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Nachspiel

Auswärtssieg bei St. Pauli: Wilder Ritt mit Wellenbewegungen

Es war ein aufregendes Spiel zwischen St. Pauli und dem 1. FC Köln, der letztlich mit 5:3 die Oberhand behält. Spektakel ist ja okay, ein wenig mehr Kontrolle wäre auch cool.

Foto: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images

In der Vorberichterstattung zum Auswärtsspiel des 1. FC Köln wurde wahrscheinlich nicht zu viel versprochen: Die Rede war von einer emotionalen Partie in einem stimmungsvollen Stadion, was sich für den Aufstiegsfavoriten aus der Domstadt zu einer echten Standortbestimmung entwickeln könnte. Die schwer zu bespielende Mannschaft der „Kiezkicker“, dazu die Emotionalisierung durch die Fans – für die Mannschaft von Trainer Markus Anfang, die sich immer noch im Findungsprozess befindet, wurde es tatsächlich zu einer schweren Prüfung. Das nackte Ergebnis sprach danach auch Bände: Der effzeh gewann mit 5:3, nachdem man im ersten Durchgang noch mit 0:2 zurücklag.

Trotz einer dann eigentlich beruhigenden 4:2-Führung nach etwa einer Stunde musste das Kölner Lager, erneut glänzend von über 3.000 Auswärtsfans unterstützt, fast über die gesamte restliche Spielzeit hinweg zittern – bis der eingewechselte Salih Özcan mit seinem ersten Profitor für seinen Jugendklub mit dem fünften Tor den Schlusspunkt setzte. Nach der Partie gibt es jede Menge Aspekte, über die man sprechen sollte. Wie sollte das auch anders sei bei einem solchen wilden Ritt!

Anfangsphase: 1. FC Köln bringt sich selbst ins Hintertreffen

Der effzeh startete mit zwei Veränderungen im Vergleich zum Spiel gegen Aue: Mit Lasse Sobiech (und dessen Rückkehr an alte Wirkungsstätte) und Sehrou Guirassy im Mittelfeld ergänzte Markus Anfang die Kölner Mannschaft um eine gehörige Dosis Körperlichkeit. Weil er mit vielen hohen Bällen rechnete, beorderte der Coach Meré und Koziello auf die Bank – dieser Schachzug unterstreicht erneut, über welche große individuelle Qualität der 1. FC Köln in dieser Spielzeit verfügt. Nicht zuletzt deswegen wird die Mannschaft als Aufstiegsfavorit Nummer eins gehandelt, was aber natürlich alleine nicht ausreicht. Denn dazu braucht es eine passende und kohärente Spielidee, die man dann in Regelmäßigkeit aufs Spielfeld bringen muss.

Foto: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images

In der Anfangsphase gelang dies dem effzeh beim Auswärtsspiel in St. Pauli sogar. Mit ruhigem, zielgerichtetem Aufbauspiel kombinierte man nach vorne und hatte mit Clemens‘ Schuss die erste Torchance, die St. Paulis Keeper Himmelmann allerdings bereinigen konnte. Danach versuchte sich noch Louis Schaub, doch auch dessen Abschluss wurde geblockt. Nach 13 Minuten jedoch schoss sich der effzeh durch einen individuellen Fehler ins Bein: Marcel Risse wurde auf der rechten Seite unter Druck gesetzt und spielte den Ball auf Verdacht und unkontrolliert nach hinten – genau in die Schnittstelle zwischen den Innenverteidigern. St. Paulis Stürmer Henk Veerman bedankte sich und zirkelte den Ball ins Eck.

Clemens und Terodde: Die Topscorer sorgen für den Ausgleich

Auf einmal waren die Gastgeber durch diese Aktion im Spiel – sie schafften es in dieser Phase, die Ballzirkulation beim effzeh zu unterbrechen und mit Wucht nach vorne zu spielen. Sobotta und Möller Daehli versuchten es und scheiterten noch – nach einer missglückten Klärungsaktion von Risse konnte St. Pauli allerdings auf links kombinieren, Buchtmann auf Dudziak flanken und es stand 0:2. Der effzeh hatte das Momentum gegen sich und es war den Spielern deutlich anzumerken, dass dieser Rückstand Spuren hinterlassen hatte. Dass Mentalität manchmal Qualität schlagen kann, schien für die Mannschaft von Markus Kauczinski an diesem Tag das Credo zu sein. Die Kölner brauchten ein paar Minuten, um wieder zur spielerischen Sicherheit zurückzufinden. Nach 35 Minuten setzte der ruhige und kontrollierte Spielaufbau Louis Schaub in Szene, dessen Flanke Christian Clemens mit seinem zweiten Saisontor krönte.

Auf der nächsten Seite: Ausgleich, Führung, Zittern, Erlösung

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