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Die Geschichte des deutschen Fußballs bei Weltmeisterschaften ist untrennbar auch immer mit dem 1. FC Köln verbunden – Ralf Friedrichs zeichnet nach, wie die effzeh-Spieler Turniere durch ihre Tore prägten und unternimmt eine Zeitreise von 1954 bis 2014. 

Wenn am Donnerstag die Fußball-Weltmeisterschaft beginnt, dann wird auch der 1. FC Köln in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit einem Spieler vertreten sein: Jonas Hector hat nicht nur den Sprung nach Russland geschafft, er gilt auch als ziemlich sicherer Startelfkandidat, auch wenn seine Form nach zwei schwächeren Spielen in der Vorbereitung nun besser wieder ansteigen sollte. Im Ranking der Beteiligungen (lt. Spiegel-Bericht) über alle Weltmeisterschaften hinweg nimmt sein Verein, der effzeh, mit 51 Teilnahmen national den dritten Rang ein. Nur der BVB (54 Teilnahmen) und natürlich die übermächtigen Bayern (105 Teilnahmen) liegen vor dem Verein mit dem Geißbock auf der Brust.

Wer kennt den ersten Kölner WM-Spieler?

Ebenso erfreulich ist die Trefferausbeute der kölschen Kicker bei Weltmeisterschafts-Endrunden (alle FC-Treffer im Video unten). Immerhin 28 Tore und damit 12,5 % steuerten die Männer vom Rhein in die Gesamtwertung von 224 Treffern mit bei. Die ersten beiden Turniere 1934 und 1938 waren dabei logischerweise FC-frei, weil der Verein erst 1948 gegründet wurde. Dennoch war bereits bei der DFB-Premiere mit Matthias Heidemann ein echter, geborener Kölner (spielte für VfR Köln 04 rrh, Bonner FV , Werder Bremen) mit von der Partie, der auch im Spiel um Platz drei bei den WM entscheidend beteiligt war, indem er den ersten Treffer vorbereitete.

1954 nahm Deutschland erstmals nach dem Krieg wieder am Weltturnier teil und es war einem Spieler des 1. FC Köln vergönnt, das erste deutsche Tor seit der WM 1938 zu erzielen. Hans Schäfer gelang dieser Treffer zum wichtigen 1:1-Ausgleich im ersten Spiel gegen die Türkei, welches am Ende mit 4:1 gewonnen wurde. Im zweiten Spiel (7:2) gegen die Türkei traf Schäfer gleich doppelt und im Halbfinale gegen die favorisierten Österreicher blieb es dem kölschen Fußball-Idol vorbehalten, die 1:0-Führung zu erzielen. Am Ende gewann die DFB-Elf gar mit 6:1, erreichte das Finale gegen Ungarn und schrieb Fußballgeschichte. Schäfer traf im Endspiel zwar nicht, flanke aber einmal entscheidend nach innen…

Die große Zeit des Hans Schäfer und die Sternstunde des Wolfgang Weber

Bei der WM 1958 konnte Hans Schäfer seine WM-Endrunden-Torquote weiter ausbauen, er traf in der Vorrunde gegen die Tschechoslowakei, im Halbfinale zur 1:0 Führung gegen Schweden und schließlich im Spiel um Platz drei gegen Frankreich. Am Ende erreichte die Herberger-Elf den vierten Platz. In Chile war Schäfer 1962 dann ein letztes Mal bei einer WM-Endrunde vertreten, doch durch die stark defensive Ausrichtung des Teams gelangen in vier Partien nur vier Treffer und Schäfer, der wie 1958 erneut Kapitän der DFB-Auswahl war, spielte weiter zurückgezogen und konnte keinen weiteren Torerfolg für sich verbuchen. Dennoch ist „de Knoll“ mit sieben Toren bis heute bester Schütze des 1. FC Köln bei WM-Endrundenturnieren.

West Germany's Wolfgang Weber pokes the ball past England's diving goalkeeper, Gordon Banks, for an equaliser in the last minute of normal time in the World Cup Final at Wembley. England went on to win the 1966 World Cup 4-2 after extra time. (Photo by Keystone/Getty Images)

Wolfgang Webers Tor bei der WM 1966 | Foto: Keystone/Getty Images

Bei der WM in England im Jahr 1966 mussten FC-Fans bis zum letzten Spiel und bis zur 90. Minute warten, doch es war nicht Wolfgang Overath – der neue Stern am FC-Himmel – der ganz Deutschland zum Jubeln brachte und im Finale gegen England das deutsche Team in die Verlängerung schoss. Kölns Abwehrtalent Wolfgang „Bulle“ Weber erfüllte sich den Traum eines jeden Fußballers, nämlich in einem WM-Finale zu treffen. Der Weltmeister-Pokal blieb letzten Endes durch das berühmte Wembley-Tor in der Verlängerung aber doch in England. Doch Wolfgang Weber hat sich im Köln und sicher auch in Deutschland durch dieses Tor zum zwischenzeitlichen 2:2 unsterblich gemacht. Bis heute ist er der einzige FC-Spieler, der in einem WM-Finale traf.

WM 1974: Zwei FC-Spieler treffen für den DFB

Die von vielen immer noch als eine der besten titulierte WM 1970 in Mexiko sah erneut ein Tor eines FC-Spielers. Der wie bereits 1966 insgesamt groß aufspielende Wolfgang Overath erzielte im Spiel um Platz drei den entscheidenden Treffer zum 1:0 gegen Uruguay. Das kleine Finale ging also an das Team von Bundestrainer Helmut Schön, dies tröstete ein wenig über die 4:3 Halbfinal-Niederlage im „Jahrhundertspiel“ gegen Italien hinweg. Wolfgang Overath wurde von der Fachpresse als einer der besten Mittelfeldspieler des Turniers gewürdigt.

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