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Nachspiel

An der Leine gelegt

Hannover 96 reicht ein Lucky Punch in den Anfangsminuten um zu gewinnen. Der effzeh legt sich an der Leine aufs Maul.

Foto: Dirk Unschuld
Foto: Dirk Unschuld

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Auf ein mal war die Kugel drin und das bereits nach 6 Minuten. Was gestern noch unmöglich schien, war passiert. Fassungslosigkeit allerortens. Am Ende verzagte man aber nicht, sondern raffte sich auf und machte das Spiel. Was bleibt ist eine mangelnde Chancenasuwertung und null Punkte für den effzeh. C´est la vie.

Ausgangslage

Ungeschlagen macht sich die Mannschaft auf nach Hannover. Die Null steht, vor allem hinten, seit Tagen ein Thema in verschiedenen Boulevardblättern. Das möchte bitte so bleiben, anstelle der Null vorne würde man gerne mal eine andere Zahl sehen. Wenn diese genügend hoch ist, darf auch die Null hinten wegfallen. Beide Mannschaften bestechen durch ihr gutes Defensivverhalten, was diesen Wünschen vorab entgegensteht. Zudem ist der Gastgeber in dieser Saison im eigenen Stadion unbezwingbar, zwei Heimspiele, zwei Siege.

Personal

Der gleiche Kader, der gegen die Fohlen glänzte, darf mit nach Hannover reisen. In der Startelf gibt es Veränderung: Peszko und Halfar statt Ujah und Olkowski, was zur Folge hat, dass Osako in die Spitze geht. Hannover plagen verschiedene Verletzungssorgen. Dadurch rechnet sich man beim effzeh durchaus was aus in der Stadt an der Leine. Offiziell reisten 2500 Fans mit zum Flutlichtspiel im Niedersachsenstadion.

Spielverlauf

Entgegen der zu erwartenden Einstellung geht es gleich los. Nach wenigen Minuten setzt sich Hector durch und spielt einen Flaneknwechsel zu Risse. Dessen Flanke verpasst Peszko in der Mitte nur knapp. Nur einige Spielminuten später ist es mit der weißen Weste des effzeh geschehen. Eigentlich sieht das am Anfang ganz harmlos aus.

Foto: Dirk Unschuld

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Drei Hannoveraner gegen 4 Kölner im Strafraum, ein Schussversuch wird geblockt, bevor die Kugel Joselu vor die Füße fällt. Weil mit dem Rücken zum Tor, dreht der Stürmer sich um sich selbst und schießt blind Maroh durch die Beine flach ins Eck. Schon etwas unglücklich. Im Gegenzug rettet das Gemächt von Ron-Robert Zieler gegen Osako, nach Flanke von Risse. Das wäre doch mal gewesen. Es sei vorweggenommen, ab sofort wird von den Hausherren nicht mehr viel zu sehen sein. Der effzeh übernimmt das Spiel. Allerdings ohne große Torgefahr auszustrahlen. Risse versucht es Mitte der ersten Halbzeit mal aus der Distanz, Zieler kann aber problemlos klären.

© effzeh.com

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In der zweiten Hälfte geht das Spielchen weiter. Der effzeh hat das Zepter in der Hand. Hannover scheint stehend KO zu sein. Reicht den Niedersachsen der Lucky Punch aus der ersten Runde, um sich hier über die Runden zu retten? Die Chancen für den effzeh werden hochkarätiger. Zunächst verpasst Osako eine Hector-Flanke. Nachdem Ujah und Zoller für Peszko und Osako kamen, versuchte es der Linksverteidiger mal selbst, verfehlt das Tor aber nur knapp. Die Niedersachsen verteidigen nur noch, was ihnen aber so schwer fällt, dass sie sich immer wieder lange Auszeiten nehmen bei Abstößen, Freistößen Einwürfen und „Verletzungspausen“. Ein Fernschuss von Ujah geht knapp über das Tor. In der Schlussphase musste Zieler noch mal gegen einen Maroh-Kopfball retten un der effzeh drückte weiter, bis in die vier Minuten Nachspielzeit. Ein Tor gelang aber nicht mehr. Der angeschlagene Boxer rettet seine knappe Punktführung bis zum Gong.

Spieler im Fokus

Jonas Hector: mal wieder eine starke Partie des Linksverteidigers, aufgrund mangelnder defensiver Beschäftigung häufig vorne zu finden und an vielen offensiven Szenen beteiligt

Kevin Vogt: als einziger Neuzugang hat er seinen Stammplatz inzwischen so gut wie sicher

Fazit

Mit der Defensivleistung kann man nach wie vor mehr als zufrieden sein. Der Gegentreffer war ziemlich unglücklich, ansonsten hatte man eine Mannschaft mit mehr Ambitionen als man selbst deutlich im Griff. Die Offensive braucht aber dringend mehr Durchschlagskraft. Wir werden in der Bundesliga nicht viele Chancen bekommen. Das bedeutet, dass wir die wenigen nutzen müssen. Die richtigen Partner in dieser Abteilung scheinen noch nicht gefunden und das Zusammenspiel generell läuft noch zu ungenau. Ist halt jetzt auch eine Klasse höher als letzte Saison, schneller, das verleitet zu kleinen Fehlern, die sich summieren. Bei genauem Hinschauen erkennt der Optimist durchaus eine Verbesserung zum Anfang der Saison. Allerdings wird das im nächsten Spiel gegen den amtierenden deutschen Meister nicht reichen. Aber vielleicht gelingt usn mal der Lucky Punch. Dann ist auch Zeitspiel erlaubt.

Stimmen zum Spiel

Peter Stöger: Es fällt mir schwer, das Spiel zu beurteilen. Wir haben ein gutes Spiel gemacht und viele Möglichkeiten vorgefunden. Die zweite Hälfte waren wir dominant. Wenn man keine Tore erzielt, kann man keine Spiele gewinnen. Das Spiel tut uns gut, weil meine Jungs gesehen haben dass sie mithalten können. Die Spieler sind selbst am meisten enttäuscht. Das ist eine bittere und unverdiente Niederlage. Ich habe das Gefühl dass wir heute unser bestes Spiel gemacht haben und uns viel zugetraut haben. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir in der Lage sind spielerische Mittel zu finden in der Bundesliga. Dass wir läuferisch besser waren hat auch jeder gesehen, eigentlich hat Vieles für uns gesprochen. Wir haben in dieser Siaosn noch nie so viele Chancen gehabt und so dominant gespielt. Wir sind in einer Entwicklungsphase. Das Spiel wird uns helfen, weil die Jungs gesehen haben, dass sie mithalten können.

© effzeh.com

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Daniel Halfar: Total unnötig. Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft. Wir haben den Ball gut laufen lassen und eigentlich all das gemacht, was wir in den Spielen vorher nicht so gut gemacht haben. Und trotzdem verlieren wir. Wir haben gezeigt, dass wir das Spiel machen können. Niederlagen tun weh, aber wir werden unsere Lehren daraus ziehen. Für das Spiel gegen Bayern können wir jetzt das Positive mitnehmen.

Timo Horn: Unfassbar, dass wir mit leeren Händen nach Hause fahren. Wir haben Hannover gerade in der zweiten Halbzeit in die eigene Hälfte gedrängt und selbst das Spiel gemacht. Hannover hatte eigentlich nur eine Torchance, die hat leider gereicht am Ende. Schade auch, dass wir trotz der Kampfleistung ohne Punkt nach Hause fahren. Wir müssen uns vor den Gegnern in der ersten Liga nicht verstecken. Ich denke, in den nächsten Wochen werden wir auch solche Spiele für uns entscheiden. Bayern wird ein anderes Spiel, das sind Weltklassespieler. Aber darauf freuen wir uns. Das haben wir uns in der letzten Saison erarbeitet, dass wir jetzt gegen Bayern spielen dürfen. Ich bin ganz froh, dass das Gerede um diese Nullserie jetzt ein Ende hat. Jetzt können wir uns wieder mehr aufs Spiel konzentrieren. Wenn wir vorne die Tore machen, kann ich auch mit dem ein oder anderen Gegentor leben.

Kevin Vogt: Wir sind angerannt und angerannt aber irgendwie wollte der Ball nicht rein. Ärgerlich dass heute die Serie gerissen ist. Aber wir haben nicht aufgesteckt, haben viel viel versucht und alles gegeben. Leider hat das Quentchen Glück gefehlt.

Statistik

1. FC Köln: Horn, Brecko (82. Olkowski), Maroh, Wimmer, Hector – Lehmann, Vogt – Risse, Halfar, Peszko (58. Zoller) – Osako (58. Ujah)

Hannover 96: Zieler – Sakai, Marcelo, Schulz, Albornoz (74. Trevizan) – Gülselam, Andreasen – Bittencourt (83. Sobiech), Kiyotake – Joselu, Briand (54. Karaman)

Tore: 1:0 Joselu (6.)

Gelbe Karten: Peszko (49.), Ujah (90.)

Schiedsrichter: Tobias Stieler

Zuschauer: 39.400

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