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Vorspiel

Prominenz statt Provinz

Der Rekordmeister kommt nach Müngersdorf – und geht als haushoher Favorit in die Partie. Schafft der effzeh eine Überraschung?

Foto: Dirk Unschuld
Foto: Dirk Unschuld

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Die englische Woche gibt es dem effzeh auf die sprichwörtliche feine Art: Erst das Derby gegen den Rivalen (nicht ganz) vom Niederrhein, das uns alle elektrisierte. Danach ging es nach Hannover in den wohl schönsten Gästeblock der Liga, der allerdings beschallt wurde wie der Autoscooter auf der Dorfkirmes (siehe hierzu: „Das Unglück der Zukunft“, sektiontwitter.de). Jetzt also zum Abschluss die Münchner Bayern, das Feinkostprogramm der Bundesliga. Rekordmeister, amtierender Titelträger, Dauergast im Rennen um den Champions-League-Titel.

Alaba und nicht Achenbach, Westfalenstadion statt Waldundwiesenarena und beste Fußballzeit in der Beletage statt unnötig früher Anstoßzeiten im Unterhaus. Schlicht und ergreifend: Prominenz statt Provinz. Und ehrlich: Davon haben wir doch in den letzten Jahren geträumt. Vor den Spielen gegen Regensburg oder Ingolstadt. Auf den Auswärtsreisen nach Aue oder Aalen. Endlich wieder die Stars zu Gast haben, sich mit den Besten messen und zeigen, dass auch Köln so schlecht nicht kicken kann. Es ist soweit: Hallo große Bundesliga-Bühne, jetzt sind wir so richtig zurück!

Ausgangslage

Die Krise ist am Geißbockheim angekommen. Erstes Gegentor, erste Niederlage, seit fünf Trilliaden Minuten kein eigenes Tor mehr erzielt. Alles Quatsch? Alles Quatsch. Weiterhin steht der effzeh sehr gut da, auch die unglückliche Niederlage in Hannover schmälert die bislang positiv stimmenden Auftritte der Stöger-Schützlinge nicht. Daran dürfte auch die (einkalkulierte) Pleite gegen die Bayern nichts ändern. Eins darf jetzt schon gesagt werden: Kein Team spielt gerne gegen den effzeh, das Team ist äußerst unangenehm zu bespielen.

Die Gäste aus der bayerischen Landeshauptstadt sind dagegen trotz stockendem Saisonstart (zwei Remis!!!!!einself) endlich dort angekommen, wo sie dem Selbstverständnis nach hingehören und sie auch jeder erwartet hat: Durch das 4:0 über den Aufsteiger SC Paderborn ist das Team von Trainer Pep Guardiola wieder an der Tabellenspitze angekommen. Dass das auch so bleibt, ist allerdings nicht sicher: Noch läuft es beim amtierenden Meister aufgrund vieler Verletzter nicht vollends rund.

Foto: Dirk Unschuld

Foto: Dirk Unschuld

Personelle Lage

Der Kader, der Peter Stöger unter der Woche zur Verfügung steht, ist weiterhin an Bord. Kleinere Wehwehchen sind zwar da, hindern unsere rot-weißen Götter aber nicht am Duell gegen den Rekordmeister. Fehlen werden die Langzeitverletzten, bei denen Kazuki Nagasawa offenbar ins Mannschaftstraining zurückgekehrt ist. „Tsubasa“ dürfte also bald unsere Offensivabteilung wieder verstärken, das Bayern-Spiel kommt aber sicherlich zu früh.

Die Bayern kommen arg gebeutelt nach Köln: Weltmeister Bastian Schweinsteiger fehlt ebenso verletzt wie Franck Ribery, Javi Martinez, Thiago und Holger Badstuber.  Ob Pep Guardiola angesichts der kommenden Champions-League-Aufgabe in Moskau einige Leistungsträger schonen wird, ist nicht bekannt. Wie immer darf die Aufstellung des FCB mit Spannung erwartet werden. Vielleicht kommt es ja sogar zum Wiedersehen mit dem ehemaligen Kölner Toptalent Mitchell Weiser…

Für ’ne Moment

Zur Pause war der effzeh Anfang Februar 2011 bereits erledigt: Mario Gomez und Hamit Altintop hatten in bajuwarischer Tradition eiskalt den Außenseiter für seine Fehler bestraft. Um ein Haar wäre es noch schlimmer gekommen, hätten die Bayern einen Elfmeter kurz vor dem Halbzeitpfiff noch bekommen. Was danach kam, wird vielen effzeh-Fans immer noch unerklärlich bleiben: Christian Eichner schickt seinen Namensvetter mit Nachnamen Clemens auf die Reise, dieser blieb im Duell gegen Thomas Kraft eiskalt. Doch damit nicht genug: Sieben Minuten köpfte Milivoje Novakovic nach einer Billardkombination im Münchner Strafraum zum 2:2 ein. Der Slowene hatte noch nicht genug: Eine Viertelstunde vor Schluss erhöhte er auf 3:2 und ließ das Müngersdorfer Stadion endgültig erbeben.

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Schiedsrichter

Knut Kircher wird die Partie leiten. Für den 45-Jährigen ist es ein kleines Jubiläum: Zum 25. Mal pfeift der Rottenburger ein effzeh-Spiel. Zuletzt war der Unparteiische Ende März bei einem Match der Geißböcke am Start, als er das 1:0 des effzeh bei 1860 München leitete. In der Bundesliga ist die Bilanz unserer rot-weißen Götter unter Kircher nicht berauschend: Erst ein Spiel (1:0 gegen Dortmund, 2004/05) konnte der effzeh im Fußball-Oberhaus gewinnen, wenn der Maschinenbauingenieur an der Pfeife war.

Prognostizierte Aufstellungen

effzeh: Horn – Brecko, Maroh, Wimmer, Hector – Vogt, M. Lehmann – Risse, Osako, D. Halfar – Ujah

Bayern München: Neuer – Rafinha, J. Boateng, Dante, Juan Bernat – Lahm, Xabi Alonso – Robben, T. Müller, M. Götze – Lewandowski

Aussicht

Als kompletter Außenseiter ist der effzeh in dieser Saison noch in kein Spiel gegangen. Die Elf von Peter Stöger wird nichts zu verlieren haben. Gibt es ein 0:3 oder 0:4, ist es das zwar befürchtete, aber keinesfalls schlimme Standardergebnis als Aufsteiger gegen den Rekordmeister. Wird es besser, kann das alles schon als Achtungserfolg verbucht werden. Springt am Ende sogar etwas Zählbares heraus, darf gejubelt werden.

Interessant wird sein, wie sich gerade die Jungen in unseren Defensivreihen gegen die Topstars der Liga schlagen werden. Horn, Wimmer und Konsorten dürften erstmals gegen absolute Weltklassespieler antreten müssen. Auch bei allen anderen Spielern ist die Spannung sicher sehr groß. Also: Geht’s raus und spuits Fußball!

Stimmen aus der Redaktion

Gero: „Doofes, langweiliges Spiel. Ohne jede Torchance auf beiden Seiten. Ich befürchte ein 0:0 der schlimmsten Art.

Lukas: „Der effzeh spielt sehr sehr ausgeglichen diese Saison. So auch gegen die Bayern, die Bayern! Am Ende steht ein 1-0 Heimsieg. Ick freu mir drauf.

Rolf: „Der effzeh wird aus seiner bekannten Grundordnung operieren, könnte mir vorstellen das Olkowski wieder als zusätzliche defensivere Variante beginnen wird, über hohe Laufbereitscvhaft werden die Räume für die Bayern eng gemacht und wenn das Passspiel und insbesondere die Passverarbeitung im Umschaltspiel besser wird, könnte es für ein 2:1 reichen.“

Patrick: „Der Effzeh wird gut spielen. Ob es für Punkte reichen wird, ist unerheblich. Die holen wir zur Not später.

Thorsten: „Die Bayern ärgern. Eigentlich ein Nebenkriegsschauplatz. Big Points sind andere Spiele. Also zurücklehnen und genießen.“

Rüdiger: „Der FC wird 0:0 spielen und das wäre nichtmals eine Sensation. Es wird schön und Pep verliebt sich in Köln! … Vielleicht macht aber auch Gerhardt den Brosinski..ach, ich weiss es doch auch nicht!“

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