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Bezüglich der Verpflichtung von Markus Anfang herrscht grundsätzlich Einigkeit beim 1. FC Köln, der Ablauf des Deals sorgt laut effzeh.com-Informationen intern allerdings erneut für einigen Wirbel.

Darüber, dass mit Markus Anfang ein hochtalentierter und in der Branche sehr begehrter Erfolgstrainer (>>> hier das ausführliche Portrait lesen) verpflichtet wurde, sind sich beim 1. FC Köln alle einig. Der gebürtige Kölner führte Holstein Kiel in die 2. Bundesliga und kämpft nun mit der Mannschaft sogar um den Aufstieg ins Oberhaus – ein beeindruckender Durchmarsch, der in Köln Hoffnungen auf einen schnellen Wiederaufstieg nach dem drohenden sechsten Abstieg der Vereinsgeschichte weckt. Mit Anfang soll der Betriebsunfall möglichst abgefedert und die sofortige Rückkehr in die Bundesliga angegangen werden. Es ist ein logischer Schritt, der beim Kölner Traditionsclub wohl bereits im Winter vorbereitet wurde. Wenn man schon absteigt, holt man wenigstens den Trainer der Stunde in die Domstadt – kein schlechter Ansatz.

Und auch der Zeitpunkt, wenngleich für Holstein Kiel nicht optimal, ist aus Kölner Sicht gut: So mancher Spieler, der jetzt vielleicht noch nicht weiß, ob er bleiben oder gehen möchte, weiß nun immerhin, wer ihn in der kommenden Saison an der Seitenlinie in Köln erwarten würde. Für Armin Veh sind die Verhandlungen somit einfacher: Er kann den Akteuren nun ein konkretes Bild malen, welches Personal und welche Spielphilosophie sie in Zukunft beim 1. FC Köln erwartet. Auch was Neuzugänge angeht, ist die frühzeitige Verpflichtung Anfangs gut: Der neue Trainer kann den bestehenden Kader analysieren und bereits erste Transferwünsche bei Veh anmelden, der versuchen wird, diese bis zum Saisonbeginn zu erfüllen.

Erneut interne Konflikte beim 1. FC Köln

Problematisch erscheint effzeh.com-Informationen zufolge aber mal wieder der interne Ablauf der Verpflichtung des neuen Trainers gewesen zu sein. So sollen Gremienmitglieder des zuständigen „Gemeinsamen Ausschusses“ erneut kaum bis gar nicht in den Prozess eingebunden worden sein, obwohl die Satzung des 1. FC Köln das anders vorsieht. In der Vergangenheit hatten Mitglieder des „Gemeinsamen Ausschusses“ bereits mehrfach moniert, dass Vorstand und Geschäftsführung immer nur unzureichende Informationen zu entscheidenden Inhalten herausrückten, gleichzeitig aber auf kurzfristige Zustimmung des Gremiums drängten.

SINSHEIM, GERMANY - MARCH 31: Manager Alexander Wehrle of Koeln is seen prior to the Bundesliga match between TSG 1899 Hoffenheim and 1. FC Koeln at Wirsol Rhein-Neckar-Arena on March 31, 2018 in Sinsheim, Germany. The match between Hoffenheim and Koeln ended 6-0. (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

So scheint es nun auch beim Anfang-Deal gelaufen zu sein. Erneut war die Presse vor dem Gremium über manche Einzelheiten informiert.* Erneut wurden die Mitglieder des „Gemeinsamen Ausschuss“ nur unzureichend von der geplanten Verpflichtung in Kenntnis gesetzt. Erneut kritisierten einzelne Mitglieder dieses Vorgehen. Erneut landeten mehr Informationen in der Presse als im Gremium und erneut sorgt das für erheblichen internen Zoff beim 1. FC Köln.

>>> Experteninterview zu Markus Anfang: „Köln ist der logische Schritt“

Dass die Kanzlei Seitz, die wiederum der Berater-Agentur „SportsTotal“ und ihrem Geschäftsführer Volker Struth und seinem Kompagnon Dirk Hebel sehr nahe steht, in den Deal involviert war, erfuhren die Gremienmitglieder beispielsweise aus „Express“ und „Kölner Stadt-Anzeiger“. Einzelne Mitglieder verweigerten daher laut Informationen unserer Redaktion ihre Zustimmung zum Anfang-Vertrag. Der 1. FC Köln wollte sich zu den Vorgängen auf effzeh.com-Anfrage nicht äußern.

Mangelhafte Kommunikation mit den Gremien

Von den Qualitäten Anfangs sind zwar alle Beteiligten beim 1. FC Köln überzeugt. Von der Politik von Vorstand und Geschäftsführung allerdings nicht. Dass Gremienmitglieder Details zum Deal offenbar aus der Presse erfahren müssen, die intern nur lückenhaft oder gar nicht kommuniziert wurden, unterstreicht die nach wie vor mangelhafte Kommunikation von Vorstand und Geschäftsführung. Es scheint weiterhin mehr als nur sportliche Gründe zu geben, warum der 1. FC Köln dem sechsten Abstieg entgegen geht.

*Der 1. FC Köln möchte mittlerweile betont haben, dass die Presse nicht aktiv von ihm vor den Gremien in Kenntnis gesetzt wurde, was die Verpflichtung von Markus Anfang an sich betrifft. Wir kommen diesem Wunsch gerne nach und haben den markierten Satz daher präzisiert. 

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5 Kommentare

  1. Ich war eben auf der Homepage des FC und habe mir mal angesehen, welche Gremien Personen in den Gemeinsamen Ausschuss entsenden: der Vorstand, der Mitgliederbeirat, der Beirat und der Aufsichtsrat. Wenn man alle Personen zusammenzählt, die diesen fünf Gremien angehört, dann handelt es sich um geschätzt ca. 50(!) Leute. Das heißt, wenn der FC einen neuen Trainer einstellt, dass dann 50 Menschen dazu ihren Senf dazugeben sollen, sonst gibt es Knies. Das kann doch wohl nicht wahr sein! Auf solch einer Basis kann doch kein Profifußball-Klub funktionieren! Personalentscheidungen müssen seriös, das heißt auch intern und vertraunlich angebahnt und abgewickelt werden. Jeder Spieler, Trainer, Geschäftsführer wäre ja irre, sich bei seiner Verpflichtung einem Zerlaberung durch 50 Personen zu unterziehen.

    Im Rahmen von „Spürbar anders“ hat der FC sich einer so genannten „Demokratisierung“ unterzogen. Ich bedauere das. Mir wäre wohler, wenn der FC stattdessen „Ganz normal“ wäre. Uli Hoeneß hat es einmal so ausgedrückt: „Bei uns kann nur jemand mitreden, der entweder Geld mitbringt oder etwas von Fußball versteht!“. So sollte es auch beim FC sein. Insbesondere der sich besonders wichtig tuende Mitgliederbeirat unter seinem Vorsitzenden ist sehr entbehrlich.

    • Das muss man glaube ich etwas differenzierter betrachten. Natürlich kann es nicht sein, dass 50 Personen über dieses Thema entscheiden. Im Artikel war aber lediglich vom Fluss von Informationen die Rede. Die 50 Personen sollen also über den nächsten wichtigen Schritt in der Vereinsentwicklung mindestens genauso gut informiert werden wie die Presse. Und die Entscheider sollen sich das anhören, was die Gremien zu sagen haben. Denn dafür sind sie da.

      Wohin blinde Sturheit und frei drehende Entscheider führen (Schmadtke), das sieht man ja jetzt am Ende dieser Saison, die ein Freudenfest für den 1. FC Köln und seine Fans werden sollte und in Wirklichkein eine einzige Katastrophe darstellt.

    • 50 Personen?? am

      Im Gemeinsamen Ausschuss sitzen lediglich 7 Personen!
      Das sind die drei Vorstände – zwei Vertreter des Mitgliederrates und die Leiter von Aufsichtsrat und Beirat. Wer davon wieviel von Fußball versteht, sei mal dahin gestellt.
      Dieser Vorfall zeigt einmal mehr das mangelnde Demokratieverständnis seitens der Vereinsführung, was ich sehr bedauernswert finde.

    • fußballbegeistert am

      „Insbesondere der sich besonders wichtig tuende Mitgliederbeirat unter seinem Vorsitzenden ist sehr entbehrlich.“
      Bravo, dem kann ich mich nur anschliessen! M-R hat weder Geld das er einbringt, noch Sachverstand. Schlicjt unerträglich selbstverliebt und distanzlos (vgl. grenzüberschreitende Äusserungen in der Mitgliederversammlung der letzten Saison Overathd als Präsident).

      • Also „grenzüberschreitende“ Äußerungen habe ich von Herrn Müller-Römer noch nicht wahrgenommen und ich besuchte seit 1998 bisher jede MV. Ohne den persönlichen Einsatz von Herrn Müller-Römer wäre Herr Overath bestimmt im Amt geblieben und in dieser Folge der Verein dann vermutlich in die Insolvenz gegangen. Das Tischtuch zwischen Vorstand und MR ist scheint auch erst zerschnitten worden zu sein, als der Vorstand plötzlich bezahlt werden wollte und MR dieses Anliegen erstmal unter den vereinsrechtlichen und steuerrechtlichen Vorgaben hat prüfen lassen. Dies scheinen die Herren bis heute nicht verziehen zu haben. Vor allem das es „nur“ 100.000 EUR für Herrn Schumacher sind….zzgl. aller weiteren Privilegien. Die Dinge sind manchmal banal. Jedenfalls könnte man dies so annehmen.