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Kolumnen

Der effzeh.com-Possbüggel: Aufbruchstimmung am Geißbockheim

Rund um den 1. FC Köln gibt es viel Diskussionsstoff – auch bei unseren Lesern, die um unsere Einschätzung bitten können. Ihr fragt, wir antworten: Der effzeh.com-Possbüggel!

Foto: Christof Koepsel/Getty Images

Die ersten Vorstellungsrunden bei Fanclubs sind vorbei, die Kandidaten für den neuen Vorstand stellten sich beim „FC-Stammtisch Talk“ und einem Mitgliederstammtisch den Fragen der FC-Anhänger. Wie ist euer bisheriger Eindruck des Trios um Werner Wolf? (via Mail)

Ich blicke auf das wohl zukünftige Präsidium des 1. FC Köln wie auch auf die anstehende Saison: Verhalten-optimistisch mit kritischen Untertönen. Die fachliche Eignung des Triumvirats ist definitiv vorhanden: Werner Wolf ist als erfahrener Geschäftsmann mit großartigen Kommunikationsfähigkeiten der richtige Frontmann, Jürgen Sieger als international renommierter Unternehmensanwalt und Eckhard Sauren als dynamischer Machertyp sind gute Entscheidungen für die Posten der Vizepräsidenten. Und die Eckpfeiler ihrer Bewerbung machen Hoffnung für die anstehenden Aufgaben: Kein Auszug aus Müngersdorf, keine Anteilsverkäufe an Investoren, Rückkehr zur Dialogkultur innerhalb des Vereins, mehr soziale Verantwortung.

Während die Vorstellung ihrer Kandidatur auf der Pressekonferenz wirklich gelungen war und sie auf die (zugegeben erwartbaren) Fragen vernünftige Antworten gaben, war ich nach dem Auftritt beim „FC-Stammtisch Talk“ etwas ernüchtert: Das Trio wirkte nicht sonderlich vorbereitet, konnte auf einige drängenden Fragen keine oder nur unzureichende Antworten geben. Das hat sich dem Vernehmen nach bei den zurückliegenden Auftritten gebessert. Es ist aber auch klar: Bei aller Vorbereitung kann das künftige Dreigestirn beim effzeh noch nicht in allen Themen detailliert am Start sein. Sie wirken aufrichtig interessiert und nehmen den aus allen Richtungen einströmenden Input mit. Wenn das so bleibt und sie damit offen für kritische Anmerkungen und auch für Kontrolle seitens der Gremien bleiben, bin ich angesichts ihrer Qualitäten vorsichtig optimistisch.

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Warum setzt der 1. FC Köln nicht auf die Jugend? Jeder erzählt, sie sei so wichtig. (via Instagram)

Dass das abgelaufene Jahr im Profibereich gerade für die jungen Spieler ein verlorenes war, darüber brauchen wir tatsächlich nicht zu diskutieren. In der (gemessen an unseren sportlichen wie wirtschaftlichen Möglichkeiten) viel zu turbulenten Saison gab es eigentlich für kein Talent genügend Spielpraxis, Weiterentwicklung fand nicht statt. Dennoch ist es auch nicht so einfach, in diesem schwierigen Umfeld mit der Zielsetzung Aufstieg konsequent auf den Nachwuchs zu setzen. Ich hätte es zwar gern gesehen, dass Eigengewächse wie Salih Özcan, Yann-Aurel Bisseck, Noah Katterbach oder Darko Churlinov mehr Rasen sehen – letztlich gab aber wohl die höhere Erfolgswahrscheinlichkeit bei routinierteren Spielern den Ausschlag.

Einfacher wird das auch in der Bundesliga keineswegs, dennoch muss sich der effzeh diese Schritte trauen. Neben den genannten Spielern rücken noch zahlreiche vielversprechende Jugendspieler nach, die entsprechend entwickelt werden müssen. Dass sich die Nachwuchsarbeit bei den „Geißböcken“ auch im nationalen Vergleich sehen lassen kann, sollte nach dem U17-Meistertitel und der starken Saison der U19 jedem klar sein. Nun gilt es, die Durchlässigkeit zu den Profis zu verbessern. Der Schritt vom Jugendbereich in den Seniorenfußball ist groß, doch der Verein sollte alles daran setzen, die Entwicklung der Talente zu intensivieren. Das sollte sich dann natürlich auch in Einsatzzeiten bei den Profis niederschlagen, keine Frage. Diesen Mut zu haben, das soll und muss die Marschroute für den 1. FC Köln in der näheren Zukunft sein.

Foto: Christof Koepsel/Getty Images

Wat do nit sähs – unser Hot Take

Der Spielplan für die neue Bundesliga-Saison hat die effzeh-Fans aufschreien lassen: Das Startprogramm mit schweren Auswärtspartien in Wolfsburg, Freiburg und München sowie den Heimspielen gegen Dortmund und Mönchengladbach lässt Schlimmes erahnen. Auch wenn so manch einer betont, es müsse halt gegen jeden Gegner gespielt werden, dürfte dem Auftakt für die „Geißböcke“ besondere Bedeutung zukommen – vielleicht sind die ersten vier Partien bereits die wichtigsten im Halbjahr. Ein Fehlstart wie in der vergangenen Abstiegssaison sollte auch angesichts der nicht sonderlich euphorischen Stimmung rund ums Geißbockheim unbedingt vermieden werden. Eines hat der schwierige Start aber für sich: Spätestens zur ersten Länderspielpause weiß der 1. FC Köln, wo er in der Bundesliga steht.

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