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Geißbockheim

Der neue Rechtsverteidiger des 1. FC Köln: Kingsley Ehizibue ist ein Mann für die zweite Chance

Beim 1. FC Köln soll Kingsley Ehizibue die Vakanz auf der Rechtsverteidigerposition beheben. Dass der junge Niederländer überhaupt den Weg zu den „Geißböcken“ fand, hat auch mit seinem Glauben zu tun.

Kingsley Ehizibue
Screenshot: twitter.com/fckoeln

Körperlich nicht stark genug sei er gewesen, also arbeitete der junge Kingsley an seiner Konstitution. Ein Jahr später war er zurück – und überzeugte die Verantwortlichen in drei Trainingseinheiten von seinen Qualitäten. Überglücklich sei er angesichts der Nachricht gewesen und nutzt seine zweite Chance bei seinem Heimatclub. Durch die Jugendmannschaften marschiert er schnurstracks in die erste Mannschaft bei PEC Zwolle, im Oktober 2014 feiert er beim Pokalspiel gegen Hardenberg sein Debüt. Die Fans honorieren den Einsatz des Eigengewächses und besingen sogar seinen Namen. Auch in der Eredivisie und der Qualifikationsrunde zur Europa League, die in den Niederlanden im Anschluss an die Saison folgt, darf Ehizibue sein Können präsentieren. Der Durchbruch ist geschafft, der schnelle Außenverteidiger ist von nun an fester Bestandteil der Profimannschaft.

Warmer Empfang für Ehizibue beim 1. FC Köln

Beliebt bei Mitspielern und Fans gilt Ehizibue als jemand, der sein Herz am rechten Fleck trägt. Aus seinen Ambitionen machte er allerdings trotz aller Vereinsliebe keinen Hehl: „Wie jeder Spieler bin ich ehrgeizig und sollte ein schöner Verein passen, werde ich gehen“, sagte er gegen Ende der Saison. „Mein Ziel sind die Top 3 in den Niederlanden oder ein großer Club im Ausland. Welcher Verein auch immer kommt, ich muss ein gutes Gefühl dabei haben“, so Ehizibue, der sich letztlich für den 1. FC Köln entschied. „Ich hatte schon das Gefühl, dass ich zu einem Verein wie dem PEC Zwolle, nur größer, wechseln würde, wenn es mit Köln klappt. Das wurde am Freitag erneut bestätigt. Durch die Wärme, mit der ich empfangen wurde, fühlte ich mich sofort wohl. Es ist ein großer Familienclub. Bei den Heimspielen sind 50.000 Menschen auf der Tribüne. Alles in allem war das Gefühl gerade richtig. Ich fühlte den Frieden in mir und konnte sofort ich selbst in diesem Club sein.“

„Der 1. FC Köln ist ein großer Familienclub. Durch die Wärme, mit der ich empfangen wurde, fühlte ich mich sofort wohl.“

Das Gefühl: Es scheint für den niederländischen Neuzugang von enormer Bedeutung zu sein. Wie auch Glaube und Fußball – zwei Dinge, die Kingsley Ehizibue neben seiner Familie über alle Maßen schätzt. Als kleines Kind ging Ehizibue jede Woche mit seinen Eltern in die Kirche, doch aufgrund des vollen Zeitplans als Fußballer ist das nicht mehr möglich. Nach eigener Auskunft verbringt er aber jeden Tag etwa eine Stunde mit seinem Glauben. Der Verteidiger hat auch eine App für die Bibel, die er regelmäßig nutzt. Er lacht: „Manchmal muss ich auf meinem Handy wählen: Instagram oder die Bibel. Natürlich bin ich auch in den sozialen Medien, aber ich möchte auch meinem Glauben etwas Zeit einräumen. Das gibt mir Halt und macht mich stark“, so der Außenverteidiger, der sich abseits dessen komplett auf seinen Sport fokussiert.

https://twitter.com/fckoeln/status/1134852111567654917

„Ich stehe mit einem Fußball auf – und ich schlafe mit einem Fußball wieder ein. Es ist mein Job, aber gleichzeitig auch meine große Freude. Du musst hart arbeiten und manchmal ist es mental nicht schön, aber ich finde immer Spaß daran. Das ist das Schöne am Fußball: Ich kann meine Gedanken zur Seite schieben, alles beiseite lassen und einfach spielen“, erklärt Ehizibue, dessen Motto „Mach, was du willst, aber mach es mit einem Lächeln“ lautet. Auf den neuen Club freut er sich genauso wie auf die neue Liga. „Es wird eine andere Geschichte sein. Aber so wie ich Fußball mag, mag ich auch Herausforderungen. Ich habe Vertrauen in Gott und weiß daher, was ich kann“, scheut sich Ehizibue nicht vor Duellen mit Gegnern wie Marco Reus oder Namensvetter Kingsley Coman. „Ich weiß, dass ich es solchen Leuten sehr schwer machen kann, solange ich weiter hart arbeite. Zumindest fühle ich mich dazu bereit. Ich werde hier antreten und hoffe das auch zeigen zu können.“

Ehizibue: „Dieses Lächeln ist für mich so wertvoll“

Dass das nicht allzu weit von seiner ursprünglichen Heimat stattfindet, macht nicht nur Kingsley Ehizibue froh. „Ich werde die Angestellten, Teamkollegen und Fans vermissen. Das ist normal, ich habe fast mein ganzes Leben für diesen Verein gespielt. Köln ist aber auch eine schöne Stadt“, weiß der Neuzugang bereits zu berichten. Außerdem: In zwei Stunden könne er mit dem Auto in Zwolle sein. „Wenn ich ein paar Tage frei habe, fahre ich in meine Stadt. Für meine Eltern ist das auch schön. Sie bleiben in der Nähe. Das Lächeln meiner Mutter, als es perfekt war, fand ich die schönste Reaktion. Dass deine Eltern dich stolz ansehen, wenn du unterschreibst. Dieses Lächeln ist für mich so wertvoll“, schildert Ehizibue. Ein Lächeln zum Einstand: Das hat der Niederländer bei seinem neuen Verein nicht nur seinen Eltern beschert. Nur Thomas Kessler und Marco Höger – das Duo muss nun richtig grübeln.

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