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Geißbockheim

Ujah, Clemens und die Offensivschwäche

Nach den Defensivspielern stehen nun die Jungs aus dem Angriff auf dem Prüfstand: Der zweite Teil des effzeh.com-Arbeitszeugnisses!

©1. FC Köln

Im ersten Teil unseres Arbeitzeugnisses kümmerten wir uns um die Defensivakteure, die von uns durchaus gute Noten verteilt bekamen. Kein Wunder bei lediglich 33 Gegentreffern und der drittbesten Abwehr der Liga. Im Angriff konnte der FC dagegen von den Zahlen her nicht überzeugen: 43 erzielte Tore sind für eine Spitzenmannschaft zu wenig. Ein Faktor, der uns letztlich auch die Chance auf den Relegationsplatz raubte.

Doch wie sieht das Arbeitszeugnis der einzelnen Spieler aus? Wer konnte im Verlauf der Saison überzeugen? Und wessen Leistungen ließen zu wünschen übrig? Wir stellen unseren Jungs auf den effzeh.com-Prüfstand.

Hier entlang zum effzeh.com-Arbeitszeugnis (Teil 1): Grünschnäbel und eine Wiederauferstehung

© effzeh.com

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#7 Adil Chihi (21 Einsätze, 1124 Minute – 6x eingewechselt, 10x ausgewechselt) – ausreichend plus

Keiner schwankt so sehr zwischen Genie und Wahnsinn wie der 25-jährige Deutsch-Marokkaner. Treibt nicht nur das Publikum mit seiner Spielweise des Öfteren zur Weißglut. In der Hinrunde mit vier Treffern und zwei Vorlagen so effektiv wie selten zuvor. Verletzte sich am 17. Spieltag gegen Ingolstadt erneut schwer und schien sich davon bei seinen Einsätzen im späteren Verlauf der Saison noch nicht wieder erholt zu haben. Höhepunkt dann seine äußerst schwache Vorstellung im letzten Heimspiel, als seine Auswechslung vom Publikum mit höhnischem Applaus goutiert wurde.

#9 Jong Tae-Se (fünf Einsätze, 174 Minuten – 3x eingewechselt, 1x ausgewechselt) – mangelhaft

Das nordkoreanische Missverständnis zeigte auch in dieser Saison nicht, warum Volker Finke ihn unbedingt aus Bochum loseisen wollte. Begann die Spielzeit sogar als Stammspieler, war aber vor dem gegnerischen Kasten so gefährlich wie ein Hundewelpen. Der 29-jährigen Angreifer wurde nach lediglich fünf Einsätzen in der Winterpause an Suwon Bluewings (Südkorea) abgegeben.

#9 Stefan Maierhofer (14 Einsätze, 680 Minuten – 7x eingewechselt, 3x ausgewechselt) – mangelhaft

Im Winter nachverpflichtet sollte 2,02m große Mittelstürmer für mehr Torgefahr sorgen. Mit einem einzigen Treffer (gegen Union Berlin) erfüllte er diese Hoffnung nicht. Taktisch schwach, technisch noch schwächer. Rackerte stets wie ein Irrer – und war dadurch vor dem gegnerischen Tor noch ungefährlicher als Tae-Se. Der „Major“ konnte seine Chance in Köln nicht nutzen und wird in der kommenden Saison woanders dienen.

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#11 Thomas Bröker (25 Einsätze, 1987 Minuten – 2x eingewechselt, 11x ausgewechselt) – befriedigend minus

Zu Beginn der Saison war der Rückkehrer aus Düsseldorf der einzige im Verein, der Torgefahr versprühte. Doppelpack zum Auftakt im DFB-Pokal, zwei Tore vom Elfmeterpunkt in der Liga. Seine technischen Schwächen machte er mit Einsatzwillen und Athletik wett. Nach seiner Rückenverletzung allerdings nicht mehr derselbe. Erst in Duisburg mit seinem dritten Ligator (dem ersten aus dem Spiel heraus). Bis dahin durch schwaches Passspiel ein hemmender Faktor im Offensivspiel.

#16 Mikael Ishak (sieben Einsätze, 290 Minuten – 4x eingewechselt, 3x ausgewechselt) – ausreichend minus

Eine der Sturmhoffnungen vor dieser Spielzeit. Konnte diesen Eindruck bei den wenigen Möglichkeiten, die sich dem Schweden boten, allerdings nicht bestätigen. Bekam im Verlauf der Hinrunde immer weniger Spielzeit. Erst gegen Braunschweig wieder von Beginn an – und mit einem soliden Auftritt. Half bei den Amateuren aus und traf dort zweimal für die Geißbock-Reserve. In der Winterpause nach St. Gallen verliehen, wo er als Stammspieler Spielpraxis sammelt und auf drei Saisontore kommt. Ob er ans Geißbockheim zurückkehren wird, steht noch nicht fest.

#19 Mato Jajalo (24 Einsätze, 1184 Minuten – 13x eingewechselt, 9x ausgewechselt) – mangelhaft

Das größte Versprechen im FC-Kader. Und leider auch die größte Enttäuschung. Der Kroate, der letzte Saison noch ans Tor der Nationalmannschaft klopfte, könnte wohl einer der besten Zweitligaspieler sein, rief sein Potenzial aus diversen Gründen nicht ab. Pendelte zwischen Startelf und Ersatzbank, was seinem eher geringen Selbstvertrauen sicherlich nicht zuträglich war. Dazu scheiterte der technisch starke Mittelfeldspieler mit mehreren Freistößen am Aluminium. Ansonsten kam er lediglich drei Torvorlagen. Könnte sein Glück demnächst außerhalb Kölns suchen.

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#21 Sascha Bigalke (16 Einsätze, 767 Minuten – 8x eingewechselt, 6x ausgewechselt) – ausreichend

Kam noch während der laufenden Saison aus Unterhaching. Startete gegen St. Pauli furios, danach aber mit zuviel Schatten bei wenig Licht wie beispielsweise dem Treffer in Regensburg. Tauchte im Verlauf der Saison kaum mehr auf dem Rasen auf, wurde häufiger bei der Kaderauswahl außen vorgelassen und wirkte bei seinen wenigen Kurzeinsätzen verunsichert. Wirkte in Ingolstadt nach dem Stanislawski-Aus wie befreit. Unter dem Strich stehen ein Tor und vier Vorlagen.

#22 Anthony Ujah (28 Einsätze, 2393 Minuten – 10x ausgewechselt) – gut minus

Der nigerianische Stürmer wurde kurz vor Ablauf der Transferfrist vom FSV Mainz 05 ausgeliehen und avancierte in kürzester Zeit zum Publikumsliebling in Köln. Mit 13 Toren war Ujah mit weitem Abstand der beste Schütze der Mannschaft und lange Zeit die einzig gefährliche Angriffsoption. Taktischen und technischen Schwächen, die sich insbesondere im Passspiel offenbaren, stehen seine Kopfballstärke und ungeheure Athletik gegenüber. Der FC will den 22-jährigen Angreifer halten: Zukunft offen.

#24 Kacper Przybylko (15 Einsätze, 288 Minuten – 14x eingewechselt, 1x eingewechselt) – befriedigend minus

Neben Ishak der eingeplante Babysturm vor dieser Spielzeit. Zunächst nur mit Kurzeinsätzen oder gar nicht im Kader. Schoss sich nach gutem Joker-Auftritt beim Heimspiel gegen Regensburg mit seinem Last-Minute-Treffer gegen Aalen in die Herzen der Fans. Es blieb sein bisher einziges Tor für die Profi-Mannschaft. Wurde zunehmend im Abstiegskampf bei den Amateuren gebraucht und war sich dafür nicht zu schade. Mit elf Treffern und sieben Vorlagen bei 20 Einsätzen dort ein enorm wichtiger Faktor. Muss in der neuen Spielzeit wegen Rotsperre die ersten zwei Begegnungen passen. Dennoch: Ein Versprechen für die Zukunft.

#25 Daniel Royer (26 Einsätze, 1129 Minuten – 16x eingewechselt, 8x ausgewechselt) – ausreichend plus

Der österreichische Außenstürmer kam als Leihspieler von Hannover 96 an den Rhein. Bekam die Saison als Stammspieler, konnte aber letztlich nicht dauerhaft überzeugen. Wurde so etwas wie der Joker des Teams. Zwei wichtige Tore gegen Kaiserslautern und Regensburg, dazu ein Treffer zum Abschied in Regensburg, aber auch nur eine Vorlage in der gesamten Saison. Zu wenig: Für eine Weiterverpflichtung war der Österreicher am Ende nicht effektiv genug.

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#27 Christian Clemens (31 Einsätze, 2349 Minuten – 4x eingewechselt, 9x ausgewechselt) – gut minus

Sollte nach dem Podolski-Abgang zum Gesicht des 1.FC Köln werden. Eine zu große Bürde für den 21-jährigen Außenstürmer. Gehandicapt durch eine Sprunggelenksverletzung und behindert durch zu lange Kraftraum-Einheiten spielte der kölsche Jung eine gruselige Hinrunde (ein Tor, keine Vorlage). Nach der Winterpause ließ er die Hanteln links liegen und fand zu alter Form zurück. Mutierte 2013 durch seinen unfassbaren Antritt und seine Schnelligkeit zur Ein-Mann-Kreativabteilung des 1.FC Köln. Wird den Absprung zum FC Schalke 04 wagen. effzeh.com sagt: Maach et joot, Chrille!

#30 Fabian Schnellhardt (kein Einsatz) – ohne Bewertung

Als Toptalent gehandelt und in der Vorbereitung mit einigen Achtungszeichen in die Spielzeit gestartet ließ Trainer Holger Stanislawski das junge Mittelfeldtalent die gesamte Saison links liegen. Lediglich bei drei Spielen stand „Schnelle“ im Profikader – einen Einsatz konnte er allerdings nicht verbuchen. Von Verletzungsproblemen geplagt konnte der offensive Mittelfeldspieler auch bei den Amateuren nicht überzeugen. Der Verein bleibt aber von ihm überzeugt und verlängerte mit ihm bis 2016.

Vor dem kommenden Wochenende: Brutales Marschieren, der Kackstift und flache Hierarchien – das effzeh.com-Arbeitszeugnis der Verantwortlichen

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