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Kurz & Knapp

Mitgliederrat hat entschieden: Stefan Müller-Römer rückt in Vorstand des 1. FC Köln auf

Nach dem Rücktritt von Werner Spinner musste der Mitgliederrat ein neues Vorstandsmitglied benennen: Die Wahl fiel auf den Vorsitzenden des Gremiums, Stefan Müller-Römer.

Foto: Sebastian Bahr

Am vergangenen Mittwoch erklärte Werner Spinner nach turbulenten Tagen am Geißbockheim seinen Rücktritt als Präsident des 1. FC Köln. Die Satzung des Traditionsclub war auf diesen Fall vorbereitet: Nach dem Rücktritt eines Vorstandsmitglieds lag es am Mitgliederrat, einen Interims-Vorstand für die Zeit bis zur nächsten Wahl zu nominieren. In Frage kamen dabei alle Angehörigen des Gremiums, das 2012 eingeführt wurde, um die Arbeit der Verantwortlichen zu überwachen und die Interessen der Mitglieder des Clubs zu vertreten.

Am Montagabend hat das Gremium nun seine Entscheidung getroffen: Stefan Müller-Römer, bisheriger Vorsitzender des Mitgliederats, wird in das Präsidium aufrücken. Das hat der Mitgliederrat einstimmig entschieden, teilte der 1. FC Köln mit. Den Posten des Juristen im Mitgliedergremium erbt der bisherige Stellvertreter Carsten Wettich, der ehemalige Hürther Bürgermeister Walther Boecker übernimmt wiederum die Aufgaben des stellvertrenden Vorsitzenden.

Müller-Römer: Keine Kandidatur im Herbst

Stefan Müller-Römer stellt klar, dass er die Vorstandsaufgabe ausschließlich für die Übergangszeit bis zur kommenden ordentlichen Mitgliederversammlung Anfang September übernehmen werde, auf der turnusgemäß ein neues Vorstandsteam gewählt wird: „Ich werde bei der Neuwahl des Vorstands im Herbst nicht für den Vorstand kandidieren, weder als Präsident, noch als Vizepräsident.“ Zur aktuellen Lage sagt er: „An allererster Stelle steht jetzt, den Aufstieg zu realisieren und den Verein gemeinsam mit den beiden Vizepräsidenten Markus Ritterbach und Toni Schumacher wieder in ruhigere Fahrwasser zu lenken. Daran werde ich mit meiner ganzen Kraft mitarbeiten.“

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Der 50-Jährige engagiert sich bereits seit Jahren beim 1. FC Köln und galt mit seiner Mitgliederinitiative „FC-Reloaded“ in der Endphase der Präsidentschaft Wolfgang Overaths als schärfster Kritiker des ehemaligen Präsidenten. Nach dem Rücktritt Overaths war Müller-Römer dann maßgeblich an der Ausarbeitung der aktuellen Satzung des Vereins beteiligt – und somit auch an der Erschaffung des Mitgliederrats, dessen Vorsitz er nach seiner Wiederwahl bei der Mitgliederversammlung 2018 erneut inne hatte. Müller-Römers Verhältnis zum amtierenden Vorstand gilt als schwierig. Wiederholt hatte der nunmehrige Interimsvorstand das Verhalten von Werner Spinner, Toni Schumacher und Markus Ritterbach in der Vergangenheit kritisiert.

Stefan Müller-Römer | Foto: Sebastian Bahr

Stefan Müller-Römer | Foto: Sebastian Bahr

Auch in der Beziehung zur Kölner Geschäftsführung knirschte es gelegentlich: Noch vor der letzten Mitgliederversammlung beschwerte Armin Veh sich über die „Vollamateure“ im Mitgliederrat. „Der mit dem Doppelnamen“ sei unerträglich polterte Veh und komplettierte damit die Versuche von Vorstand und Geschäftsführung, eine Wiederwahl Müller-Römers in den Mitgliederrat zu verhindern. Ohne Erfolg: Nicht nur Müller-Römer, sondern gleich eine ganze Reihe ähnlich kritischer Mitglieder wurden in das Gremium gewählt.

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Darüber welche Rolle der Nachrücker aus dem Mitgliederrat innerhalb des Vorstands einnehmen wird, besteht derweil weiterhin rechtliche Unklarheit. „Das ist nicht so wichtig und muss meines Erachtens auch nicht entschieden werden“, sagt das neue Vorstandsmitglied dazu. „Ich werde den beiden Vorstandskollegen vorschlagen, dass wir diese Frage ausklammern und einfach kollegial zusammenarbeiten. Wichtig ist jetzt der Verein, nicht irgendwelche Titel oder Eitelkeiten.“

Die neuen Kollegen gratulierten Müller-Römer zur Wahl: „Herzlichen Glückwunsch und zugleich ein Dankeschön an Stefan Müller-Römer, Carsten Wettich und Walther Boecker, die sich in neuer Rolle für den FC einsetzen“, hieß es von Toni Schumacher und Markus Ritterbach. „Wir danken Werner Spinner für seinen Einsatz als Präsident in unserem Vorstandsteam seit 2012. Jetzt setzen wir auf eine konstruktive Zusammenarbeit sowohl im Vorstand als auch im Gemeinsamen Ausschuss im Sinne des 1. FC Köln.“ Armin Veh reagierte unterdessen später am Abend bei „RTL Nitro“ auf die Nominierung Müller-Römers. „Wir werden zusammenarbeiten, wenn er jetzt bestellt ist“,  hieß es in der Sendung „100 % Bundesliga – Fußball bei NITRO“ vom Kölner Geschäftsführer. „Dann setzen wir uns zusammen und arbeiten zusammen, so gut es möglich ist.“

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