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Rezensionen

Endlich inklusive Bundesliga: Der „Football Manager“ kommt nach Deutschland

Foto: Sports Interactive/SEGA

Am 2. November ist es soweit: Der Football Manager 2019 kommt auf den Markt, und zwar erstmals seit vielen Jahren auch auf den deutschen Markt. Bisher durfte das Spiel aus Lizenzgründen nicht in Deutschland vertrieben werden. Nun hat Entwickler Sports Interactive die ersten Features angekündigt. Die ohnehin sehr vielfältigen und komplexen taktischen Möglichkeiten wurden noch einmal erweitert. Die Team-Instruktionen sind jetzt eingeteilt in die Bereiche „In Possession“, „In Transition“ und „Out of Possession“. Der FM orientiert sich hier offenbar an den vier Phasen des Spiels nach Louis van Gaal (eigener Ballbesitz, gegnerischer Ballbesitz sowie die Umschaltmomente nach Ballgewinn oder Ballverlust).

Wer bisher nur den Fussball Manager von EA gespielt hat, muss aber keine Angst haben, mit den vielen Optionen überfordert zu sein. Da die Entwickler damit rechnen, dass vor allem in Deutschland einige neue Spieler hinzustoßen werden, wurde viel Wert darauf gelegt, das Spiel auch für Neueinsteiger zugänglich zu machen. So gibt es ein Tutorial und man kann schon mit wenigen Klicks voreingestellte Taktiken wie Tiki Taka oder Gegenpressing auswählen. Das Training und andere Aufgaben lassen sich auch an Mitarbeiter delegieren.

Der FM ist ein Spiel für Taktik-Nerds

Hierzu lasst euch gesagt sein: Der FM ist ein völlig anderes Spiel als der Fussball Manager, den EA bis vor wenigen Jahren herausgebracht hat. Während bei diesem Spiel die Ergebnisse oft den Anschein machten, aus purem Zufall entstanden zu sein, merkt man beim Football Manager von SI tatsächlich die Auswirkung der taktischen Vorgaben auf das Spielgeschehen. Dafür ist das Drumherum deutlich abgespeckter, man kann z.B. nicht etwa das Vereinsgelände ausbauen oder mit Sponsoren verhandeln. Das Hauptmerkmal wurde auf eine realistische Fußball-Simulation gelegt, in der vor allem die Faktoren eine Rolle spielen, die einen guten Manager ausmachen: Taktik, Training, Transferpolitik und Jugendarbeit.

Hier sieht man die einzelnen Spielerrollen und links daneben die Team-Anweisungen, unterteilt in drei verschiedene Phasen. Foto: Sports Interactive

In diesen Bereichen geht der FM 2019 dafür wesentlich mehr in die Tiefe, als man das aus anderen Managerspielen kennt. So ist es z.B. möglich, nicht einfach die Position eines Spielers festzulegen, sondern anhand von Spielerrollen auch Einfluss darauf zu nehmen, wie sich der Spieler verhält. Es macht z.B. einen großen Unterschied, ob man einen klassischen Flügelspieler auf der Außenbahn einsetzt, der viele Flanken schlagen soll, oder einen inversen Außenstürmer, der häufig nach innen zieht, um selbst zum Torschuss zu kommen oder einen Mitspieler in Szene zu setzen. Welche Rolle man einem Spieler zuweisen sollte, ist immer abhängig von den eigenen Vorlieben und dem vorhandenen Spielermaterial.

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Der effzeh ist mit dabei!

Foto: Sports Interactive/SEGA

Doch auch erfahrene FM-Spieler dürfen sich auf einige Neuerungen freuen. Die erste und zweite Bundesliga sind zum ersten Mal lizenziert, es wird auch nicht mehr nötig sein, auf die Veröffentlichung einer deutschen Sprachdatei zu warten. Zudem wurden der Videobeweis und die Torlinientechnologie eingeführt, auch wenn viele Spieler darauf sicher verzichten könnten. Im Großen und Ganzen ist der FM ein Spiel, das vor allem für Taktikfüchse interessant ist. Es ist auch trotz der neu eingeführten Tutorials nach wie vor empfehlenswert (aber keine Pflicht), Taktik-Guides zu lesen, wenn man Erfolg haben will. Es ist wichtig, zu verstehen, wie man auf bestimmte Situationen reagieren sollte, z.B. wenn man in Unterzahl gerät oder ein schnelles Tor braucht. Wer nicht bereit ist, ein wenig Zeit zu investieren, der sollte vom FM vielleicht eher die Finger lassen. Wer aber Spaß daran hat, Taktiken von Trainer-Größen wie Klopp oder Guardiola nachzubilden oder ganz eigene Taktiken zu entwerfen, kommt voll auf seine Kosten.

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