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Vorspiel

Auswärts beim nächsten Marketing-Konstrukt: Wieder ein Bonusspiel für den 1. FC Köln

Nach Leverkusen ist vor Leipzig: Auf den 1. FC Köln wartet in Sachsen die nächste schwere Aufgabe. Allerdings vermittelt die Rückkehr von zwei Schlüsselspielern Zuversicht.

Foto: THILO SCHMUELGEN/POOL/AFP via Getty Images)

Nur wenige Tage nach der empfindlichen 0:4-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen geht es schon gegen das nächste Spitzenteam mit Marketing-Fokus weiter: Am Samstag reist der 1. FC Köln nach Leipzig, um sich dort mit dem Team von Julian Nagelsmann zu messen. Dabei müssen die „Geißböcke“ aufpassen, dass sie aus der Englischen Woche nicht zu viele Tiefschläge mitnehmen, denn das Aufeinandertreffen mit den Leverkusenern zeigte auf, dass eine Mannschaft wie der FC gegen ein formstarkes Spitzenteam wenig ausrichten kann. „Der nächste Top-Gegner wartet mit Leipzig. Dort müssen wir eine andere Leistung an den Tag legen“, forderte Kölns Keeper Timo Horn am Mittwochabend.

Eine andere Leistung, das braucht es mit Sicherheit: Aber die Frage ist, ob eine bessere Leistung schon ausreicht, um gegen Leipzig punkten zu können. Ähnlich wie Leverkusen gehört der Retortenklub aus Sachsen zu den formstärksten Teams der Liga, mit 27 Punkten ist er derzeit gleichauf mit dem FC Bayern und damit der ärgste Verfolger von Spitzenreiter Leverkusen. Zuletzt gelangen zwei unspektakuläre Zu-Null-Siege bei der TSG Hoffenheim und zuhause gegen Werder Bremen, Anfang Dezember ergatterte Leipzig beim turbulenten 3:3 gar einen Punkt in München. In der Bundesliga setzte es mit dem 0:1 gegen Borussia Mönchengladbach am sechsten Spieltag bis dato nur eine Niederlage.

Das Spiel gegen den FC ist für Leipzig eher eine Pflichtaufgabe

Die Abwehr um den starken Dayot Upamecano ist die beste der Liga mit lediglich neun Gegentreffern, die Offensive um Akteure wie Emil Forsberg, Dani Olmo und Christopher Nkunku verfügt ebenfalls über enorme Qualität. Dieses Vorspiel soll kein Loblied werden auf den Leipziger Weg, aber ähnlich wie in Leverkusen sind dort aus rein sportlicher Sicht in jüngster Vergangenheit mehr richtige als falsche Entscheidungen getroffen worden – dementsprechend folgerichtig steht Leipzig auch erneut im Champions-League-Achtelfinale.

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Ein Heimspiel gegen den 1. FC Köln wird für den Tabellendritten daher vielmehr zur Pflichtaufgabe, um weiter in den Top Drei bleiben zu können. Der FC hingegen fiel nach drei zuletzt ordentlichen Partien gegen Leverkusen mit voller Wucht auf den Boden der Tatsachen zurück – das 0:4 war die bis dato höchste Niederlage der Saison, weil die „Geißböcke“ vorher meistens auch gegen andere Topteams aus Mönchengladbach und München eher knapp verloren. Eine erneute deutliche Niederlage am Samstag könnte daher den jüngsten Aufschwung schon wieder zunichte machen, denn eigentlich wähnten sich die Verantwortlichen am Geißbockheim schon wieder auf dem Wege der Besserung.

Welche Veränderungen nimmt Gisdol vor?

Und weil in dieser Saison die Winterpause eigentlich nur die Weihnachtsfeiertage umfasst, geht es danach schon relativ schnell wieder mit vier Spielen gegen Mannschaften weiter, die für den FC eher auf Augenhöhe sind: Zum Auftakt eines hoffentlich besseren Jahres 2021 empfängt das Gisdol-Team den FC Augsburg, danach geht es nach Freiburg, dann wartet die Hertha zuhause, bevor zum Hinrundenabschluss ein Auswärtsspiel beim bemitleidenswerten FC Schalke 04 ansteht. Aus diesen vier Spielen würde der FC dann sechs bis neun Punkte brauchen, um einigermaßen im Schnitt von einem Punkt pro Spiel zu bleiben – wenn man davon ausgeht, dass das Spiel gegen Leipzig eher ein Bonusspiel ist.

COLOGNE, GERMANY - DECEMBER 05: Ondrej Duda of 1. FC Koln scores his team's second goal during the Bundesliga match between 1. FC Koeln and VfL Wolfsburg at RheinEnergieStadion on December 05, 2020 in Cologne, Germany. Football Stadiums around Germany remain empty due to the Coronavirus Pandemic as Government social distancing laws prohibit fans inside venues resulting in fixtures being played behind closed doors. (Photo by Lars Baron/Getty Images)

Foto: Lars Baron/Getty Images

Durch die hohe Belastung in der Englischen Woche könnte es daher beim FC durchaus zu personellen Veränderungen kommen: Mit der Rückkehr von Ondrej Duda bietet sich für Markus Gisdol eine Möglichkeit, in der Offensive vielleicht Jan Thielmann eine Pause zu geben. Der Slowake sei auf dem Weg, ein „unverzichtbarer Spieler zu werden“, betonte Gisdol. Nachdem Jonas Hector unter der Woche gegen Leverkusen bereits wieder mehr als 20 Minuten Spielpraxis sammeln konnte, ist er für das Auswärtsspiel in Sachsen auch eine ernsthafte Option für die Startelf. Horst Heldt bezeichnete Hectors Rückkehr gar als „das Erfreulichste an der Niederlage gegen Leverkusen.“

Ein Auswärtsspiel in Leipzig unter Corona-Bedingungen, zusätzlich noch während eines bundesweiten Lockdowns: Die Begeisterung für die Partie könnte größer sein, so viel ist sicher. Sicher ist auch, dass der FC schon einen ziemlich idealen Tag erwischen müsste, um etwas Zählbares aus Ostdeutschland mitzubringen.

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