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Interviews

Fanclub #SektionTwitter

© sektiontwitter.de

Bereits wenige Stunden nach ihrer Gründung hat der Fanclub #SektionTwitter dank eines Artikels im EXPRESS für Aufsehen gesorgt. Grund genug, dass wir uns etwas Zeit nehmen um mit den Köpfen hinter der Aktion zu sprechen. Hier also der Auftakt zu einer hoffentlich langen Serie mit Vorstellungen wichtiger und besonderer Fanclubs im Umfeld des effzeh.

Vorab sei für das Verständnis erklärt, dass es sich bei Twitter um einen Internetdienst handelt, bei dem man in 140 Zeichen die Welt wissen lassen kann, was einem durch den Kopf geht. Jeder „Follower“ bekommt diese Nachricht dann automatisch in seiner Timeline, so nennt sich der Lesebereich, angezeigt. Durch die Möglichkeit auf solche „Tweets“ zu antworten, kommt es regelmäßig zu Gesprächen untereinander, als würde man miteinander SMS schreiben, nur dass jeder, den es interessiert, die Unterhaltung verfolgen kann. Über sogenannte „Hashtags“, Begriffe vor denen das Raute-Symbol (#) steht, lassen sich Tweets zu bestimmten Themen sehr einfach suchen.

Der Fanclub #SektionTwitter entstand hauptsächlich über diese kurzen Nachrichten und die Menschen, die in diesen Unterhaltungen ihre gemeinsame Liebe zum besten Verein der Welt zum Ausdruck brachten.

 

effzeh.com: Hallo Saskia, Stefan und Peter, danke für die Möglichkeit etwas mehr über euch und den Fanclub #SektionTwitter zu erfahren. Zu Beginn lasst uns doch etwas über euch wissen, wer seid ihr, woher kommt ihr, was macht ihr?

Saskia: Tag, liebes effzeh.com-Team, ich komme gebürtig aus Wiesbaden, habe jedoch vor langer Zeit mein Herz an Köln verloren und lebe nun seit über 5 Jahren hier. Aktuell studiere ich noch Germanistik und Philosophie.

Stefan: Hallo, ich bin 29 Jahre, Verwaltungsfachangestellter und komme aus Eutin, zwischen Lübeck und Kiel in Schleswig Holstein. Ich trainiere in meiner Freizeit noch eine C-Jugend und bin Co-Trainer unserer 3. Herren. Wenn ich Zeit habe spiele ich dann auch selbst, wenn ich mich aufstelle.

Peter: Ich komme gebürtig aus Münster, habe dort in meiner Kindheit und Jugend tapfer die FC-Fahne hochgehalten und bin dann zum Studium nach Köln gezogen. Das Studium ist dann auch meine  Hauptbeschäftigung Abseits des Fußballs.

 

effzeh.com: Und euer Fanclub? Seit wann existiert ihr, wie viele seid ihr?

Stefan: Wir existieren seit dem 1.6.2012. Seit dem 18.6.2012 dürfen wir uns „offizieller Fanclub des 1.FC Köln“ nennen. Stand 2.7.2012 sind wir 47 Mitglieder in der #SektionTwitter.

 

effzeh.com: Habt ihr ein besonderes Ziel, das ihr gemeinsam als Fanclub verfolgt? Etwas, das euch von den anderen Gruppen unterscheiden soll?

Saskia: Zum einen sind wir, wie der Name schon sagt, natürlich alles aktive Twitterer und zum Großteil haben wir uns auch alle über dieses Medium kennengelernt. Außerdem bieten wir unseren Mitgliedern die Möglichkeit, ihre Gedanken rund um den #effzeh oder auch den Fußball allgemein auf unserer Homepage zu veröffentlichen.

Stefan: Ich denke wir unterscheiden uns ja schon dadurch zu anderen Fanclubs, das wir ein reiner Internetfanclub sind, von Leuten die sich eigentlich (mit Ausnahmen) vorher noch nie getroffen haben. Ich habe Saskia dieses Jahr in Köln persönlich kennengelernt, als wir uns beim Karneval mit 2 weiteren Mitgliedern in einer Kneipe die Niederlage vom #effzeh in Nürnberg angeschaut haben, war kein schöner Einstand. Also das Spiel jetzt. (lacht)

 

effzeh.com: Findet man euch auch regelmäßig im Stadion? Vielleicht an einem bestimmten Platz?

Peter: Ein Großteil von uns ist regelmäßig im Stadion und wir hoffen, dass zumindest ein paar von uns es auch zu jedem Auswärtsspiel schaffen. Es gibt allerdings (noch) keinen festen Platz für die ganze Gruppe, mich findet man aber bei Heimspielen in der Südkurve in S2.

Saskia: Für das gemeinsame Kölsch davor oder danach sollte sich jedoch immer mal Zeit finden. (lacht)

Stefan: Da ich nicht in Köln oder der nahen Umgebung wohne, sind Heimspiele eher rar. Ich fahre ohnehin viel lieber zu Auswärtsspielen, daher wird man mich wohl eher in einem Gästeblock antreffen als in Müngersdorf.

 

effzeh.com: Seid ihr auch offen für neue Mitglieder? Wenn ja, wie kann man Kontakt zu euch aufnehmen? Und muss man etwas Besonderes leisten können?

Peter: Jeder ist bei uns willkommen. Vorausgesetzt er bezahlt den Mitgliedsbeitrag rechtzeitig! (grinst)

Saskia: Zum einen möchten wir – wie vorher auch schon genannt – natürlich weiterhin ein Fanclub bleiben, der aus aktiven Twitterern besteht. Heißt, wenn jemand dort schon länger unterwegs ist, den Geißbock im Herzen trägt, darf er sich gerne bei uns melden. Der Mitgliedsbeitrag von 12 Euro wird für Dinge wie Zaunfahnen, Aufkleber u.ä. verwendet.

Stefan: Wir hatten, gerade nach unserem Artikel im Kölner Express, viele Anfragen von Leuten, die sich nur wegen uns bei Twitter angemeldet haben. Da mussten wir dann natürlich schon differenzieren, was geht und was nicht. Wir sind gespannt was da noch auf uns zukommt. Selbst Sat.1 hatte nach dem Artikel im Express angefragt einen Beitrag drehen zu dürfen, das haben wir dann aber doch abgelehnt.

 

effzeh.com: Warum lehnt man eine Interviewanfrage von Sat.1 ab?

Saskia: Na ja, beim Express konnte ich den fertig Artikel noch einmal begutachten. Beim Fernsehen hat man das Problem, dass man keine Kontrolle darüber hat, was am Ende ausgestrahlt wird. Da sind wir lieber auf Nummer sicher gegangen. (lacht)

 

effzeh.com: Was darf man in Zukunft noch von euch erwarten?

Stefan: Das fragen wir uns manchmal selbst. (lacht) Nein, wir sehen gerade die Entwicklung unseres Fanclubs mit freudigen Augen. Wir wachsen fast täglich und warten immer noch auf die Anmeldung der „ZDF-Twitter-Fee“ Jeannine Michaelsen. Zumindest Interesse hatte sie schon bekundet. (grinst) Wir haben bereits unsere eigene Zaunfahne hergestellt, in den nächsten Wochen wird dann der Internetauftritt in Angriff genommen. Wir sind noch so „frisch“, da kann nicht alles vom ersten Tag an klappen.

Peter: Außerdem hoffentlich viele gemeinsame Besuche der Heim- und Auswärtsspiele, tolle Berichte zu diesen auf unserer Homepage neben tiefgründigen Gedanken zu allem Anderen rund um den FC.

 

effzeh.com: Nach den Ereignissen der vergangenen Saison sollte die Frage danach erlaubt sein, wie ihr persönlich oder ihr als Gruppe zu den brisanten Themen steht, also zu Pyrotechnik im Stadion und die von den Medien beschworene Entwicklung hin zur Gewalt auf der Tribüne und unter den Fans.

Saskia: Wer meint, Gewalt ausüben zu müssen und sich dafür das Fandasein als Vorwand nimmt, hat meiner Meinung nach im Stadion – und auch sonst wo – nichts verloren. Und ich denke, dazu muss ich auch nicht mehr sagen, bzw. wurde darüber schon alles gesagt.

Was das Thema Pyrotechnik angeht, so muss ich ehrlich gestehen, dass auch mich das alles fasziniert und ich es schön anzusehen finden, solange es kontrolliert abgebrannt und nicht auf das Spielfeld geschmissen wird. Ich wurde mir jedoch in den Medien mal eine sachliche Diskussion zum Thema Pyrotechnik wünschen, mit Leuten, die sich auch wirklich damit auskennen und nicht irgendwelchen „Promis“, die sich sonst nur auf VIP-Tribünen herumtreiben.

Stefan: Ich erinnere mich an ein Länderspiel zwischen Deutschland und der Türkei in Berlin. Da wurde im türkischen Sektor massig Pyro abgefeuert. Der damalige Kommentator im ZDF sagte „Da ist die Begeisterung zu spüren.“ Heute heißt es, wenn so etwas beim #effzeh passiert: „Da sind sie wieder, die Chaoten.“ Die Medien vermitteln ein Bild von einer „gefährlichen Ultrabewegung“, welche es aus meiner Sicht nicht gibt. Hier werden Aktionen von einzelnen Personen auf eine ganze Gruppe geschoben und diese in ein schlechtes Bild gerückt.

Peter: Ich persönlich befürworte Pyrotechnik im Stadion, solange sie kontrolliert eingesetzt wird und keine Böller gezündet werden. Ein erhöhtes Gewaltpotential, gerade im Stadion, wie es die Medien gerne berichten, kann ich aber beim besten Willen nicht erkennen. Ich würde behaupten, dass es vor 20 Jahren deutlich gefährlicher war, ins Stadion zu gehen, als es das heute ist.

 

effzeh.com: Wie sieht eurer Meinung nach die Zukunft für Fans im deutschen Fußball aus? Bekommen wir italienische oder englische Verhältnisse? Bleibt alles, wie es ist?

Peter: Auch wenn der Boom, den Fußball mit der WM 2006 in Deutschland erfahren hat, langsam wieder abnimmt, wäre es wohl blauäugig anzunehmen, dass die Kommerzialisierung des Sports in den kommenden Jahren aufhören oder gar zurück gehen wird. Insgesamt denke ich, dass wir eher auf englische, als auf italienische Verhältnisse zusteuern. Also reine Sitzplatzstadien mit sehr teuren Karten und Vereine die sich nur noch durch Mäzen oder Konzerne im Rücken dauerhaft oben halten können.

Saskia: Gerade bezüglich der Pyrodebatte finde ich die „Stehplätze abschaffen“-Rufe unnötig. Ich denke nicht, dass sich dadurch etwas ändern wird. Jüngstes Beispiel dazu ist die EM, bei der auch gezündelt wurde. Dies ist eben kein „Problem“ der Stehplätze. Und hier zum Abschluss: Fußball muss bezahlbar sein!

Stefan: Eigentlich sehe ich Deutschland auf dem richtigen Weg. Wir haben die sichersten Stadien in Europa. Das Polizeikonzept geht fast bei jedem Spiel auf. Ein paar Risikospiele wird es immer geben. Aber man sollte auf keinen Fall auf ein Stadion mit reinen Sitzplätzen zurückgreifen. Immerhin ist der Besuch in einem Stadion doch immer noch ein Event. Die 22 Mann auf dem Feld sorgen für das Spiel, die Leute im Stehplatzbereich sorgen für die Stimmung. Heim wie auswärts. Finger weg von den Stehplätzen.

 

effzeh.com: Zurück zum effzeh: wie bewertet ihr die Umstrukturierung des Kaders? Wen werdet ihr am meisten vermissen, bei welchem Spieler freut ihr euch am meisten, ihn diese Saison auf dem Platz zu sehen?

Saskia: Natürlich werde ich Lukas vermissen, aber ich denke, es ist der richtige Weg. Und auch Rensing. Er tut mir fast am meisten Leid. Aber ich denke, was der #effzeh da gerade macht, ist genau der richtige Weg. Ich freue mich auf so einige Spieler: Ishak, Buchtmann, Roshi, „Pritsche“, Horn und ich bin eben auch gespannt, wie sich die ganzen jungen Spieler einbringen können. Ich freue mich auf jeden Fall auf die „jungen Wilden“.

Stefan: Als der Verein das Konzept mit der Umstrukturierung der 1. Mannschaft vorgestellt hat, war ich hellauf begeistert. Endlich hatte mal ein Vorstand die Eier dazu einen klaren Schnitt zu ziehen. Der Verein hat viel zu lange immer wieder alte und satte Spieler in den Reihen gehabt, die mit ihrem divenhaften Verhalten das Mannschaftsklima gestört haben. Nun haben wir einen Trainer, den ich persönlich eigentlich schon vor Solbakken im Köln haben wollte und eine junge Truppe. Gespannt bin ich in der Saison auf Mikael Ishak und Matze Lehmann. Letzterer wird ja wohl DER Führungsspieler in der Mannschaft sein. Aber auch ein junger Kevin Wimmer weckt mein Interesse. Eigentlich bin ich auf jeden gespannt. Man kennt sie ja fast nicht

Peter: Ich hätte mir gewünscht, dass die schon lange notwendige Umstrukturierung in der 1. Liga passiert wäre, aber nun muss es unter erschwerten Bedingungen in der Zweiten passieren. Dennoch bin ich heute, rund zwei Monate nach dem Abstieg, wieder ganz guter Dinge. Wirklich vermissen werde ich wohl niemanden, dafür hat der Kader in der vergangenen Saison insgesamt zu sehr enttäuscht. Um Rensing ist es schade, Podolski hat im Herzen der Kölner Fans natürlich auch immer noch einen besonderen Platz. Aber vielleicht schaffen Clemens, Yabo oder Przybylko es ja, seine Nachfolge anzutreten.

 

effzeh.com: Was erwartet uns eurer Meinung nach in der kommenden Saison? Aufstieg? Stagnation? Schlimmeres?

Saskia: Ich würde mich freuen, wenn wir den Aufstieg schaffen, fände es aber auch nicht schlimm, wenn es nächstes Jahr noch nichts wird. Ich glaube, aus dem Team kann was werden, aber das braucht eben Zeit. Ich hoffe nur, dass endlich mal ein wenig Ruhe einkehrt, aber da scheint der #effzeh auch gerade auf dem richtigen Weg zu sein. Zumindest kommt es so rüber.

Stefan: Ehrlich gesagt erwarte ich gar nichts. Es wurde schon bei der Vorstellung von Stani und seinem Team gesagt, dass es keinen Zwang gibt aufzusteigen. Klar träumt man davon so schnell wie möglich wieder Fußball zu „normalen“ Uhrzeiten schauen zu können. Ich denke wir werden eine hungrige junge Mannschaft erleben, der man auch mal verzeihen muss, wenn sie dann vielleicht bei einer 3:0 Niederlage in Aue mal Lehrgeld bezahlen muss. Aber wir sind ja #effzeh Fans, was kann uns bitte noch schocken?

Peter: Zwischen Aufstieg und unterem Mittelfeld ist beim FC diese Saison wohl alles drin. Ich hoffe man schafft es endlich mal, die Ruhe zu bewahren, auch wenn nicht alles sofort nach Plan verläuft. Ich denke der Verein ist langfristig wieder auf einem guten Weg.

 

effzeh.com: Vielen Dank für eure Zeit, wenn ihr abschließend noch etwas zu sagen hast, vielleicht Grüße an die Oma, dann bitte jetzt.

Saskia: Danke Papa, dass ich kein Fohlen geworden bin! (lacht)

Stefan: Wer wissen möchte, wie ich als Nordlicht zum FC kam, kann gerne hier nachlesen.
Sonst wünsche ich Euch für effzeh.com alles Gute und viel Erfolg!

Peter: Come on effzeh und folgt mir alle bei Twitter, verdammt. (lacht)

 

Erreichen kann man die #SektionTwitter auf ihrer Homepage  www.sektiontwitter.de sowie auf facebook.
Twitter: SaskiaStefanPeter#SektionTwitter

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