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Vorspiel

Der 1. FC Köln zu Gast beim VfB Stuttgart: Weiter dringend erfolgsbedürftig

Ein selbstbewusster Gegner in Zeiten der eigenen Erfolgslosigkeit: Der 1. FC Köln bekommt es am Freitagabend beim VfB Stuttgart mit einem euphorischen Aufsteiger zu tun. Bei den „Geißböcken“ steht derweil ein Edeljoker mit Torhunger im Fokus.

Foto: MARCEL KUSCH/POOL/AFP via Getty Images

Wer schießt den 1. FC Köln beim VfB Stuttgart zum lang ersehnten Sieg? Nach dem Abgang von Jhon Cordoba hat Sebastian Andersson in Ansätzen gezeigt, was von ihm zu erwarten ist. Das alleine wird aber nicht reichen, um die Klasse zu halten, das ist jetzt bereits klar. Es braucht mehr Torgefahr aus Kölner Sicht. Auftritt: Anthony Modeste? Die „Geißböcke“ treten am Freitagabend in Stuttgart an – und der Franzose konnte bereits in seinen wenigen Minuten gegen Eintracht Frankfurt für Gefahr sorgen. Denn: Es braucht trotz des Punktgewinns gegen die Hessen noch immer eine Wende in dieser Saison. So viel steht fest. Und Markus Gisdol hat sich fest vorgenommen, diese in Stuttgart zu beginnen.

Optimistisch stimmt den Kölner Übungsleiter vor dem Spiel ein nahezu vollständiger Kader. Jonas Hector fällt weiterhin aus, dazu ist Marco Höger angeschlagen nicht dabei. Für den erkälteten Rafael Czichos könnte es reichen – oder aber Jorge Meré oder Frederik Sörensen bekommen im Abwehrzentrum ihre Bewährungschance. Überhaupt ist ein Aufstellungspuzzle „das Beste, was einem Trainer passieren kann“, sagt Coach Gisdol – und streicht wie schon gegen Frankfurt direkt mal den jungen Angreifer Tolu Arokodare aus dem Kader für das Spiel beim VfB. Und dennoch sind 21 Mann dabei, einer zu viel. Anthony Modeste dürfte seinen Platz dennoch sicher haben. Vielleicht sogar von Beginn an? Der Alt-Star deutete gegen Frankfurt zumindest an, dass er fit und hungrig auf Tore ist – und nichts ist derzeit wichtiger für den effzeh. Mal eine Führung, mal nicht einem Rückstand hinterherrennen.

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Stuttgart mit Top-Start

Einfach wird das erneut nicht. Der Aufsteiger aus Stuttgart ist mit sieben Punkten top in die Saison gestartet. Markus Gisdol hat dafür klare Gründe ausgemacht: „Die klassische Euphorie eines Aufsteigers ist in Stuttgart vorhanden. (…) Die Mannschaft spielt sehr unbekümmert momentan und mit voller Wucht nach vorne.“ Genau diese Wucht ist es, die dem effzeh derzeit doppelt zu schaffen macht. Gegnerischen Teams gelingt es immer wieder, ins letzte Verteidigungsdrittel des effzeh so vorzustoßen, dass sich beinahe Panik breitmacht. Nur so sind Unkonzentriertheiten und immer wieder verursachte Elfmeter in der Kölner Hintermannschaft halbwegs zu erklären.

Und nach vorne? Da fehlt es den „Geißböcken“ an Konstanz. Die eigene offensive Wucht zu entfalten, das gelang gegen Frankfurt immerhin mal in der zweiten Halbzeit. Zum Favoriten in Stuttgart macht das den effzeh längst noch nicht. Und beim Vergleich der Punkteausbeute könnte man den Spieß sogar eher umdrehen. Doch da hat VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo ordentlich was dagegen: „Ich erwarte eine topmotivierte [Kölner] Mannschaft. Das wird sicherlich kein Spaziergang. (…) Es ist Bundesliga, wir müssen wegkommen von dieser Underdog- und Favoritenrolle, jeder muss hier an sein Limit kommen. In jedem Spiel.“

BERLIN, GERMANY – OCTOBER 17: Pellegrino Matarazzo, Head Coach of VfB Stuttgart looks on prior to the Bundesliga match between Hertha BSC and VfB Stuttgart at Olympiastadion on October 17, 2020 in Berlin, Germany. (Photo by Maja Hitij/Getty Images)

Ein Satz, den sich auch der ein oder andere effzeh-Akteur dringend mal genauer anschauen sollte. Vielleicht ist Stuttgart ja wirklich die Gelegenheit für Markus Gisdol, Akteuren wie Salih Özcan oder eben Anthony Modeste die Chance zu geben. Ismail Jakobs dürfte gesetzt sein, auch Ondrej Duda und Sebastian Andersson dürften erneut von Beginn an spielen. Rechts beharken sich Marius Wolf und Dimitrios Limnios, aber auch Dominick Drexler und der aus einer Erkrankung zurückgekehrte Jan Thielmann stehen parat. Kingsley Ehizibué sollte sich mit seinem Auftritt gegen Frankfurt festgespielt haben. Neben Ellyes Skhiri im Mittelfeldzentrum wäre es aber vielleicht mal an der Zeit für neue Elemente im effzeh-Spiel.

Es geht nur mit Selbstvertrauen

Coach Gisdol hat beim Gegner jedenfalls Schwachstellen ausgemacht. So sagte er mit Blick auf die bisherigen Partien des VfB: „Es war in allen Spielen schon auch alles möglich.“ Heißt: Anders als beim effzeh sei es in Stuttgart jeweils für die Schwaben gelaufen. Doch Gisdol sagt auch, dass bei seinen Spielern vieles am Selbstvertrauen hänge. Als die zweite Hälfte gegen Frankfurt mit viel Wut im Bauch begonnen wurde und die ersten Offensivaktionen klappten, war das den Kölner Angriffsbemühungen auch deutlich anzumerken. Nun hat aber ausgerechnet der Gegner ordentlich Selbstvertrauen. Die Kunst des kölschen Trainers mit Stuttgarter Vergangenheit besteht also darin, den VfB-Akteuren mit empfindlichen Nadelstichen genau das zu entziehen, was sein eigenes Team gerade am Dringendsten benötigt. Und wie könnte man besser Selbstvertrauen gewinnen, als mit einem wunderbaren Abschluss eines Stürmers, der weiß, wo das Tor steht.

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