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Rudelbildung

Rudelbildung zum Endspurt im Abstiegskampf: „Wir sprechen immer noch vom 1. FC Köln“

Sieben Spiele, fünf Punkte Rückstand: Für den 1. FC Köln geht es im Saisonendspurt um den Verbleib in der Bundesliga. Schafft der effzeh das Wunder oder geht es wieder herunter? Unsere Rudelbildung zur heißen Phase im Abstiegskampf!

Sieben Spiele, fünf Punkte Rückstand: Für den 1. FC Köln geht es im Saisonendspurt um den Verbleib in der Bundesliga. Schafft der effzeh das Wunder oder geht es wieder herunter? Unsere Rudelbildung zur heißen Phase im Abstiegskampf!

Hoffenheim, Mainz, Berlin, Schalke, Freiburg, München, Wolfsburg: Das sind die sieben Spiele, in denen der 1. FC Köln im Abstiegskampf das Unmögliche möglich machen will. Fünf Punkte Rückstand hat der effzeh nach dem überraschenden Sieg im Nachbarschaftsduell mit Bayer 04 Leverkusen auf das rettende Ufer, die Hoffnung ist in Köln weiter lebendig. Das liegt auch daran, dass die „Geißböcke“ sportlich zunehmend zu überzeugen wissen, während die Konkurrenz aus Mainz und Wolfsburg gewaltig schwächelt.

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Vor dem Start in die heiße Phase im Abstiegskampf diskutieren wir: Schafft der 1. FC Köln doch noch das Wunder und bleibt in der Bundesliga? Oder steht am Ende allem Kampfgeist zum Trotz zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte der bittere Gang ins Fußball-Unterhaus an? Eines können wir vorweg schon verraten: Die effzeh.com-Redaktion ist sich wieder einmal nicht einig, welche Wendung die dramatische effzeh-Saison in den letzten sieben verbleibenden Spielen nehmen wird.

Severin: Ich war im Winter einer der wenigen, die noch Hoffnung hatten und ich habe sie immer noch nicht verloren. Ganz im Gegenteil: Von allen Mannschaften im Tabellenkeller sind wir der heißeste Scheiß, spielen anständig Fußball und holen auch Punkte. Daher sage ich: Der Trend is our friend – der FC schafft das Wunder!

Von allen Mannschaften im Tabellenkeller sind wir der heißeste Scheiß, spielen anständig Fußball und holen auch Punkte. Der Trend is our friend!

Thomas: Da rennst du wahrscheinlich wieder bei vielen Fans offene Türen ein – bei mir nicht. Mir fehlt weiterhin der Glaube an das Wunder. Nicht, weil ich es besonders der Mannschaft und uns allen nicht gönnen würde. Aber fünf Punkte Rückstand in sieben Spielen sind ein echtes Brett, wir haben schwere Heimspiele gegen Schalke und die Bayern vor der Brust und gesundes Vertrauen in die Schwäche der Konkurrenten um Platz 15/16 ist bei mir leider nicht vorhanden. Irgendwie erduseln die sich im Abstiegskampf schon den ein oder anderen Zähler!

COLOGNE, GERMANY - MARCH 18: Yuya Osako #13 of 1.FC Koeln celebrates with Leonardo Bittencourt #21 of 1.FC Koeln and team-mates after scoring his teams first goal during the Bundesliga match between 1. FC Koeln and Bayer 04 Leverkusen at RheinEnergieStadion on March 18, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Marvin: Fünf Punkte plus das schlechtere Torverhältnis sind immer noch ein Brett. Besser als alle anderen Abstiegskandidaten spielt der effzeh zwar, allerdings glaube ich immer noch nicht ganz daran. Am Ende wird es wegen der Hinrunde wohl nur zu Platz 17 reichen. Leider…

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David: Noch stilechter wäre natürlich, den 16. Platz erst im letzten Spiel gegen Wolfsburg zu verspielen, nachdem man sich zuvor in einem nahezu historischen Kraftakt herangekämpft hat. Aber das wäre der alte FC. Dieses Team hat schon bewiesen, dass es Entscheidungsspiele durchaus kann. Daher: Kommen wir vor den Duellen gegen Mainz oder Wolfsburg in Schlagdistanz, dann schaffen wir es auch. Wenn nicht, dann nicht.

Die Punktebilanz der Rückrunde ist solide, aber für das Wunder braucht es hier und da eine Überraschung. Wenn es dem effzeh gelingt, vor dem letzten Spiel in Wolfsburg noch eine Chance zu haben, haben wir schon viel erreicht.

Arne: Ich befürchte etwas Ähnliches wie David. Die Punktebilanz der Rückrunde ist solide, aber für das Wunder braucht es hier und da eine Überraschung. Wenn es dem effzeh gelingt, vor dem letzten Spiel in Wolfsburg noch eine Chance zu haben, haben wir schon viel erreicht. Dort dann grandios zu verkacken, würde eigentlich bestens in die Geschichte passen.

Severin: Aber dass wir Überraschungen können, haben wir in Leipzig und gegen Leverkusen doch gezeigt. Ich glaube eher, dass die direkten Duelle im Abstiegskampf das Problem werden könnten. Dort stehen wir unter Druck und müssen etwas tun, sind aber gleichzeitig sogar irgendwie in der Favoritenrolle. Besonders das Heimspiel gegen Mainz dürfte diffizil werden – aber das Team hat gezeigt, dass es Nerven wie Drahtseile hat.

COLOGNE, GERMANY - MARCH 04: Jonas Hector of Koeln lies on the pitch after losing 2-3 the Bundesliga match between 1. FC Koeln and VfB Stuttgart at RheinEnergieStadion on March 4, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Thomas: Wir sollten aus meiner Sicht die Kirche im Dorf lassen und nicht zu weit in die Zukunft blicken. Gerade die letzten Wochen haben doch gezeigt, dass das nicht viel bringt. Nach Stuttgart und Bremen waren alle zu Tode betrübt, durch den Sieg gegen Leverkusen träumen wir schon von Platz 15 und/oder einem Endspiel gegen Wolfsburg. Wichtig ist das nächste Spiel in Hoffenheim – und da gilt es den Rückstand auf die Konkurrenz abermals zu verkürzen, damit das Wunder überhaupt infrage kommt.

Dass die Mannschaft Erstliga-reifen Fußball spielen kann, hat sie natürlich immer mal wieder, zwischendurch, und für kleine Strecken oder Phasen eines Spiels bewiesen. Das reicht aber einfach nicht. Auch weil das Vermögen ja eigentlich vorhanden ist, wird dieser Abstieg ja so bitter.

Arne: Ganz realistisch betrachtet glaube ich auch nicht, dass es reicht. Wolfsburg und Mainz werden nicht kampflos abschenken, der effzeh ist trotz allem immer noch unausgewogen.

Sarah: Dass die Mannschaft Erstliga-reifen Fußball spielen kann, hat sie natürlich immer mal wieder, zwischendurch, und für kleine Strecken oder Phasen eines Spiels bewiesen. Das reicht aber einfach nicht. Auch weil das Vermögen ja eigentlich vorhanden ist, wird dieser Abstieg ja so bitter. Ganz ehrlich: Wer hat denn wirklich vor den Spielen gegen das Marketingkonstrukt aus dem Osten oder den Derbys gegen Ostholland und Lev mit einem Kölner Sieg gerechnet? Ja, diese Siege passieren, auch sicherlich nicht unverdient. Aber eben nicht in der Konstanz, die wir benötigen um die schlechte Hinrunde wettzumachen. Klar, ich will auch träumen, aber wir sprechen hier immer noch vom 1. FC Köln. Das Szenario: „Rankämpfen, kurz vor Schluß verkacken und Abstieg“ scheint da realistischer.

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Christopher: Severin liegt in puncto Unbeugsamkeit richtig und ich denke, die Rückrundentabelle spricht eine eindeutige Sprache: wäre der Kader der Hinrunde mit Terodde und Koziello ergänzt worden, hätten wir wahrscheinlich wenige Sorgen gehabt. Leider zählt die Hinrunde aber trotzdem und die haben wir total erbärmlich absolviert. Ich befürchte, dass Sarah den Kern beschrieben hat; wir haben weder die nötige Konstanz, noch die nötigen Punkte, um uns Ausrutscher zu erlauben. Für mich fühlte sich das Ende der ersten Halbzeit gegen Stuttgart vor ein paar Wochen wie der vorgezogene Sargnagel an. Von diesen Spielen hatten wir zu viele und mir ist auch nicht klar, wie der viel beschworene Hebel ausgerechnet jetzt umgelegt werden soll.

COLOGNE, GERMANY - MARCH 18: Vincent Koziello of 1.FC Koeln and Julian Brandt #10 of Bayer Leverkusen during the Bundesliga match between 1. FC Koeln and Bayer 04 Leverkusen at RheinEnergieStadion on March 18, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Moritz: Mir ist die Grundstimmung ein wenig zu negativ. Und das faktenbasiert! Ich gebe zu, nach Stuttgart hatte selbst der unverbesserliche effzeh-Optimist in mir den Glauben fast aufgegeben. Aber jetzt ist alles drin! Wolfsburg und Mainz wollen unbedingt runter, die sind in einem richtigen Abwärtsstrudel, wie wir in der Hinrunde. Und wir spielen gegen beide und sind den Druck siegen zu müssen mittlerweile gewohnt! Ich glaube sogar wieder an Platz 15: Es ist möglich! Klar, mit ein paar Wenns, aber Leute, denkt an meine Worte: Wir steigen nicht ab!

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Severin: Wir verstehen uns, Moritz! Ich sehe auch das Team zu stark, um dort unten zu versanden. Seit der Rückkehr der ganzen Verletzten, seit den Transfers von Koziello (mon dieu, was für ein Kicker!) und Terodde, seit der veränderten Herangehensweise spielen wir gefühlt wie ein Tabellenachter oder -neunter, nicht wie ein Abstiegskandidat. Und gerade das sollte Hoffnung genug sein, in sieben Spielen noch zehn Punkte einzufahren. Das dürfte reichen fürs große Wunder!

Aber mir ist das Gebilde namens 1. FC Köln immer noch zu fragil. Denk an Bremen, denk an Stuttgart, denk an die erste Halbzeit in Leipzig. Das Team hat Nehmerqualitäten, keine Frage – aber es fängt sich auch zu oft richtige Schwinger, die das nötig machen.

Thomas: Ich bewundere deinen Optimismus, Severin, ganz ehrlich. Aber mir ist das Gebilde namens 1. FC Köln im Abstiegskampf immer noch zu fragil. Denk an Bremen, denk an Stuttgart, denk an die erste Halbzeit in Leipzig. Das Team hat Nehmerqualitäten, keine Frage – aber es fängt sich auch zu oft richtige Schwinger, die das nötig machen. Und es scheint sehr abhängig von Leo Bittencourt zu sein, der die Mannschaft echt nochmals auf ein anderes Niveau hievt. Da müssen wir viele Kerzen anzünden, dass der Kerl im Saisonendspurt fit bleibt. Dann sehe ich uns sogar gar nicht so chancenlos.

Arne: Viele Worte, wenig Substanz: Wie so oft bei uns entscheidet sich die Stimmungslage auf dem Platz. Samstag, 15.30 Uhr in Hoffenheim, das zählt. Danach werden wir mehr wissen – und vielleicht unsere Meinung schon ändern müssen.

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