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Der nächste Akt im Kampf gegen den Abstieg: In Hamburg erwartet den 1. FC Köln das nächste Endspiel, dieses Mal gegen den Tabellensiebzehnten aus dem Norden. Wir blicken voraus auf das wichtigste Spiel der Saison.

Für den 1. FC Köln geht es am Samstag im Abstiegsgipfel gegen den Hamburger SV darum, dass der Abstand zum rettenden Ufer weiter verkürzt und die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben gehalten wird. Im Fußball wird der Begriff des „Sechs-Punkte-Spiels“ häufig dann verwendet, wenn zwei Mannschaften aufeinander treffen, die in derselben Tabellenregion liegen. Zwar gibt es auch in solch einem Duell nur drei Punkte für den Sieger, jedoch profitiert ein Team davon, dass die gegnerische Mannschaft leer ausgeht. Genau eine solche Situation ist am Samstag der Fall: Aktuell trennen den effzeh sechs Punkte vom Hamburger SV. Mit einem Sieg würde die Mannschaft von Trainer Stefan Ruthenbeck dem HSV auf drei Punkte auf die Pelle rücken. Die Hamburger hingegen könnten den Vorsprung auf neun Zähler ausbauen und sich etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen. Passender könnte der Begriff des Sechs-Punkte-Spiel also nicht sein.

Für den 1. FC Köln geht es am Samstagabend darum, die neue Hoffnung, die nach den zwei Heimsiegen herrscht, am Leben zu halten – der Schwung aus dem Last-Minute-Sieg im Derby muss mitgenommen werden. Sowohl bei den Spielern als auch bei den Fans ist spätestens seit dem Terodde-Treffer eine andere Stimmung zu spüren. Es werden wieder offensivere Aussagen im Abstiegskampf getätigt. Passend dazu äußerte sich auch Stefan Ruthenbeck unter der Woche: „Wir waren schon abgestiegen. Totgesagt. Nichtskönner. Aber jetzt hat der HSV den Druck. Die sehen auch, was sich in Köln gerade entwickelt.“ Viele, nicht nur Ruthenbeck, sehen den Druck nun sogar eher beim HSV. Der Bundesliga-Dino steckt nämlich auch in dieser Saison wieder im Abstiegskampf, obwohl die Spielzeit so gut begann. Nach dem 3:1-Sieg im Hinspiel waren die Hamburger mit sechs Punkten sogar für eine Nacht Tabellenführer.

Endspiel in Hamburg – auch für Gisdol?

Doch seit mittlerweile fast zwei Monaten wartet die Mannschaft von Trainer Markus Gisdo mittlerweile auf einen Sieg und ist auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht. Entsprechend wackelt auch der Trainerstuhl des 48-Jährigen. Hamburger Medien spekulieren bereits, dass er bei einer Niederlage entlassen wird – dies ist allerdings für den 1. FC Köln nur eine Randerscheinung, denn ein Sieg wird dringend benötigt. Dabei helfen soll aus Kölner Sicht am Samstag bereits die Neuverpflichtung Vincent Koziello. Der quirlige Mittelfeldspieler soll dann und in den nächsten Wochen dazu beitragen, dass sich der effzeh mehr Chancen herausspielt. Genau daran scheiterte es auch im Hinspiel im August: Trotz rund 40 Minuten Überzahl schaffte es der effzeh nicht, die numerische Überlegenheit in Chancen umzumünzen.

Foto: Lukas Schulze/Bongarts/Getty Images

Was jedoch Hoffnung gibt: Der Derbysieg sei „sehr emotional“ gewesen und eine „Belohnung“ – jedoch wisse man auch, dass das Spiel genauso in die andere Richtung hätte gehen können. „Wir werden das richtig für uns einstufen“, betonte Ruthenbeck auf der Pressekonferenz am Donnerstag. „Trotzdem haben wir erst neun Punkte und müssen weiter punkten – das ist Fakt. Deswegen ist die Ausgangssituation keine andere als gegen Gladbach.“

Lehmann wieder im Kader – Maroh und Cordoba noch nicht

Zum Gegner aus Hamburg sagte er: „Ich will mich mehr mit uns beschäftigen als mit dem Gegner. Das heißt mit unserer Idee, das Endspiel zu spielen, ein bisschen was zu riskieren – aber natürlich schauen wir uns auch die Analyse von Hamburg an. Ob jemand in der Krise ist oder nicht, interessiert mich nicht – wir wissen, wo sie ihre Qualitäten haben und wo wir unsere Qualitäten haben. Wir müssen Dinge verbessern, um dort zu bestehen.“ Personell sieht es beim 1. FC Köln dabei wieder ganz gut aus: „Matthias Lehmann wird definitiv eine Option sein, für Maroh und Cordoba kommt das Spiel zu früh. Da wollen wir erst noch ein paar Wochen abwarten und dann werden sie wieder normal eingeführt – momentan ist es aber zu früh. Salih Özcan hat einen leichten Bluterguss, den wird er rauslaufen. Da wäre ich überrascht, wenn da noch was kommen würde.“

Das Hinspiel gegen Hamburg war für viele der Anfang der Krise. Die knappe Derby-Niederlage zuvor war kein Beinbruch, doch dann in Überzahl gegen Hamburg zu verlieren, enttäuschte viele Kölner Fans. Am Samstag gilt es nun für die Truppe von Stefan Ruthenbeck, sich für die Hinspiel-Niederlage zu revanchieren und weitere Punkte im Kampf gegen den Abstieg zu sammeln. Es wäre endgültig ein Zeichen an den Rest der Liga, dass der Verein noch lebt und die Mannschaft alles für den Klassenerhalt gibt. Endlich gäbe es wieder Kontakt zum rettenden Ufer. Allerdings muss auch beachtet werden, dass die Vorzeichen bei einer Niederlage genau andersrum wären. Der Derby-Sieg wäre tabellarisch gelinde gesagt nichts mehr wert und die Hoffnung würde im Keim ersticken. Entsprechend kann man wohl vom bislang wichtigsten Spiel der Saison sprechen – dementsprechend wird der effzeh von 4.000 Fans begleitet.

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