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Vorspiel

Heimspiel gegen Holstein Kiel: Mit voller Kapelle in den Endspurt

Bühne frei für den Saisonendspurt! Nach ungewöhnlich langer Pause läutet der 1. FC Köln gegen Holstein Kiel richtungsweisende Wochen ein. Dabei muss Markus Anfang einige harte Entscheidungen treffen.

Foto: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Die Frühlingsmonate März und April gelten nicht unbedingt als die Zeit, in der das runde Leder in deutschen Stadien ruht. Vielmehr werden gerade hier wichtige Weichen gestellt, um die Tabellenposition in Richtung Saisonende zu zementieren. Dementsprechend ungewöhnlich ist es also, dass man als Fan des Ersten Fußballclubs Köln Mitten im März geschlagene drei Wochen warten musste, um die eigene Mannschaft wieder am Ball zu sehen. Doch der Spielausfall in Duisburg sowie die unsägliche Länderspielpause sorgten für eine besonders lange effzehfreie Zeit sowie eine intensive Vorbereitung auf den Saisonendspurt für die Mannschaft.

Genau diesen läutet der 1. FC Köln am 27. Spieltag durch das Heimspiel gegen Holstein Kiel ein. Es ist das erste von vier richtungsweisenden Duellen in den nächsten zweieinhalb Wochen, nach denen bei optimaler Ausbeute der Aufstieg schon so gut wie feststehen könnte. Diese Tatsache sowie die offensichtliche Kieler Vergangenheit des Trainerstabs und dessen beiden Lieblingsspielern machen das Spiel am Sonntag zu einem ganz besonderen für die Elf von Markus Anfang.

Welche Version zeigt der 1. FC Köln?

Dabei will der effzeh selbstverständlich seinen über die Tage fast schon in Vergessenheit geratenen Lauf von vier Siegen am Stück mit einem Torverhältnis von 11:3 fortsetzen. Unabhängig vom Ausgang wird besonders spannend zu sehen sein, welche Version der Anfang-Elf zu sehen sein wird. Ist es die Bielefeld-Version, die mit strukturiertem Ballbesitzfußball und schön herausgespielten Treffern einer formstarken Mannschaft keine Chance lässt, oder ist es die vorherigen Sandhause-Aue-Ingolstadt-Edition des kühl-nüchternen Spitzenteams, das sich ästhetisch unschön zu drei Punkten mausert? Das Fan-Herz schreit natürlich nach Ersterem.

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Beim Hinspiel im hohen Norden hatte sich der effzeh lange Zeit mit der zweiten Variante gezeigt und die Störche nach dem Führungstreffer von Simon Terodde lange Zeit kontrolliert, ohne wirklich zu beeindrucken, ehe ein folgenschwerer Abstimmungsfehler zwischen Timo Horn und Jorge Mere den Nordlichtern den unverhofften Ausgleich ermöglichte. Derartige individuelle Fehler hat Abwehrchef Mere zwar mittlerweile abgestellt, das gesamte Team neigt aber noch immer zu gelegentlichen Aussetzern, welche die Kieler, die mit der drittstärksten Offensive der Liga (51 Tore) anreisen, sicherlich besser ausnutzen werden, als es die letzten Gegner der Geißböcke getan haben.

Kölns Kranke kehren zurück

Hinspiel-Torschütze Simon Terodde hat die drei Wochen Pause genutzt, um sich von einer Mandelentzündung zu erholen und steht, wenn auch noch nicht bei 100 Prozent, für das Spiel zur Verfügung, weswegen Anfang wohl wieder vor der Wahl steht, ob er den leicht angeschlagenen Top-Torjäger der 2. Bundesliga aufstellt oder lieber auf Rückkehrer Anthony Modeste setzt, der sich im Bezug auf seinen Wettkampfrhythmus wohl am wenigsten über die lange Pause gefreut hat und bei der 3:5-Testspielniederlage gegen Paderborn nicht überzeugen konnte.

Foto: Juergen Schwarz/Bongarts/Getty Images

Neben Terodde stehen auch die Ex-Kieler Rafael Czichos und Dominick Drexler nach längerer Krankheitspause zur Verfügung, Louis Schaub dürfte zudem mittlerweile endgültig für 90 Minuten bereit sein, weswegen Anfang auf alle Leistungsträger zurückgreifen kann. Angesichts der eher dürftigen Vorstellung vieler Reservisten bei der angesprochenen Niederlage im Test gegen den Angstgegner aus Ostwestfalen ist dies eindeutig eine sehr positive Nachricht.

Qual der Wahl für Markus Anfang

Angesichts des ohne Verletzte sehr üppigen Kaders steht Anfang somit wieder an einigen Stellen vor der Qual der Wahl. Neben der angesprochenen Stürmerfrage geht es auch darum, Louis Schaub gewinnbringend zu integrieren. Während in der Dreierkette der Platz neben Czichos und Mere noch vakant ist und wohl von Sobiech oder Schmitz besetzt wird, herrscht gerade im Mittelfeld ein Überangebot, weswegen Winter-Neuzugang Kainz eventuell auf der Bank Platz nehmen muss.

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Derartige Luxusprobleme bestehen auf der Gegenseite nicht. Mit dem kommenden Kölner Kingsley Schindler (Sprunggelenk, mittlerweile wieder im Training) und David Kinsombi (Schienbeinbruch) fehlen zwei der wichtigsten Spieler langfristig, was die zuletzt schwankenden Leistung der auch im Jahr eins nach Anfang überraschend starken Störche erklärt, die aus den letzten sechs Spielen zwei Siege, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen holten. Will Kiel noch Chancen auf den dritten Platz haben, muss in Köln mindestens ein Punkt her.

Ansage vor richtungsweisendem Duell

In Müngersdorf kommt es also zu einem für beide Seiten richtungsweisenden Duell. Aus diesem Grund machte Anfang auch die klare Ansage: „Wir haben nur noch neun Spiele. Der April kann sehr wichtig für uns werden. Wir können diesen Monat viel gewinnen. Ich bin überzeugt, dass die Jungs das unbedingt wollen und wir das auch hinbekommen.“ Am Sonntag besteht nun die Chance nach der quälend langen Pause, diesen Worten auch wieder Taten auf dem Rasen folgen zu lassen.

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