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Vorspiel

Heimspiel des 1. FC Köln gegen den FC Schalke 04: Achtung, Colonia-Virus!

Gegen den FC Schalke 04 kann der 1. FC Köln einen weiteren wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt machen. Die „Geißböcke“ wollen gegen ein formschwaches S04 den Karnevalsschwung in die Fastenzeit mitnehmen.

Foto: Dean Mouhtaropoulos/Bongarts/Getty Images

Wer zum Heimspiel des 1. FC Köln gegen den FC Schalke 04 auf die neue Ausgabe des „Geißbock-Echos“ schaut, wird jemanden erblicken, der am Samstagabend definitiv keine Hauptrolle auf dem Platz spielen wird. Mark Uth ziert das Cover des vereinseigenen Magazins, doch die Schalker Leihgabe, im Winter in seine Heimatstadt zurückgekehrt, wird gegen seine ehemaligen Kollegen nicht für die „Geißböcke“ auflaufen dürfen. Bei den Transferverhandlungen machte S04 eine Klausel zur Bedingung, dass es nicht zu einem direkten Aufeinandertreffen zwischen Uth und den „Königsblauen“ kommt.

„Wir hatten letztlich die Option, ob Mark 16 Mal für uns spielt oder gar nicht“, erklärte Horst Heldt auf der abschließenden Pressekonferenz vor dem Duell gegen Schalke. Sorgen, dass die Mannschaft den ungewöhnlichen Ausfall ihres Taktgebers, der bisher in jedem Einsatz seit seiner Rückkehr an einem Kölner Treffer beteiligt war, nicht auffangen kann, kommen beim FC-Sportgeschäftsführer nicht auf. „Wir haben Vertrauen in die Jungs, wir schenken es jedem einzelnen von unseren Jungs. Wir werden in dieser Saison jeden brauchen“, betonte Heldt mit Hinblick auf den zurückliegenden Galaauftritt der „Geißböcke“ beim Karnevalsspiel in Berlin (5:0), als Elvis Rexhbecaj für den kurzfristig angeschlagenen FC-Kapitän Jonas Hector einsprang und eine herausragende Leistung zeigte.

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Rexhbecaj oder wer? Die Frage nach dem Uth-Ersatz

Während außerhalb der Fußballbubble angesichts der unglaublichen Bedrohung durch das Coronavirus der Prepper-Wahnsinn ausgebrochen zu sein scheint und manche Supermärkte wie leergefegt daherkommen, kann Kölns Trainer Markus Gisdol trotz der Uth-Klausel und dem Ausfall von Abwehrchef Rafael Czichos, der nach seinem schlimmen Zusammenprall in Berlin letztlich an der Halswirbelsäule operiert werden musste und wohl für den Rest der Saison ausfällt, aus einem ordentlich gefüllten Regal wählen. Neben Rexhbecaj machten auch Toni Leistner und Jorge Meré ihre Sache beim 5:0-Sieg in Berlin ordentlich, Jonas Hector wird ebenso in den Kader zurückkehren wie Sebastiaan Bornauw, der seine Gelbsperre abgesessen hat. „Unsere Jungs haben ab Dienstag den Schalter wieder umgelegt, alle sind voll auf Sendung“, sagte FC-Coach Gisdol.

COLOGNE, GERMANY - DECEMBER 21: Markus Gisdol, Head Coach of 1. FC Koeln looks on prior to the Bundesliga match between 1. FC Koeln and SV Werder Bremen at RheinEnergieStadion on December 21, 2019 in Cologne, Germany. (Photo by Jörg Schüler/Bongarts/Getty Images)

Foto: Jörg Schüler/Bongarts/Getty Images

In die Karte schauen lässt er sich bei seinen Überlegungen, wie er den „Königsblauen“ begegnen wird, nicht. Insbesondere die Position hinter dem treffsicheren Jhon Cordoba (neun Tore in den letzten elf Spielen) muss anders besetzt werden. „Wer Mark Uth gegen Schalke vertritt, steht noch nicht fest. Es könnte Dominick Drexler sein, Jan Thielmann oder eben Elvis Rexhbecaj. Oder wir spielen mit zwei Spitzen. Das entscheiden wir noch“, blieb Gisdol betont vage. Die wahrscheinlichste Variante: Rexhbecaj rückt eine Position nach vorne, bildet mit Hector und Ellyes Skhiri ein lauf- und spielstarkes Mittelfeldzentrum. Gerade gegen die ständig anlaufenden Spielzerstörer aus Schalke könnte dies ein guter Schachzug sein, um den eigenen Spielaufbau zu stabilisieren.

Trotz Formschwäche: Gisdol sieht Schalke als Favoriten

Denn: Trotz der starken Form seiner Mannschaft, die sechs der letzten acht Partien für sich gewonnen hat, und der zuletzt eher leistungsschwach daherkommenden Schalker (kein Sieg in diesem Jahr) sieht Gisdol den FC nicht als Favoriten im Duell mit dem Westrivalen. „Ich will mir durch die letzten Ergebnisse von Schalke keinen Sand in die Augen streuen lassen. Schalke hat ein sehr gutes Umschaltspiel und ein tolles Tempo. Schalke ist ein Club, der einen internationalen Anspruch hat und dass auch die letzten Jahre bewiesen hat“, so Gisdol, der sein Team als Außenseiter in das Duell am Samstagabend gehen sieht: „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir Aufsteiger sind. Wir haben aber auch Ideen, wie wir ihnen wehtun können. Das Spiel wird eine große Herausforderung für uns.“

„Wir dürfen nicht vergessen, dass wir Aufsteiger sind. Das Spiel wird eine große Herausforderung für uns!“

Eine große Herausforderung – das gilt auch dafür, die Fastelovendseuphorie nach dem Kantersieg in Berlin in die richtigen Bahnen zu lenken. „Wir haben genossen und haben gefeiert – es hat alles rundum gepasst. Aber ich bin auch froh, dass der totale Fokus jetzt wieder auf Fußball liegt“, weiß Gisdol um die Aufgabe, alle Beteiligten auf dem Boden der Tatsachen zu halten. Die ersten Jecken schauen schon eher nach dem Abstand zu den Europapokalplätzen statt nach dem Vorsprung auf die Abstiegsränge. Wohl ein klarer Fall von Colonia-Virus – doch ein Erfolg im Topspiel am Samstagabend im Flutlicht des Müngersdorfer Stadions würde einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt bedeuten. Dann darf auch ein wenig verrückt gespielt werden – vielleicht mit Hamsterkäufen in der nächsten Kölschkneipe.

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