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Nachspiel

Lockerer Aufgalopp nahe der Heimat

Kult trifft Tradition – und Patrick Helmes trifft den Pfosten. Der effzeh gewinnt den Testkick gegen den Bezirksligisten SV Weiden mit 8:1 (5:0).

© effzeh.com
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Amateure gegen Profis. Automechaniker gegen Berufskicker. Fans gegen Idole. Bei solchen Konstellationen handelt es sich entweder um Erstrundenpartien im DFB-Pokal oder aber – wie in diesem Fall – um Testspiele an verregneten Donnerstagabenden im Leichtathletikstadion der Deutschen Sporthochschule Köln.

Hier nämlich empfing der SV Weiden die Profis des 1. FC Köln zum selbst ernannten Duell „Kult trifft Tradition“. Die gewöhnungsbedürftige Vereinshymne des SV Weiden an dieser Stelle als kultig zu bezeichnen, würde doch etwas zu weit führen – allerdings darf man in Sachen effzeh natürlich immer von Tradition sprechen.

Zur Weidener Tradition gehört derweil ein gewisser Toni „Doppelpack“ Polster, der Ende der 90er Jahre Präsident des damaligen Kreisligisten war und gemeinsam mit der Jugendabteilung des SV im Februar 1998 auf der Tribüne des Münchener Olympiastadions einen überraschenden 2:0-Auswärtssieg des effzeh bei den Bayern bejubeln durfte. Den Beweis gibt’s hier und hier. (Man beachte, wie Polster das Kind beim Treffer zum 2:0 zur Seite drängt, um in Ruhe jubeln zu können. Um aber nicht gänzlich vom Thema abzuschweifen: Am Donnerstagabend saß Polster nicht auf der Tribüne.)

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Im Schatten der heimischen Müngersdorfer Arena ließ Peter Stöger Patrick Helmes und Anthony Ujah mal wieder als Doppelspitze agieren. Zudem durften Adam Matuschyk, der die Kapitänsbinde trug, Kevin McKenna, Mato Jajalo, Thomas Bröker und Ersatzkeeper Thomas Kessler im Nieselregen Spielpraxis sammeln. Auf der linken Abwehrseite verteidigte U-19 Spieler André Wallenborn. Adil Chihi, der zuletzt über Magenbeschwerden geklagt hatte, stand dagegen nicht im Kader.

Bereits in der fünften Spielminute machte Patrick Helmes dann erstmals Bekanntschaft mit dem Torpfosten, als er einen Freistoß aus kurzer Distanz an ebendiesen beförderte. Vier Minuten später stand erneut der linke Torpfosten im Weg, ehe Helmes den Ball im Anschluss nach Pass von Ujah doch noch zur Führung im Weidener Tor unterbrachte.

Nach knapp zwanzig Minuten vollendete Helmes seinen Pfosten-Hattrick, sehr zur Freude des guten Weidener Keepers, der erst ein paar Minuten später die nächsten Gegentreffer durch Mato Jajalo hinnehmen musste. Der Kroate hatte zweimal trocken abgezogen und sich ebenso spielfreudig gezeigt, wie Captain Matuschyk, der viele gute Ideen hatte und das Tor zum 4:0 erzielte. Den Schlusspunkt im ersten Durchgang setzte Ujah.

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Das Positivste der ersten Halbzeit aus Weidener Sicht waren: Ein Beinschuss gegen Kevin Mc Kenna, zahlreiche tolle Paraden des Schlussmannes sowie die treuen Spielerfrauen, die ihre persönlichen Idole immer wieder mit diesem wirklich herzzerreißenden Schlachtgesang unterstützten: „Auf dem grünen Rasen kämpfen uns’re Hasen. Auf geht’s SV Weiden, schieß ein Tor!“

Nach der Pause stellte der effzeh taktisch um und agierte – defensiv nicht gefordert – von nun an mit einer Dreierabwehrkette. Doch für das erste Highlight des zweiten Spielabschnitts sorgten die Gastgeber: In der 54. Spielminute schlug die große Stunde des David „Bulette“ Bulenda. Nach einem Freistoß köpfte der Weidener Stürmer den Ball am eingewechselten Marcel Schuhen vorbei zum 1:5 ins Netz.

Nach dem Spiel gab sich der mit Sprechchören gefeierte Lokalheld am Stadionmikrofon dann erfrischend zurückhaltend: „Wenn der FC noch Interesse hat – ich stehe bereit.“ Und in der Tat hätte der effzeh ab der 68. Spielminute Verstärkung gebrauchen können. Bei einem Zweikampf im Mittelfeld bekam Thomas Bröker einen Schlag gegen die Schläfe und musste den Platz verlassen. Der effzeh beendete das Spiel zu zehnt, legte aber noch Tore von Ujah (2) und Peszko nach.

Fazit: Donnerstagabend, 19 Uhr, Flutlicht, Regen, Kälte, 1.200 Zuschauer. Es gibt bestimmt schönere Trainingseinheiten für Berufsfußballer. Aber so können sich die Jungs immerhin schonmal dran gewöhnen, wie sich Europapokalabende in Island, Weißrussland, oder Moldawien anfühlen. Und für die Weidener war das Spiel einfach ein tolles Erlebnis. Ebenso werden sich dann die Gäste aus Island, Weißrussland oder Moldawien fühlen, wenn sie Donnerstagabends nach Köln kommen. Eines Tages wird’s geschehen…

1. FC Köln: Kessler (46. Schuhen), Bruno Nascimento, Maroh (46. Halfar), Mc Kenna, Wallenborn (55. Hector), Matuschyk, Risse (46. Peszko), Jajalo, Bröker, Helmes (55. Lehmann), Ujah.

Tore: 1:0 Helmes (9.), 2:0, 3:0 Jajalo (21./28.), 4:0 Matuschyk (30.), 5:0, 6:1, 8:1 Ujah (40./57./81.), 5:1 Bulenda (54.), 7:1 Peszko (59.).

Zuschauer: 1.200

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