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Geißbockheim

Nordisch by nature

Ein junger Däne, der auszog, um in Italien zu spielen und letztlich beim glorreichen effzeh landete: Frederik Hillesborg Sørensen im effzeh.com-Porträt.

Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images
Foto: https://instagram.com/frederiksorensen4/

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Ein junger Däne, der auszog, um in Italien zu spielen und letztlich beim glorreichen effzeh landete: Frederik Hillesborg Sørensen im effzeh.com-Porträt.

Frederik Hillesborg Sørensen

Geburtstag: 14. April 1992 (23 Jahre)

Größe: 1,93m

Nationalität: Dänisch

Position: Innenverteidigung

Starker Fuß: rechts

Bisherige Vereine: Roskilde KFUM (2001–2003), Himmelev–Veddelev BK (2003–2004), FC Roskilde (2004–2007), Lyngby BK (2007–2010), Juventus Turin (2010-2012), FC Bologna (2012-2014), Juventus Turin (2014), Hellas Verona (2014-2015)

Wenn viele Sportfans den Spitznamen „Ice Man“ hören, denken Sie an Björn Borg, den schwedischen Tennisstar, der elf Grand-Slam-Titel holte. An Dennis Bergkamp, die niederländische Fußball-Ikone, der uns so hinreißende Tore wie bei der WM 1998 gegen Argentinien schenkte. Oder an Kimi Räikkönen, den finnischen Formel-1-Piloten in Diensten Ferraris. In Köln aber, da hängt an dieser Bezeichnung nun ein „Reserviert“-Schild. Dass das so ist, haben wir der Verpflichtung von Frederik Hillesborg Sørensen zu verdanken. Der 23-jährige Däne, der vom italienischen Champions-League-Finalisten Juventus Turin an den Rhein wechselt, bekam schon früh in seiner Profilaufbahn diesen Spitznamen verpasst.

Eine Karriere, die die Sonnenseiten des Profifußballs ebenso widerspiegelt wie seine Schatten. Der Stern des 1,93 Meter großen Abwehrhünen, der in Roskilde aufwuchs und über einige Stationen 2007 zu Lyngby BK stieß, ging im Eiltempo auf: 2010 absolvierte Sørensen, damals Junioren-Nationalspieler Dänemarks, einige Probeeinheiten beim italienischen Renommierklub Juventus Turin – und schien Eindruck hinterlassen zu haben. Juve sicherte sich die Dienste des schlaksigen Blondschopfs, zunächst zwar nur auf Leihbasis, aber mit einer Kaufoption, die ihrer Bezeichnung bei 130.000 Euro nicht würdig war. „Dieser Transfer ist perfekt für Frederik. Er bekommt die Chance, sein Talent auf höchstem Niveau bei einem der größten Klubs Europas unter Beweis zu stellen. Er wird das Profileben in einem großen Verein kennenlernen. Aus meiner Sicht hat er das Zeug dazu, bei Juventus zu überzeugen“, zeigte sich Lyngbys Trainer Christian Nielsen von dem frühen Wechsel ins Ausland überzeugt.

„Es hat seinen Grund, warum du hier bist“

Auch für Juventus sollte es sich als guter Deal erweisen. Denn Sørensens Stunde schlug schneller als erwartet. Nach einigen Partien in Juves U19 verhalf das große Verletzungspech der Turiner dem Dänen zu einem Kaderplatz – und sogar noch mehr: Beim 3:1-Erfolg gegen den FC Cesena debütierte der damals 18-Jährige für die große „Alte Dame“ direkt in der Startelf und überzeugte nicht nur die als scharfzüngig bekannten Kritiker in der Serie A, sondern auch seinen Coach Luigi Delneri. Seine Leistung in der zweiten Halbzeit sei beeindruckend gewesen, hieß es nach Abpfiff, Sørensen sei bereits jetzt ein großartiger Spieler. Welch ein Debüt, welch ein Aufstieg. Ein Traum für den jungen Dänen, der seine Mitspieler wie Giorgio Chiellini, Fabio Grosso und Juve-Legende Alessandro del Piero vorher nur von der Playstation kannte, wie er nach seinem Wechsel betonte.

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Ein von Frederik Sørensen (@frederiksorensen4) gepostetes Foto am

Doch gerade Routinier del Piero war es, der auf Jungspund Sørensen beruhigend einwirkte. „An was ich mich erinnere? Del Pieros Worte: Es hat seinen Grund, warum du hier bist“, erzählte der Abwehrmann nach seinem Debüt. Am Ende der Saison hatte der Rechtsfuß 17 Einsätze in der Serie A auf dem Buckel, verteidigte innen wie außen in der Viererkette und durfte sich gegen Stars wie Zlatan Ibrahimovic oder Samuel Eto’o beweisen. Kaum verwunderlich, dass die „Alte Dame“ die Kaufoption für den Dänen zog: 130.000 Euro dürften für ein solches Talent ein echtes Schnäppchen gewesen sein. Die Saison endete für Juventus allerdings nicht so erfreulich: Platz sieben in der Endabrechnung war für den Spitzenklub zu wenig – Delneri musste seinen Hut nehmen und Sørensen verlor seinen großen Förderer in Turin.

Durchwachsene Zeit in Bologna

Nach einer Hinserie ohne Serie-A-Einsatz zog der Däne im Winter weiter: Der FC Bologna sicherte sich für 2,5 Millionen Euro 50 Prozent der Transferrechte. Zur Erinnerung: Inklusive der Leihgebühr hatte Juventus nur 150.000 Euro nach Lyngby überwiesen. Der Durchbruch sollte dem schlaksigen Innenverteidiger allerdings zunächst verwehrt bleiben. Bolognas Trainer Stefano Pioli setzte in seiner Dreierkette eher auf erfahrenere Kräfte und ließ Sørensen in der Rückrunde nur einmal von Beginn an spielen. Das Heimspiel gegen Palermo ging zwar 1:3 verloren, doch der Däne konnte immerhin seinen ersten Serie-A-Treffer erzielen. Zwar erneuerte Bologna die Vereinbarung mit Juventus noch für zwei weitere Spielzeiten, doch die Zeit in der Emilia Romagna blieb für ihn eine durchwachsene.

Foto: https://instagram.com/frederiksorensen4/

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2012/13 spielte sich Sørensen erst im Verlauf der Saison in die Stammelf, doch unumstritten war der Däne nie. Das galt auch für die darauf folgende Saison, an dessen Ende der der FC Bologna den bitteren Gang in die Serie B antreten musste. Juventus schlug zu und kaufte die Hälfte der Transferrechte wieder zurück – allerdings nur, um Sørensen schnellstmöglich loszuwerden. Leeds United bekundete Interesse, doch ein Transfer scheiterte kurz vor der Unterschrift. Eine Leihe zu Hellas Verona war nun angesagt, doch richtig glücklich wurde der Däne auch dort nicht: Nach gutem Saisonstart stoppte ihn eine Knieverletzung, danach war der Stammplatz beim Ex-Klub von Hans-Peter Briegel weg. Es schien, als wäre der Stern, der einst bei Juventus so unvermittelt aufging, schneller verglüht als erwartet.

Mehr Klassik als Rock’n’Roll

Nun der Neuanfang in Köln: Für geschätzte 2,5 Millionen Euro eiste der effzeh den Dänen in Turin los. Und erhält einen Innenverteidiger, dessen Karriere zwar stockt, doch dessen Talent weiterhin unbestritten ist. „Frederik ist körperlich stark, gut im Kopfballspiel. Für die Bundesliga ist er ein guter Junge“, betont Dänemarks Nationaltrainer Morten Olsen, dessen Vergangenheit als Spieler und Trainer beim effzeh hinlänglich bekannt ist, gegenüber der „Bild“-Zeitung. „Es war für viele überraschend, dass Frederik Dänemark sehr früh nach Italien verlassen hat, aber das war sehr gut für seine Entwicklung. Die Serie A ist für Abwehrspieler die beste Schule. Er hat in Dreier- als auch Viererketten gespielt, manchmal sogar auch als rechter Verteidiger“, so Olsen.

Foto: https://instagram.com/frederiksorensen4/

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Dass Sørensen schon früh mit einem Wechsel nach Deutschland liebäugelte, passt da perfekt ins Bild: „Ich wollte schon immer in der Premier League oder der Bundesliga spielen“, so der mittlerweile 23-Jährige, der als kompromissloser Innenverteidiger gilt. Stark in der Luft, entschlossen im Zweikampf – im Spielaufbau soll allerdings dem Vernehmen nach durchaus Luft nach oben sein. Dennoch: Sørensen ist ein Abwehrspieler, der keine Spirenzchen macht – klar, durchdacht und ruhig in seinen Aktionen. Der kühle Blonde aus Roskilde (bekannt für eines der größten europäischen Rock-Festivals) ist mehr Klassik als Rock’n’Roll. Aufregend ist anders, aber genau so könnte er perfekt ins effzeh-System passen.

Am Geißbockheim tritt Sørensen nun in die Fußstapfen von Morten Olsen, der als Abwehrchef in den achtziger Jahren trotz fortgeschrittenem Alter äußerst großen Eindruck hinterließ. Neben dem aktuellen dänischen Nationaltrainer trugen noch sieben weitere Dänen das effzeh-Trikot. Den Anfang machte in der Saison 1965/1966 Ole Sørensen (nicht verwandt und verschwägert mit Frederik), danach folgten noch Preben Elkjær Larsen (1976 bis 1978), Flemming Povlsen (1987 bis 1989), Jann Jensen (1988 bis 1992), Henrik Andersen (1990 bis 1998), Kim Christofte (1992 bis 1994), Bjarne Goldbæk (1994 bis 1996) und Peter Madsen (2005 bis 2007).

effzeh.com wünscht Frederik Sørensen sehr, dass sein Stern in Köln wieder aufgeht und dass er in unseren Erinnerungen später eher als Olsen denn als Madsen gesehen wird.

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