Folge uns
.

Nachspiel

Der 1. FC Köln siegt 1:0 im Pokal: Mit Müh‘ und Not ins Achtelfinale

Wenig überzeugend und leidlich souverän meistert der 1. FC Köln die Pokalhürde Osnabrück. Gegen den biederen Zweitligist machen sich die „Geißböcke“ gegen Ende der Partie das Leben selbst schwer.

Erleichterung nach dem Schlusspfiff Foto: imago images/Dennis Ewert/Poolfoto

Nein, nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Robert  Hartmann hallte kein lauter Jubel, keine ausgelassene Freude durch das weite Rund des Kölner Stadions. Es war pure Erleichterung, die sich in den Mienen der Kölner Spieler nach dem 1:0-Sieg gegen den VfL Osnabrück widerspiegelte. Erleichterung darüber, eine Blamage vermieden zu haben, Erleichterung über einen knappen Sieg, der in den letzten Minuten des Spiels an einem seidenen Faden gehangen hatte und das Erreichen des Achtelfinales im DFB-Pokal bedeutete.

Auch interessant
1:0 gegen den VfL Osnabrück: Anthony Modeste schießt den 1. FC Köln ins Achtelfinale des DFB-Pokals

Modestes Tor beendet eine chancenarme 1. Hälfte

Dies betonte auch Marius Wolf nach der Partie: „Wir müssen uns ankreiden lassen, dass wir das Spiel nicht früher beendet haben und zu fahrlässig mit unseren Chancen umgegangen sind. Wir haben den Gegner so noch mal stark gemacht.“ Nach einer chancenarmen 1. Halbzeit, die mit dem 1:0 durch Anthony Modeste endete, hatten die Lila-Weißen aus der Friedensstadt ab der 60. Minute ihre Offensivbemühungen verstärkt und dadurch dem FC Räume eröffnet, die die Geißböcke zum Kontern geradezu einluden.

Modeste trifft zum 1:0 Foto: imago images/Jan Huebner

Was jedoch das Team von Trainer Markus Gisdol daraus machte, war eines Erstligisten nicht wirklich würdig. Besonders tat sich dabei die linke Offensivseite in personam Dimitris Limnios hervor. Zumeist dribbelte er sich fest, verpasste den richtigen Moment des Abspiels oder beförderte die bunte Kugel bis in die Nähe des Stadiondaches. Der griechische Nationalspieler mag individuelle Qualitäten besitzen, das Erfassen von Spielsituationen und das Zusammenspiel mit seinen Teamkollegen zählten an diesem spielerisch tristen Dienstag nicht dazu.

„Wir haben hinten wenig zugelassen und vorne das eine Tor geschossen, das den Unterschied ausmacht. Das reicht, um im Pokal eine Runde weiterzukommen.“

So blieb die Partie bis zum Schlusspfiff eng, in den letzten Minuten spielten sich einige wilde Szenen im Kölner Strafraum ab, die die Abwehr jedoch mit Glück und Geschick sowie unter gütiger Mithilfe des Gegners klären konnte. Was bleibt nach dieser Begegnung? Sicherlich die Gewissheit, dass die Mannschaft in der Defensive ganz ordentlich funktioniert, vor allem dann, wenn der Gegner nicht in hohem Tempo auf das von Timo Horn gehütete Tor zuläuft.

Erkenntnisse aus der Partie

Trotzdem muss auch in einem solchen engen Spiel zum Ende hin souveräner verteidigt und nach Ballgewinn ruhiger nach vorne gespielt werden. Die ordentliche Leistung der Defensive hob auch Timo Horn nach dem Spiel hervor: „Wir haben hinten wenig zugelassen und vorne das eine Tor geschossen, das den Unterschied ausmacht. Das reicht, um im Pokal eine Runde weiterzukommen.“

Ondrej Duda im Zweikampf mit dem Osnabrücker Ulrich Taffertshofer Foto: Frederic Scheidemann/Getty Images

Auf der anderen Seite verfestigt sich nach dieser Partie die Erkenntnis, dass sich im Spiel nach vorne eklatante Schwächen aufzeigen. Der Pass von Ondrej Duda auf Modeste vor dem 1:0 gehörte zu den ganz wenigen gelungenen Offensivaktionen. Überhaupt erweist sich der slowakische Nationalspieler immer mehr als Gewinn für die Kölner, ist mit seiner Ballfertigkeit, den schnellen Bewegungen und dem gute Auge für seine Mitspieler der Künstler unter den Handwerkern.

Die Stimmen der Trainer

Trainer Markus Gisdol ließ bei seiner milden Bewertung der Leistung seiner Mannschaft gewiss auch die weihnachtliche Vorfreude in sein Urteil einfließen: „Wir hatten heute einen sehr unangenehmen Gegner, der uns wirklich gut bespielt und einige Schwierigkeiten bereitet hat. Hinten haben wir gar nichts zugelassen und waren selber sehr dominant. In der ersten Hälfte haben wir topseriös gespielt und hätten zwei Tore machen müssen. Im zweiten Durchgang hatten wir eine Reihe von Chancen. Aber wenn du die Dinger nicht machst, kommt der Gegner nochmal auf. Wir sind jetzt glücklich und können die Weihnachtstage in Ruhe angehen.“

Osnabrücks Trainer Marco Grote war angetan von der Leistung seiner Elf, aber enttäuscht vom Ergebnis: „Glückwunsch zum Erreichen der nächsten Pokalrunde. Das war uns leider nicht vergönnt. Ich glaube, dass wir es unangenehm gemacht haben in der ersten Phase des Spiels, dann aber in einer Phase vor der Halbzeit Stück für Stück den Zugriff verloren haben. Wir sind dann dem einen Gegentor hinterhergelaufen. Wir wollten dranbleiben und das Ding noch drehen. Am Ende hatten wir noch aussichtsreichen Möglichkeiten, haben sie aber nicht genutzt. Somit sind wir der Verlierer, obwohl wir es sehr gut gemacht haben.“

Der Blick auf das nächste Spiel

Nach einer kurzen Weihnachtspause trifft sich das Team wieder am 28. Dezember zum obligatorischen Corona-Test, bevor am folgenden Tag mit einer Doppeleinheit die Vorbereitung auf das nächste Spiel aufgenommen wird. Gegner am 2. Januar ist der FC Augsburg, eine traditionell unangenehm zu bespielende Mannschaft.

Die nächste Pokalrunde wird am 3. Januar ausgelost und findet am 2./3. Februar statt. Würde der 1. FC Köln das Viertelfinale erreichen, wäre dies das erste Mal seit der Saison 2009/10. Gegner war der – FC Augsburg. Die Partie ging 0:2 verloren, Adil Chihi, Lukas Podolski und Petit mussten auf Geheiß von Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer das Spielfeld vorzeitig verlassen. Aber: first things first, und da kann dem Losglück eine ganz entscheidende Bedeutung zukommen. Warten wir’s ab.

Mehr aus Nachspiel

.