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Vorspiel

Der kurze Weg nach Europa

Nicht Europa. Aber Pokal. Unser Vorspiel zur DFB-Pokalbegegnung bei Eintracht Trier.

Alaaf und gute Laune © effzeh.com
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Bei den aktuellen Temperaturen in Deutschland denkt jeder direkt an Weihnachten. War es doch wenige Tage vor der Bescherung, als der effzeh knapp und irgendwie unverdient beim VfB Stuttgart 1:2 verlor und im Achtelfinale des letztjährigen DFB-Pokals ausschied. Sieben Monate später darf der VfB beim Welt-Club Botev Plovdiv in der Europa-League-Quali ran. Das hätte auch dem 1. FC Köln passieren können – sooo viel fehlte da nun auch nicht …

Und – da stand das Wort schon, um das es geht: Europa. Schließlich geht es für die Kölner Fans direkt um Europa, wenn sie sich mit ihren Autos nach Trier begeben und mal kurz in Luxemburg billig tanken fahren. Luxemburg ist definitiv Europa und in Trier ist Pokal. Europa. Pokal. Trier – das klingt nach Wochenendausflug und Geschichte. Trier, eine Stadt, die sich quasi vollkommen dem Fussball verschrieben hat – heißt doch ihr Wahrzeichen Porta Nigra, also Schwarzes Tor.

Pokal, Geschichte, Tor. Da wäre der 3:0-Sieg des effzeh im Moselstadion aus dem Pokal-Jahr 2009/10 zu nennen. Torschütze zum 3:0 war übrigens Maniche, auch ein Hauch von Europa.

2013 geht es also wieder nach Trier. Für den effzeh. Ohne Maniche. Der ist längst weg. Der Traum von Europa ist natürlich geblieben. Wieder einmal fehlen ja auch nur noch sechs Siege bis dorthin – und der erste soll am Samstagabend an der Mosel im DFB-Pokal eingefahren werden.

Ausgangslage

Der 1. FC Köln ist mit zwei 1:1-Unentschieden in die Zweitligasaison gestartet, in Dresden und gegen die Fortuna. Insbesondere in der zweiten Hälfte gegen Düsseldorf zeigten die Kölner eine hervorragende Mannschaftsleistung und Ansätze von Spielkultur.

Der Regionalligist Eintracht Trier hatte hingegen sogar erst ein Pflichtspiel, welches am vergangenen Wochenende 2:3 gegen Hessen Kassel verloren ging. Es lässt sich also nicht anders darstellen: Unser effzeh ist Favorit!

Nun ließe sich sagen „Der Pokal hat eigene Gesetze.“, wenn man denn unbedingt ein paar Euros in ein Phrasenschwein werfen wolle. Aber alles andere als ein effzeh-Sieg in Trier erscheint undenkbar.

Personalien

© effzeh.com

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Abgesehen von den Langzeitverletzten werden beide Teams ihre besten Spieler ins Moselstadion bringen. Bei Eintracht Trier tauchen hierbei vertraute Namen wie Lars Bender, der zwar nicht deutscher Nationalspieler, aber immerhin ehemaliger Zweitligaspieler der TuS Koblenz ist, oder Marco Quotschalla auf.  Quotschalla ist gebürtiger Kölner und geriet als 12-jähriger im Jahr 2001 in die Schlagzeilen, als der 1. FC Köln mit ihm einen langjährigen Vertrag abschloss. Beim effzeh konnte er sich jedoch nicht durchsetzen und verließ den Verein im Sommer 2005 in Richtung Alemannia Aachen.

Trainer Peter Stöger hat angekündigt, den vollständigen Kader mit nach Trier zu nehmen. Es gilt jedoch als sicher, dass es gegenüber den beiden bisherigen Pflichtspielen zu Umstellungen kommen wird. So deutet sich unter anderem an, dass Thomas Kessler einen Einsatz im Tor und Anthony Ujah zunächst einen Platz auf der Bank bekommen könnten. Statt Ujah könnte Kacper Przypylko zu seinem ersten Einsatz unter Stöger kommen. Für den unter der Woche wieder in den Kader gerückten Slawomir Peszko kommt das Spiel jedoch zu früh.

In der Innenverteidigung könnte Bruno Nascimento zu seinem Saison-Debüt kommen, nachdem er sich von den Strapazen seiner Brasilien-Reise erholt hat. Ebenso ist denkbar, dass Daniel Halfar und Matthias Lehmann, die beide gegen Düsseldorf nach Einwechslung zu überzeugen wussten, in die Startelf rücken.

Prognostizierte Aufstellungen:
Trier: Lengsfeld – Brighache, Dingels, Buchner, Zittlau – Kröner, Cuntz – Bender, Abelski, Quotschalla – Comvalius
effzeh: Kessler – Brecko, Maroh, Nascimento, Hector – Lehmann, Matuschyk – Halfar, Risse, Bröker – Przybylko

Ausblick

© effzeh.com

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Wer einen Kantersieg erwartet, wird möglicherweise ebenso enttäuscht wie alle, die mit einem schönen Samstagabend-Kick rechnen. Der effzeh-Anhang wird das Moselstadion aber in jedem Fall mit bester Stimmung versorgen und Heimspielatmosphäre erzeugen. Die Fans vor den Fernsehgeräten haben dann bereits Freibad und Grillfleisch hinter sich und gönnen sich für jedes Tor ein Bierchen.

Auf die Gefahr hin, dass es doch zu einem Kantersieg kommen könnte, habe ich aktuell schon mal 12 Flaschen für mich kaltgestellt. Im Zweifels Fall kann ich ja nachlegen …

Stimmen der Redaktion

taneu: „Trier ist für mich besonders. 5 Jahre habe ich dort gelebt und die Eintracht und ihren damaligen Trainer Paul Linz liebgewonnen. Außer bei dem Spiel im überfüllten Moselstadion, als der effzeh 3:2 gewann und auf Trierer Seite Roland Benschneider überzeugte. Trier verpasste damals knapp den Aufstieg, der effzeh stieg auf. Heute ist die Ausgangslage eine andere. Ich wünsche der Eintracht bald wieder bessere Zeiten mit vielen Pokalerfolgen. Am Samstagabend klappt das nicht. Der effzeh wird sich knapp durchsetzen.“

Agenda 1948: „Warnende Beispiele aus der Vergangenheit gibt es leider genügend. Daher ist der effzeh am Samstag gut beraten, mit der bestmöglichen Elf anzutreten. Immerhin wartet man ja noch auf den ersten Pflichtspielsieg dieser Saison. Peter Stöger tut meiner Meinung nach gut daran, Ujah nicht zu schonen. Auch wenn es zuschauermäßig ein Heimspiel werden wird, rechne ich mit einem spannenden Pokalspiel und einem knappen FC-Sieg, gerne ohne Verlängerung und Elfmeter-Krimi.“

seppo: „Als Eifler Jung‘ habe ich die Eintracht lange intensiv verfolgt. Mein erstes Spiel im neuen Rheinenergie Stadion fand tatsächlich im Mai 2005 als Gästefan statt (1:3)! Die Meisten werden sich an die Trierer Pokalrunde 97/98 erinnern, in der erst Haching, dann Schalke, der BVB und Waldhof Mannheim ausgeschaltet wurden, bevor man Duisburg im Elfmeterschießen des Halbfinales unterlag. Von damals übrig sind nur noch Rudi Thömmes, die Flutlichmasten, die vor dem Halbfinale hektisch installiert werden mussten und der Ruhm vergangener Tage. Das ist dann aber schon alles. Unser Effzeh wird keine Schwierigkeiten mit den Moselanern haben und mit einer breiten Brust zurück in den Liga-Alltag kehren. Wir gewinnen 0:3.“

DooMiniK: „Damals. Moselstadion. Bundesjugendspiele. Heute DFB-Pokal, schon wieder. Zuletzt noch mit Super Mario an der Seitenlinie, ist aber egal. Das Ergebnis bleibt gleich, der effzeh ist eine Runde weiter.“

midget: „Nachdem ich die ersten beiden Ligaspiele mal viel zu bekloppt getippt habe, da ich enthusiastischerweise auf einen geilen Saisonstart hoffte nun also Trier?? Ok, machen wirs mal andersrum, der FC verliert mit einer desaströsen Leistung nach Elfmeterschiessen 0-5! Und die BILD schreibt neben des „Hassderbys“ noch so Schlagzeilen wie „Wars das Peter?“

Papa Löwe: „Trier war mir bisher immer eine Reise wert. Kommenden Samstag auch. Der Effzeh gewinnt. Ohne Verlängerung undsoweiter. Fraglich bleibt die Höhe des Sieges – irgendwas zwischen 1:0 und 8:0…“

donluka: „Zack! Bumm! Rumms! Kladdaradatsch! Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Eines davon lautet: Es gewinnt immer der effzeh. Stimmt zwar nicht, aber dann müssen die Gesetze halt umgeschrieben werden, verdammt! Das wird doch möglich sein!“

Clonelow: „Ich glaub ja nicht dran.“

themarsvoltaire: „Kantersieg!“

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