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Kurz & Knapp

Neuer Präsident des 1. FC Köln: Das sagt Werner Wolf nach der Mitgliederversammlung

Der neue Präsident des 1. FC Köln hat nach der Wahl der Presse Rede und Antwort gestanden. Das denkt Werner Wolf über das Ergebnis, die beiden ehemaligen Vizepräsidenten und die Stimmung in der Halle.

Foto: effzeh.com

Werner Wolf, Jürgen Sieger und Eckhard Sauren sind der neue Vorstand des 1. FC Köln. Mit 78,2 Prozent der Stimmen bekam das Trio trotz wenig Harmonie im Vorlauf viel Rückendeckung der Kölner Mitglieder. Die Amtszeit von Toni Schumacher und Markus Ritterbach als Vizepräsidenten ist somit beendet, Stefan Müller-Römer kehrt nach seiner Zeit als Interimsvorstand in den Mitgliederrat zurück. Nach der Wahl beantwortete der frisch gewählte Präsident einige Fragen. Das sagt Werner Wolf über…

… das Ergebnis von 78 Prozent Ja-Stimmen: „Wir sind sehr zufrieden, das ist mehr als wir erwartet hatten. Sie haben ja die Stimmung in der Halle mitbekommen. Jetzt liegt eine große Aufgabe vor uns, nämlich wieder beide Parteien an einen Tisch zu holen und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie gehört und mitgenommen werden.“

… die Stimmung in der Arena: „Die Stimmung war, wie ich es immer erlebt habe seit über 20 Jahren, hoch emotional. Das zeichnet uns aus, das ist schön, das muss man aushalten können. Da ist manchmal Druck auf dem Kessel, der muss raus, und es gibt eine Vielfalt von unterschiedlichen Meinungen, was bei der Anzahl an Mitgliedern, die heute da waren, auch nicht anders zu erwarten war. Anspannung war da. Dass man versucht zu deuten, in welche Richtung entwickelt sich das jetzt, ist klar – das kommt zum Lampenfieber dann dazu. Aber am Ende warn wir zuversichtlich, dass wir die Menschen hier im Saal auf unsere Seite bekommen könnnen und dass es ein klares Votum gibt.“

… den Umgang mit den 22 Prozent Nein-Stimmen: „Wir haben uns verschiedene Aktivitäten vorgenommen, wir wollen so etwas wie regelmäßige „Townhall-Meetings“ machen und wir müssen in die Fanclubs rein – wie es in der Vergangenheit auch gemacht worden ist. Unsere Erfahrung nach 25 Fanclub-Besuchen ist positiv. Ich fand das sehr anregend und am Ende haben wir immer das Feedback bekommen: Besser als erwartet, wenn man euch vor sich sitzen hat, dann kommt ihr sympathisch und kompetent rüber. Ich glaube, du kannst solche Sachen wie wir sie heute erlebt haben, nur im Dialog lösen – und den Dialog müssen wir heute beginnen.“

Foto: effzeh.com

… den Umgang mit Schumacher und Ritterbach: „Markus ist der erste, der mir gratuliert hat. Wir hatten immer ein gutes Verhältnis und werden auch weiterhin ein gutes Verhältnis haben. Wenn sich der Staub gesetzt hat, dann werden wir den Dialog fortsetzen – das war immer mein Ziel. Das weiß auch Herr Schumacher, dass ich dialogbereit bin, dass die Hand ausgestreckt ist – und ich gehe davon aus, dass uns das gelingt.“

… Zweifel während der Versammlung: „Es gab mehrere Phasen, in denen ich nicht richtig einschätzen konnte, wie viele Menschen stecken jetzt hinter so einem Votum, aber das muss man aushalten können. Das ist nichts wildes. Mit fast 80 Prozent kann man gut leben. Wir haben um ein klares Votum gebeten, wir haben es bekommen. Ich glaube, dass es besonders nach Außen wichtig ist, bei den vielen Projekten, dass die, mit denen wir reden, wissen da kommen drei Menschen, die einen hohen Rückhalt haben. Denn wenn es uns gelingt, die fast 110.000 Mitglieder hinter unseren Projekten zu vereinen, dann werden wir Berge versetzen. Und wir müssen hier in Köln ein paar Berge versetzen.“

… erste Aktionen im Amt: „Das Erste, was wir machen werden, ist am Dienstag eine Mitarbeiterversammlung, denn das sind die Wichtigsten für uns, denen müssen wir uns vorstellen. In so einer Übergangsphase gibt es immer Ängste, die müssen wir ihnen nehmen und sie motivieren, dass sie weiterhin so hoch motiviert arbeiten. Da wird viel mehr geleistet, als man sich vorstellen kann.“

… die Rolle von Erich Rutemöller: „Er ist einer von zwei Beratern des Vorstands in sportlicher Hinsicht. Wir wollten ein Team, das sich gut versteht und das sich ergänzt. Das war ein bisschen Arbeit, auch Überzeugungsarbeit, aber es freut mich umso mehr, dass es uns gelungen ist, dass er seine Karriere nun in Köln zu Ende bringt, wo er sie auch begonnen hat. Wir hatten mit ihm mehrere Gespräche und wer ihn kennt, weiß, dass er nicht sofort hüpft, sondern dass man ihn überzeugen muss – das ist uns gelungen. Wir sind froh darüber.“

… sein Lampenfieber: „Bei mir ist es immmer gleich: Im Vorfeld, auch in den Tagen vorher, bin ich relativ nervös, wenn ich ans Pult gehe, dann ist die Nervosität weg.“

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… die Einbindung von bekannten Gesichtern wie Lukas Podolski oder Thomas Häßler: „Das ist der Vorteil, wenn man so einen fähigen Kollegen wie Jürgen Sieger hat. Der hat einen Programm für die ersten 100 Tage geschrieben, 20 Seiten eng bedruckt – das werden wir nun abarbeiten. Und wie ich ihn kenne, wird er mir morgens immer etwas rüberschicken und fragen, ob ich das oder das schon gemacht habe. Spaß beiseite: Das gibt es wirklich schon. Aber die Frage war, wann wir anfangen mit den Menschen zu reden: So bald wie möglich, sobald wir eine Vorstellung haben, wo wir hinwollen. Lukas (Podolski, Anm. d. Red.) weiß, dass die Türen offen stehen und er sich nur melden muss, sein Manager ist informiert. So bald er einen klaren Blick hat, was seine nächsten Karriereschritte sind, werden wir in den Dialog kommen – das gilt auch für alle anderen.“

… nochmal zum Verhältnis zu Schumacher und Ritterbach: „Da bleibt nichts hängen, nein. Ich glaube, es ist die Aufgabe eines neuen Präsidiums, großzügig an die Sache ranzugehen und zu sagen: das ist Schnee von gestern. Du darfst da nicht empfindlich sein. Versetzen Sie sich mal in die Menschen rein: Das sind Gefühle, die durchaus nachvollziehbar sind und ihnen deswegen gram zu sein, weil sie diese Gefühle zeigen, fände ich nicht okay. Denn wir müssen in der Lage sein, und sind das auch, zu sagen: Wir drücken auf einen Knopf, wir fangen neu an und geben jedem die Hand.“

… über eine mögliche Nachwirkung bei Schumacher: „Das Thema treibt ihn unglaublich um. Der hat häufig in seinem Leben schwere Niederlagen erlebt und ist immer wieder aufgestanden – und das war noch nicht einmal eine schwere Niederlage jetzt. Sondern, ich glaube, er hat ein bisschen damit gerechnet – und er wird wieder aufstehen. Das schätze ich an ihm. Unsere Beziehung war immer eine gute, ich gehe davon aus, dass sie das auch weiterhin sein wird.“

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