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Vorspiel

Angst vor dem Versicherungsschaden

Die kölsche Lebensversicherung droht auszufallen, doch wer springt ein? Die Optionen machen eher Angst, doch ein Juwel könnte gegen sein Lieblingsteam aufdrehen. Und am Ende spielt der effzeh auch noch immer gegen Schalke 04. Ein Sieg ist also eigentlich garantiert.

Foto: SASCHA SCHUERMANN/AFP/Getty Images

Man kann sich darüber streiten, ob es unbedingt clever von Anthony Modeste war, in einen Zweikampf an der Seitenauslinie einzugreifen und einen ausweglos erscheinenden Ball mit dem Kopf von eben jener Linie zu kratzen. Man kann sich auch darüber streiten, ob es unbedingt die feine englische Art des Ingolstädters Robert Bauer war, den Kopf des Kölner Stürmers bei dieser Aktion so zu behandeln, als sei er ein Ball, den er volley ins Tor donnern müsste und sich im Anschluss noch nicht einmal richtig bei diesem zu entschuldigen. Wobei, eigentlich kann man sich über die Tatsache nicht streiten. Genauso wenig, wie man bestreiten kann, dass Bauer damit die Lebensversicherung eines leicht schwächelnden Bundesligavereins bedrohlich ins Wanken gebracht hat.

Der effzeh steht kurz davor seine Versicherung auf Tore und Torvorbereitungen zumindest für ein Spiel zu verlieren, seinen Außendienstler, der jedem noch so entlegenen und risikoreichen hohen Ball entgegengeht, der seinen Kopf in vorderster Front hinhält und oftmals beinahe im Alleingang Erfolge einfährt. Einen solchen Angestellten verliert niemand gerne, der Erste Fußballclub Köln muss allerdings wohl schauen, wie er ihn ersetzt. Schließlich laboriert jener Anthony Modeste an einer Kopfprellung. Für einen Fußballspieler, der in einer durchschnittlichen Begegnung in gefühlt zweihundert Kopfballduelle geschickt wird, keine wirklich förderliche Tatsache.

Nun wäre es gar nicht schlimm, wenn es eine Alternative für den Top-Mann gäbe. Einen Vertretungslehrer, der das zu unterrichtende Fach in etwa genauso gut beherrscht. Eine solche Option gibt es vor dem anstehenden Bundesligaspiel am Samstag um 15:30 Uhr aber nicht für den tollsten Verein der Welt. Philipp Hosiner, der beim letzten Heimspiel gegen Berlin einen Kopfball fünf Meter vor dem gegnerischen Tor freundlich zurückgenickt hat? Yuya Osako, der momentan in etwa so viel Torgefahr ausstrahlt wie Donald Trump Sachverstand? Die meisten Optionen klingen mehr nach Risiko als nach Versicherung.

Erfolgreiche Bilanz – bisher

Zum Glück trifft man am Samstag wenigstens auf den FC Schalke 04. Gegen die Knappen und deren Trainer Andre Breitenreiter ist es nämlich eigentlich egal, wen Peter Stöger aufstellt. Der Österreicher ist gegen den Kontrahenten sowie dessen Trainer noch gänzlich unbesiegt. Im letzten Jahr traf sogar Matthias Lehmann beim Match auf Schalke. Statistiken sind dem Trainer des besten Klubs der Welt allerdings, so hat er nicht nur einmal deutlich gemacht, herzlich egal.

Nicht ganz so egal dürfte dem Österreicher allerdings die Tatsache sein, dass sein Juwel im Kader, Yannick Gerhardt, in den letzten beiden Spielen gegen königsblau getroffen hat und somit zwei seiner bislang drei Bundesligatreffer gegen Schalke erzielt hat. Weil der 21-Jährige schon in den letzten Spielen eine Mischung aus hängender Spitze, Außenstürmer und Spielmacher gebildet hat, bietet er sich wohl am ehesten dafür an, den vierten Sieg in Folge gegen die Schalker unter Dach und Fach zu bringen, auch wenn seine zaghaft vergebenen Chancen gegen Mönchengladbach und Ingolstadt keine riesige Hoffnung entfachen.

So oder so, leicht wird es nicht für den charmantesten Bundesligaverein aller Zeiten, der sich zuletzt ein wenig gehemmt gezeigt hatte. Wer die Auftritte des Westdeutschen Meisters in der Hinrunde allerdings verfolgt hat, der wird auch wissen, dass es gegen die Großen der Zunft zumeist ziemlich prächtig lief. In Köln hält man sich eben nicht mit Plastikvereinen aus Bayern auf, sondern strebt nach Höherem. Da kommen angeschlagene Schalker gerade zur rechten Zeit. Mit oder ohne Versicherung lässt sich also sagen, dass es mit Sicherheit wieder spannend wird gegen Schalke.

Und sonst so?

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