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Nachspiel

„…dat es jetz üsch: Et jelobte Land!“

Der FC gewinnt verdient in einem umkämpften Spiel 2:1 gegen Jahn Regensburg und steht nun auf dem Relegationsplatz.

© effzeh.com
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Nach diesem Motto des Fööss Klassikers „Dat Wasser vun Kölle…“, strömten am Ostersonntag 45.600 Zuschauer ins gelobte Land, um den FC bei seiner Mission „Relegation“ anzufeuern. Einmalig, einzigartig. Zumal mit Regensburg der Tabellenletzte nach Müngersdorf reiste. Wer jedoch dachte es würde ein Zuckerschlecken werden, lag sehr daneben. Lange Zeit stand das Spiel auf der Kippe bis kurz vor Schluss Daniel Royer den FC und seine Anhänger erlöste und gleichzeitig die Geißböcke auf den 3. Platz beförderte, da K’lautern zeitgleich Punkte in Sandhausen liegen ließ.
Zur Seligsprechung für Liga 1 reicht es für den FC noch nicht, aber man hat sich in eine äußerst angenehme Situation befördert.

Ausgangslage:
Ist ja hinlänglich bekannt gewesen, dass der FC einfach nur siegen müsste, um spätestens dann in K’lautern am kommenden Freitag den Relegationsplatz zu erreichen. Regensburg sollte da nur eine Zwischenstation sein. Genau dieser Umstand brachte viele Kölner zur Verzweiflung. Mann solle sich auf das kommende Spiele fokussieren und nicht dauernd von K’lautern faseln.
Die Tabelle kann trügerisch sein. Mit Regensburg kam ein Gegner nach Müngersdorf, der zwar seit Ewigkeiten keinen Dreier mehr holte, dennoch aber Duftmarken setze .u.a. bei den starken Auftritten gegen Aue und in St. Pauli.

FC-Trainer Holger Stanislawski musste im Vergleich zum 2:0 Sieg in Dresden nur einmal tauschen. Anthony Ujah fehlte auf Grund einer Magen-Darm Infektion! Wer es glaubt. Es dürfte nicht entgangen sein, dass der Nigerianer schon 4 gelbe Karten hat und Stani zu gerne auf ihn beim wichtigen Spiel bei den Pfälzern zurückgreifen will. Spekulation! Klar, aber irgendwie plausibel!

Jahn-Coach Franciszek Smuda stellte nach dem 1:1 gegen Aue dreimal um. Nachreiner, Rahn und Smarzoch kamen für Laurito (Gesichtsfraktur), Haag und Machado zum Zug.

Spielverlauf:
In der Anfangsphase versuchte der FC sofort Zeichen zu setzen,  man merkte der Mannschaft jedoch die fehlende Lockerheit, nach der Länderspielpause, an. Viele leichte Abspielfehler und Ungenauigkeiten prägten die ersten Minuten. Regensburg suchte vorwiegend sein Heil um den eigenen 16 Meterraum, dennoch kam in der 8. Minute der erste  erfolgsversprechende Angriff per 16-Meter-Schuss durch Clemens, doch leider landete der Ball nur am Außennetz. Fußballerisch war das, was die Gäste zu bieten hatte sehr mau, der effzeh brachte es aber kaum zu Stande einmal gradlinig und einfach in die gegnerische Gefahrenzone zu kombinieren, meist brauchte es eine Einzelleistung wie in der 14. Minute als Eichner sich über links durchtankte und klug auf den frei stehenden Clemens spielte, der den Ball leider komplett verfehlte und in die Wolken zimmerte.

Nach dieser Szene wurde das Spiel immer schlimmer. Köln versuchte es, aber mit viel zu wenig Tempo. Teilweise wirkte es sehr statisch was die Rheinländer da versuchten! Regensburg agierte in der Tat wie ein Absteiger und kam nicht zu einer erfolgsversprechende Szene in der ersten Halbzeit.

Ohne Ujah in der Spitze fehlte ein agiler Anspielpunkt. Maierhofer war ein Totalausfall und er hatte Glück, dass er in der 22 Minute nur Gelb sah, als er völlig uninspiriert Nachreiner in der gegnerischen Hälfte abräumte. Hier hätte manch ein Schiedsrichter den roten Karton gezückt.

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In der 28. Minute kam der effzeh dann zur Führung.  Ochs lenkte den strammen Schuss von Clemens aus 13 Metern zur Ecke. Die verlängerte Jajalo vorne am Fünfer an den zweiten Pfosten, wo unsere kanadische Eiche das 1:0 einköpfte.

Danach passierte nicht mehr viel, außer dass Maierhofer immer mehr von sich aufmerksam machte, aber nicht durch gefährliche Strafraumszenen, sondern durch saudämliche kleine Fouls im Mittelfeld, so dass man eigentlich die Uhr danach stellen konnte, wann er vom Platz gestellt würde.

Zur 2. Hälfte kamen bei den Gästen Djuricin und Machado für Smarzoch und Carlinhos . Smuda wählte eine offensivere Variante, da er offensichtlich merkte, dass dieser FC nicht in bestform an diesem Ostersonntag agierte. Djuricin bewies gleich Torgefahr, platzierte aber von der Strafraumgrenze genau auf Horn (49.). Die offensivere Ausrichtung des Jahn verschaffte brachte den effzeh zu mehr Kontersituationen.  Nach der Einwechslung von Przybylko für Maierhofer hatten Clemens (56.) und zweimal der der Pole (58., 62.) das 2:0 auf dem Schlappen. Doch die Chancen wurde teilweise etwas kläglich vergeben. Ein Hinrunden-Dejavu machte sich breit und man wurde sehr an das Spiel zu Hause gegen den FC Sandhausen erinnert was 1:1 ausging durch einen späten Treffer der Pfälzer.

Neben Maierhofer fiel auch Thomas Bröker als Schwachstelle im Kölner Spiel auf. Ist er am Ball wählt er immer den kompliziertesten Weg in den 16er zu kommen. Meist wird er abgefangen, selten springen Ecken heraus, nie  wurde es gefährlich. Als auf der Anzeigetafel das Ergebnis vom FCK auftauchte und die Zuschauer schon in Aufstiegsfeierlichkeiten waren, kam das – was jeder FC Fan schon erahnen musste – zumindest jeder FC Fan jenseits der 30! Der ehemalige Düsseldorfer  krönte sein Osterfest nach Altinays Strafraumfoul an Clemens damit, dass er den fälliger Elfmeter in die Arme von Ochs platzierte. Wohlwollend kann man anfügen:  springt Ochs in die andere Ecke macht Bröker alles richtig. So nicht! So war der Elfer einfach schwach geschossen und Bröker der Depp!

Regensburg bestrafte den FC – wie es vorher schon Dresden, Braunschweig, Sandhausen, Cottbus und andere Mannschaften in Müngersdorf machten. Als Djuricin sich nach Sembolos Pass im Zweikampf gegen Maroh durchsetzte  und aus 13 Metern flach einschoss (73.) stand es plötzlich 1:1!

Stanislawski brachte mit Chihi und Royer neues Offensivmaterial. Zunächst brachte das kaum etwas. Es begann die schwächste Phase der Kölner – nichts wollte mehr gelingen und Regensburg witterte die Chance auf einen Dreier als sie in einen Konter liefen : Der eingewechselte Chihi schickte Clemens rechts auf die Reise. Der zündete seinen Turbo und Nachreiner kam nicht hinterher. Die stramme, flach gespielte Hereingabe vollendete Royer  zum 2:1-Siegtreffer. (87.)

Spieler im Fokus:

Christian Clemens: Ich bin verliebt! Spielt gerade das, was ich von ihm eigentlich gar nicht erwartet habe vor der Saison. Mit Abstand gefährlichster Akteur auf dem Rasen. Spritzig, schnell mit den meisten Ideen. Leider sind diese oft zu individuell für seine Mitspieler. In der Form ist Clemens nicht zu halten. Einer der wenigen mit nachgewiesener Bundesligatauglichkeit. Bleibt er gesund wird er den Unterschied ausmachen.

Adam Matuschyk: Neben Clemens auffälligster Akteur. Gerade in der Phase wo der effzeh das Heft aus der Hand zu geben schien, war er der einzige der ruhig blieb. Kann mich an keinen Fehlpass erinnern und im Zweikampfverhalten ausprägt clever. Starker Auftritt.

Thomas Bröker: Ich mach es wirklich ungern, weil ich Thomas mag, aber was er in den letzten Spielen alles an unglücklichen Aktionen hat, geht auf keine Kuhhaut mehr. Stanislawski sollte ihm mal eine Pause gönnen, vor allem weil mit Royer ein weitaus frischerer Mann auf der Bank sitzt, der seine Chance auch nutze. Denn glaubt mir, da wo Royer das 2:1 erzielte – wäre Bröker nicht gewesen!

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Anthony Ujah: twitterte am Morgen noch aus dem Krankenhaus und saß am Mittag dick eingepackt auf der Tribüne, um die Daumen zu drücken. Das nenne ich Teamspirit! Klasse! Gute Besserung Tony.
Falls er nur krank sein sollte, um der 5. Gelben aus dem Weg gegangen zu sein: Trotzdem gute Besserung !!!


 

Fazit

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Dieser 1.FC Köln ist eine sehr gefährliche Mannschaft für jeden Gegner, aber das sage ich ja schon seit Wochen. Selbst solche Spiele wie dieses gegen Regensburg werden am Ende noch gewonnen. Das macht die Spitzenteams der 2. Liga aus. Hertha und Braunschweig praktizieren es seit Spieltag 1. Klar ist es spielerisch nicht immer hochklassig, aber selbst in engen Situationen hat der effzeh momentan immer eine Antwort.
Regensburg hat sich wirklich teuer verkauft, wie in den letzten Wochen des öfteren. Spätestens nach einer Stunde war klar, dass es kein Spaziergang werden würde. Ich wiederhole mich – in der Hinrunde hätte der FC Punkte liegen gelassen. Genau in solchen Spielen.
Nun geht es am Freitag in die Pfalz und auch hier wiederhole ich mich: Unser FC hat nichts zu verlieren –im Gegenteil: eher alles zu gewinnen !!!

Come On effeh

Stimmen zum Spiel:

Stanislawski: „Wir sind sehr froh, dass wir 3 Punkte hier behalten konnten. Wir wussten, dass es eine schwierige Partie werden wird – nicht nur auf Grund der Begleitumstände, was die Tabellensituation betrifft – sondern weil Regensburg eine unangenehme Mannschaft zu spielen ist. Wir haben heute zu viele einfache Fehler gemacht. Zu viele einfache Ballverluste auch gehabt und somit uns das Leben selbst schwer gemacht und haben dann auch die entscheidenden Situationen zum 2:0 nicht genutzt und dann kommt das was oftmals kommt. Es fällt der Ausgleich und dann war es ein offenes Spiel bis zum Schluss.
Ich freue mich für Daniel Royer, dass er endlich einmal getroffen hat,weil er nach seiner Einwechselung auch  für Schwung gesorgt hat. Es war heute ein schweres Spiel , uns hat auch etwas die Leichtigkeit gefehlt.“

Timo Horn: „Unglaubliches Gefühl – gerade nach dem vergebenen Elfmeter, doch noch den Siegtreffer geschossen zu haben. Auch die Stimmung auf den Rängen, nachdem angezeigt wurde, dass Sandhausen 1:1 steht. Einfach irre – einfach wahnsinn! Es macht einfach Spaß hier zu spielen.“

effzeh: Horn – Brecko, Maroh, McKenna, Eichner – Strobl, Matuschyk, Clemens, Jajalo (69. Royer) -Bröker (80. Chihi), Maierhofer (55. Pryzybylko)

SSV Jahn Regenburg: Ochs – Altinay, Nachreiner, Kamavuaka – Rahn, de Guzman – Carlinhos (46. Machado), Hein, Smarzoch (46. Djuricin) – Koke (Amachaibou), Sembolo

Tore: 
1:0 McKenna (28.), 1:1 Djuricin (73.), 2:1 Royer (87.)

Gelbe Karten:  Maierhofer, Chihi -Nachreiner

Zuschauer:
45.600

Schiedsrichter : Martin Petersen (Stuttgart)

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