrfach und verhalf Skhiri und Churlinov zu ihren ersten Einsätzen in der Bundesliga. Der Anschlusstreffer von Terodde in der Nachspielzeit war allerdings das einzig Fruchtbare, was sich noch ergeben sollte. „Es waren viele Dinge gut, aber es hat auch nicht jeder Spieler sein Top-Niveau erreicht“, konstatierte Beierlorzer nach der Partie. „In der Bundesliga werden Nuancen entscheiden. Da ist es schon angesagt, einen Tick mutiger und entschlossener zu sein in den Aktionen“.

Foto: Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Der Plan: Gegen Dortmund Dinge besser machen

Einer, der den FC in der Bundesliga durch Tore zum Erfolg führen kann, ist Anthony Modeste – gegen Wolfsburg hatte der Franzose allerdings einen schweren Stand. Gegen die Dreierkette um Knoche, Guilavogui und Brooks rieb sich Modeste in Zweikämpfen auf, hatte aber bis auf den Abschluss nach elf Minuten keinen weiteren zu verzeichnen. Der Stürmer richtete nach der Partie aber auch den Blick nach vorne – und verwies auf die fehlende Erfahrung einiger Spieler. „Viele Spieler aus dem Ausland haben heute zum ersten Mal Bundesliga gespielt. Das ist schon etwas Anderes. Wir müssen uns jetzt schnell auf das Spiel gegen Dortmund fokussieren, das kommt ja jetzt schon schnell. Wir müssen schauen, dass wir es da besser machen.“

Gegen die Dortmunder, die am Samstag furios mit 5:1 gegen Augsburg gewannen, erwartet den Bundesliga-Aufsteiger die nächste schwierige Aufgabe. Durch den Kantersieg setzte der BVB auch gleich ein Zeichen Richtung München im Kampf um die Meisterschaft. Da wird der FC wohl weniger ein Wörtchen mitreden – unter Flutlicht in Müngersdorf wird Beierlorzers Team allerdings versuchen, es dem Favoriten so schwer wie möglich zu machen.

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