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Interviews

„Es gibt unter den Kollegen einige Effzeh-Fans“

Wir nutzten die Länderspielpause, um kurz mit Wolff Christoph Fuss über seinen Lieblingsverein zu reden und wie er die Zukunft mit Schmadtke und Stöger einschätzt.

Foto-Credits: Official Facebook Page Wolff Fuss

Am 17. März 2014 erschien sein erstes Buch „Diese verrückten 90 Minuten“. In der WM Pause bildete er neue Sky-Kommentatoren aus und jetzt, in der Länderspielpause, sprach effzeh.com  kurz mit einem der beliebtesten Fußball-Kommentatoren Deutschlands. Als effzeh-Sympathisant outete sich Wolff.Christoph Fuss schon vor längerer Zeit. Wir versuchten der Sache etwas tiefer auf den Grund zu gehen.

effzeh.com : Wann ging Dein Fußballherz auf?

Wolff Fuss: Ich glaube das gab es bei mir mit der Muttermilch. Ich hab von Geburt an erzählt und hatte meistens einen Ball dabei.

effzeh.com – Und wann kam die Idee Fußballkommentator zu werden?

Wolff Fuss: Mit sechs oder sieben Jahren wurde mir klar, dass daraus ein Beruf werden kann und soll. Das ist übrigens in steinzeitlichen Poesiealben Aufzeichnungen alter Schulkollegen hinterlegt.

effzeh.com –Wie vermeidet man als Kommentator, sich selbst zu stark in den Vordergrund zu rücken? Oder ist das unvermeidbar, wenn man der Berichterstattung einen eigenen Stempel aufdrücken will?

Wolff Fuss: Es ist schwer selbst einzuschätzen, wie und ob man selbst das vermeidet. Für mich steht das Spiel grundsätzlich im Vordergrund und ich hoffe das merkt man.

effzeh.com –Außerhalb Deutschlands, ist es üblich, dass zwei Kommentatoren pro Spiel eingesetzt werden. Hierzulande wird maximal ein Experte dazu geholt, der ab und zu einen fachlichen Einwurf bringt. Was hältst Du von der Zwei-Kommentatoren-Idee?“

Wolff Fuss: Ich bin kein Gegner dieser Idee, weil ich finde, dass sowohl ich, als auch der Zuschauer davon profitieren können. Ein Trainer oder ehemaliger Fussballer erkennt Situationen einfach sehr früh.

effzeh.com – Kommen wir zum effzeh. Wenn Du nach Deinem Lieblingsklub befragt wirst, antwortest Du des Öfteren mit „Ich sympathisiere…“, ist das Understatement oder verfolgst Du schon mit Herz den Geißblockclub?

Wolff Fuss: Das ist kein Understatement, das ist die Wahrheit. Insofern verfolge ich die Spiele, Leistungen und Ergebnisse mit besonderem Interesse. Viele Dinge im Leben kann man sich aussuchen, seinen Fussballclub nicht, da ist es umgekehrt.

effzeh.com – Es spricht ja nicht jeder Kommentator so offen über seinen Lieblingsverein. Mal so unter uns: Welcher der Kollegen ist denn noch Effzeh-Fan?

Wolff Fuss: Das Outing überlasse ich jedem selbst (lächelt). Aber es gibt unter den Kollegen einige Effzeh-Fans.

effzeh.com – Als Effzeh-Fan hat man es auf der Arbeit ja oft nicht leicht und wurde lange Zeit gemobbt (Zweitligafan, Karnevalsverein, etc.). Wie ist das unter Sportreportern? Nehmen die Kollegen einen da auch oft aufs Korn?

Wolff Fuss: Sprüche gibt es immer. Sowohl in die eine als auch in die andere Richtung. Das muss jeder abkönnen.

effzeh.com – Wie ist das, wenn Du privat mal ein Spiel des Effzeh schaust? Kommentierst Du dann innerlich immer mit oder kannst Du Dich auch mal zurücklehnen und alles ganz in Ruhe betrachten?

Wolff Fuss: Zu Zweitligazeiten konnte ich die Jungs häufiger über 90 Minuten sehen als im Moment. Da bin ich meistens parallel irgendwo anders im Einsatz und bekomme nur Ausschnitte mit. Und sei dir sicher, dass ich nie mitkommentiere. Sondern mir privat Fußballspiele ganz normal, mal mehr mal weniger emotional belastet, anschaue.

effzeh.com – Als Du 2008 in Müngersdorf gemeinsam mit Bodo Illgner den Aufstieg des effzeh gegen Mainz 05 kommentiert hast, merkte man Euch beiden doch die Nähe zum Verein an.   Wie sehr beeinflusst das Fan-Herz die Live-Reportage denn nun wirklich?

Wolff Fuss: Ich glaube, dass man als Sympathisant mit seinem Club eher sogar zu kritisch umgeht, als zu euphorisch. Aber der Aufstieg mit Bodo zusammen war schon besonders. Zumal damals ja nicht klar war, ob Daum in Köln weitermacht oder nicht. Das war eine gigantische Atmosphäre. Der hättest du dich auch als neutraler Zuschauer nicht entziehen können.

effzeh.com –Aus der launischen Diva scheint momentan ein gutgeführter Verein zu werden. Wie hast Du den Umbruch aus der Ferne wahrgenommen?

Wolff Fuss: Ich finde in der jüngeren Vergangenheit hat dieser Verein viele gute und richtige Entscheidungen getroffen. Jörg Schmadtke zu holen, war das Beste, was dem Effzeh passieren konnte. Peter Stöger scheint ein äußerst gewissenhafter und sehr inhaltsstarker Trainer zu sein. Beide nehmen dem Umfeld nicht die Euphorie, lassen sich aber nicht von ihr leiten und wissen sehr genau was machbar ist, und was nicht.

effzeh.com – Der Saisonstart ist geglückt. Glaubst  Du, dass der FC eine reelle Chance hat den Ligaverbleib frühzeitig zu sichern?

Wolff Fuss: Diese Chance ist da. Ob der effzeh allerdings wirklich einen Schritt nach vorne gekommen ist, werden wir in 3-4 Jahren sehen. Dann ist klar, ob sich der Club weg von der Fahrstuhlmannschaft, hin zu einem echten Erstligamitglied gewandelt hat.

effzeh.com – Wo siehst Du die Stärken und Schwächen im aktuellen Kader?

Wolff Fuss: Ich finde der Kader ist vernünftig ausgeglichen und erstligatauglich besetzt. Aber das ist nicht das entscheidende. Das entscheidende wird sein, dass der Verein auch nach mehreren Spielen in Folge ohne Sieg, nicht die Nerven verliert. Aber ich bin guter Hoffnung, dass das mit Jörg Schmadtke diesmal eben nicht passiert.

effzeh.com –Abschließend: Im nächsten Jahr, wenn der FC in der Championsleague spielt. Welchen Co-Kommentator würdest Du dir an Deiner Seite wünschen?

Wolff Fuss: Ganz ehrlich: wer dann neben mir sitzt ist mir vollkommen egal.

effzeh.com Wolff Fuss vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für uns genommen hast.

Wolff Fuss: Gerne und viele Grüße

Wolf Fuss offizielle Facebook Seite.

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