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Vorspiel

Unter Zugzwang

Nur zwei Zähler aus zwei Spielen? Dann wird es eben Zeit für einen Auswärtssieg. In Paderborn. Wo auch sonst?

© effzeh.com
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Paderborn. Paderborn? Paderborn! Was fällt mir nicht alles zu dir ein? Nichts. Außer dass ein absolutes Rotzbier nach dir benannt wurde. Und die grandiose Essensversorgung im alten Stadion, dessen gras bewachsener Gästeblock gefühlt 3 Kilometer vom Spielgeschehen lag. Und die katastrophale ÖPNV-Anbindung an einem der uninteressantesten Bahnhöfe der Republik. Und dass an deinem neuen Stadion ein Vuvuzela-Verbotsschild hängt und die Gästefans mit einem Hinweis auf Kniehöhe darauf hingewiesen werden, diesen Bereich doch bitte aus Sicherheitsgründen freizuhalten.

Und natürlich, dass der glorreiche effzeh in der letzten Saison sechs Punkte gegen dich holen konnte. Weil im Hinspiel ein gewisser Thomas Bröker einen seiner raren Lichtblicke hatte und per Geniestreich mit dem Außenrist für Adil Chihi zum Siegtreffer vorlegte. Und dass im Rückspiel Anthony Ujah einen bärenstarken Tag erwischte und Paderborn nach schwacher ersten Hälfte im Alleingang erledigte. Sonst fällt mir rein gar nichts ein. Achso, doch: Es ist die Reise in eine Gegend, in der der gewöhnliche Kölner nichtmals tot über dem Zaun hängen will. Aber wir wollen in Ostwestfalen auch keine Wurzeln schlagen, sondern drei Punkte einsacken und wieder in die schönste Stadt der Republik reisen.

Ausgangslage

Beide Mannschaften stehen nach einem schwachen Start unter Zugzwang, konnten sich aber zuletzt durch Siege im DFB-Pokal Selbstvertrauen holen. Der effzeh hat zunächst in Dresden den Sack nicht zumachen können und ist aufgrund eines Patzers von Keeper Horn nur mit einem Punkt nach Hause gefahren. Im Derby gegen Düsseldorf wurden die Geißböcke in der ersten Hälfte an die Wand gespielt und rappelte sich zumindest zum Punktgewinn auf. Zwei Zähler nach zwei Partien ist aber zu wenig für die hohen Ansprüche rund um das Geißbockheim. Der Pokalauftritt in Trier machte zwar spielerisch wenig Hoffnung, könnte aber für das Nervenkostüm des Teams Gold wert sein. Jetzt wird es Zeit für den ersten Dreier der Saison!

Paderborn grüßt derweil vom Tabellenende. Nach einer knappen 0:1-Heimniederlage gegen den 1.FC Kaiserslautern gab es für die Ostwestfalen bei Energie Cottbus nichts zu holen. Bereits nach elf Minuten lag das Team von Trainer Andre Breitenreiter mit 0:3 hinten. Am Ende der Partie hieß es 0:4 aus Sicht der Paderborner. Im DFB-Pokal zeigten sich die Ostwestfalen allerdings von einer anderen Seite: Gegen den MSV Duisburg bog der SCP einen Rückstand um und gewann am Schluss etwas glücklich, aber verdient mit 3:2. Es ist also durchaus möglich, dass sich der effzeh und die Paderborner in der 2. Pokalrunde wiedersehen.

Personalien

Neben den bekannten Langzeitverletzten McKenna, Chihi und Bigalke sind alle effzeh-Spieler fit. Fabian Schnellhardt soll in der U21, die am Freitag Abend gegen Düsseldorf II spielt, Spielpraxis sammeln. Das könnte auch eine Option für Slawomir Peszko sein. Der polnische Außenstürmer, erst vor kurzem nach langem Transfertheater zum effzeh zurückgekehrt, hat noch Trainingsrückstand und seit fast einem Jahr nicht mehr gespielt. Ein Einsatz in Paderborn kommt daher noch viel zu früh – einer bei den Amateuren aber vielleicht nicht.

In die Startelf drängt derweil Maxi Thiel. Nicht nur aufgrund seines Freistoßhammers gegen Trier ist der unbekümmerte Jungspund ein Kandidat. Profitieren könnte er von Thomas Brökers bisher eher suboptimalen Leistungen in dieser Saison. Der effzeh würde mit Thiel einen schussgewaltige Spieler auf den Platz schicken, der bei Standards und aus der Distanz für Gefahr sorgen kann. Keine allzu schlechte Idee, bedenkt man die grauselige Ecken und Freistößen in Trier und unsere mangelnde Torgefahr.

Die vom kicker prognostizierten Aufstellungen:

Paderborn: Kruse – Heinloth, Hünemeier, Strohdiek, Bertels – Krösche, Demme – Wemmer, Brückner – Kachunga, ten Voorde

effzeh: Horn – Brecko, Maroh, Bruno Nascimento, Hector – M. Lehmann – Matuschyk, D. Halfar – Risse, Ujah, M. Thiel

Schiedsrichter

Mit Peter Gagelmann schickt der DFB einen seiner erfahrenster Vertreter – aber sicherlich nicht den beliebtesten unter den effzeh-Fans. 26 Partien mit Beteiligung unseres glorreichen Vereins pfiff der Bremer bereits: 10 davon gingen verloren, neun gewann der effzeh, sieben endete unentschieden. In der zweiten Liga ist die Bilanz dagegen doch positiv: Fünf Siege stehen ebenso vielen Remis und zwei Niederlagen gegenüber. Eine Partie blieb dabei besonders im Gedächtnis: Im Aufstiegsendspurt besiegte der effzeh unter Leitung Gagelmanns 1899 Hoffenheim mit 3:1. Ihr wisst schon: Suazo. Salihovic. Zahnverlust. Und so.

Stimmen aus der Redaktion

taneu: „Der effzeh unter Zugzwang in Paderborn. Jetzt wird sich zeigen, wie weit die Mannschaft mental ist. Es muss gewonnen werden, der Druck ist da. Ein immens wihtiges Spiel für die Psyche und den weiteren Verlauf der Saison.“

themarsvoltaire: „Nachdem man den ersten Saisonsieg bei der Heimpremiere verpasst hat, muss man den jetzt eben in Paderborn holen. Und das wird man auch. Sonst wird es nämlich wieder unruhig in Köln und das sollte sich die Mannschaft einfach selbst ersparen und gewinnen.“

gerosimo: „Ein Unentschieden in Paderborn wäre eine gefühlte Niederlage. Da kann der effzeh gleich genauso gut verlieren – passiert aber nicht. Ob der tatsächliche Sieg auch ein gefühlter Sieg sein wird? Das wird die für mich spannendste Frage sein! Ich erwarte einen 2:1-Sieg, nach welchem von außen mehr genörgelt als applaudiert wird.“

Dominik: „Meine Güte. Ostwestfalen. Schon wieder? Ich glaub ich fahre stattdessen einfach in den Urlaub. In diesem Sinne: schönen Sommer noch. PS: Ich bin mit Sicherheit rechtzeitig zur Verpflichtung von Robin Dutt als Retter vorm Paderborner Abstieg zurück. Versprochen.“

Seppo: „Gegen Lautern und Cottbus kann man mal verlieren. Gegen den Effzeh auch. Ich prophezeie einen ungefährdeten Auswärtssieg. Zu null.“

donluka: „Ich ergänze den Beitrag des Kollegen Seppo um eine Drei.“

 

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