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Vorspiel

Duell der Traditionsvereine: 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt unter Druck

Der 1. FC Köln empfängt nach der Länderspielpause die SG Eintracht Frankfurt – der Gegner aus Hessen ist im Gegensatz zu den „Geißböcken“ gut in die neue Saison gestartet.

COLOGNE, GERMANY - JUNE 20: Cologne's Sebastiaan Bornauw (L) and Filip Kostic of Frankfurt shake hands after the Bundesliga match between 1. FC Koeln and Eintracht Frankfurt at RheinEnergieStadion on June 20, 2020 in Cologne, Germany. (Photo by Friedemann Vogel/Pool via Getty Images)

Drei Spiele, keine Niederlage, sieben Punkte: Diese Ausbeute hatten sich auch Horst Heldt und Markus Gisdol ausgemalt. Mal richtig stark starten, mal die Konkurrenz ordentlich überraschen. Gelungen ist dieses Kunststück der Frankfurter Eintracht. Das Team von Adi Hütter gehört zu den Überraschungen dieser noch jungen Bundesligasaison.

Am Samstag nun muss der 1. FC Köln also gegen den aktuell drittplatzierten Konkurrenten aus Frankfurt ran. Die Hessen sind punktgleich mit Spitzenreiter Leipzig und zeigen mal wieder, dass in einer Wundertüte auch jede Menge Erfolg drinstecken kann. Allerdings ist die Eintracht wirklich der Inbegriff einer Wundertüte. Einem Auftakt-Unentschieden gegen Bielefeld folgten Siege gegen den selbsternannten „Big City Club“ aus Berlin und die starken Hoffenheimer. Die Parallelen zum Spielplan des 1. FC Köln sind offensichtlich – die Ergebnisse könnten unterschiedlicher kaum sein.

Tradition gemeinsam – mehr nicht

Und es bleibt nicht bei den Ergebnissen. Denn an und für sich könnten sich der glorreiche 1. Fußballclub aus Köln und die Sportgemeinschaft Eintracht Frankfurt ziemlich ähneln. Starke Fanbase, eine tiefe Verwurzelung in der jeweiligen Region weit über die Stadtgrenzen hinaus und einfach Tradition pur. Auch Sponsoren ziehen diese Werte weiterhin an. Doch darüber hinaus könnte die Entwicklung kaum unterschiedlicher sein.

Frankfurts Stürmer Bas Dost | Foto: Matthias Hangst/Getty Images

Und das nicht nur wegen des Pokalsiegs der Eintracht im Jahr 2018. Auch finanziell scheinen die Hessen dem FC mit Mega-Transfers wie Jovic oder Haller meilenweit voraus. Zudem konnten genau diese für das fulminante Auftreten der vom Boulevard „Büffelherde“ getauften Offensivabteilung wichtigen Akteure irgendwie ersetzt werden. Nicht eins zu eins, aber das Team um Adi Hütter scheint einen Weg gefunden zu haben, mannschaftlich geschlossen erfolgreich Fußball zu spielen. Anders als Markus Gisdols Team, das saisonübergreifend mittlerweile in einer tiefen Ergebniskrise steckt.

Dabei ist das Umfeld in Frankfurt, ähnlich dem in Köln, traditionell unruhig. Nicht wenige selbsternannte Fußballexperten in der Mainmetropole sahen ihr Team in diesem Jahr eher mit dem FC um den Nichtabstieg ringen. Nun sind die Vorzeichen komplett andere. Elvis Rexhbecaj erwartet deshalb einen extrem schwierigen Gegner: „“Es ist eine zweikampfstarke Mannschaft mit fußballerisch guten Spielern. Ich erwarte ein kampfbetontes Spiel.“ Besonders Martin Hinteregger und Filip Kostic sollte der FC am Samstag auf dem Zettel haben – auch und gerade in Sachen Mentalität.

Neustart nach der Länderspielpause

„Wir müssen den Kampf annehmen“, fordert Mittelfeldspieler Rexhbecaj. Und anders wird es für ihn und die Kollegen auch nicht gehen. Kapitän Jonas Hector wird aller Voraussicht nach ausfallen, ob der neue Stürmer Sebastian Andersson es in die Startelf schafft, ist ebenfalls offen. Immerhin scheint Anthony Modeste fit zu sein – der Stürmerstar holte sich mit acht Treffern im Testspiel in der Länderspielpause gegen den SC Borussia Lindenthal-Hohenlind Selbstvertrauen.

Mit Rückblick auf die ersten drei Spiele der Saison sagte Markus Gisdol auf der Pressekonferenz: „Es ist schon so, dass man in den ersten Wochen Abstriche machen musste. Tempo ist ein wichtiges Element im Fußball. Einige Spieler, die dieses Element mitbringen, haben uns in den ersten Spielen gefehlt.“ In Bezug auf die Personalsituation zeigte er sich zufrieden: „Es ist erfreulich, wenn wir auf unser Personal schauen. Klar, wir haben noch den einen oder anderen Ausfall, aber es hat sich einiges getan.“ Neuzugang Marius Wolf habe zum Beispiel gut mittrainieren können, er sei gut integriert und damit natürlich gegen seinen Ex-Klub eine Option.

Überhaupt war die Länderspielpause die Möglichkeit für Gisdol, den Resetknopf zu drücken. Ein früher Neustart in der Saison, so nannte er es nach dem Spiel gegen Mönchengladbach. Dabei helfen könnte auch Iso Jakobs. Der Shootingstar der Vorsaison verlängerte zuletzt seinen Vertrag bis 2024 und kündigtest im Zuge dessen an, gegen Frankfurt wieder im Vollbesitz seiner Kräfte zu sein. Für den 1. FC Köln und Gisdol könnte es ein Comeback zur rechten Zeit sein. Jakobs könnte der Schlüssel sein, beim Vorhaben nun umgekehrt das Überraschungsteam aus Frankfurt zu übertölpeln. Die Mannschaft hat schließlich bereits jetzt kaum mehr etwas zu verlieren. Gisdol schon, denn bei einer erneuten Pleite  dürfte es am Geißbockheim richtig ungemütlich werden.

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