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Nachspiel

1. FC Köln trennt sich 1:1 von Augsburg: Viel Kampf, viel Krampf, wenig Ertrag!

Gegen den FC Augsburg kämpft der 1. FC Köln gegen viele Widerstände an. Dass es am Ende zu einem Zähler reichte, lag an Moral, Unterstützung und einer gelungenen Einwechslung.

Foto: Lars Baron/Collection Bongarts

Nein, fußballerische Leckerbissen waren die Spiele zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Augsburg nur selten, dafür boten sie so manches Mal dramatische Entscheidungen und reichlich Stoff für hitzige Diskussionen. Man erinnert sich an das mit 0:2 verlorene DFB-Pokalspiel in Augsburg im Februar 2010, als Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer nicht weniger als drei Kölner mit einem Platzverweis bedachte, oder an das 0:1 zu Hause gegen die Fuggerstädter im Dezember 2015, als Torhüter Marwin Hitz vor einem Elfmeter für den 1.FC Köln den Elfmeterpunkt mit seinen Füßen dermaßen traktierte, dass Modeste bei der Ausführung ausrutschte und Hitz parieren konnte.

Auch diesmal war die Begegnung umkämpft, aber arm an Klasse, bot jedoch mit 10 gelben Karten eine Flut an Verwarnungen, zweimal Gelb-Rot, einen von Horn gehaltenen Elfmeter und so manche diskussionswürdige Situation. Nach einem recht schwungvollen Beginn des FC sahen die Zuschauer in der 7. Minute den Augsburger Max auf Niederlechner flanken, der von Rafael Czichos strafstoßwürdig attackiert wurde. André Hahn trat zum Elfmeter an – Timo Horn wehrte den wenig platzierten Schuss ab.

Ein Wechselbad der Gefühle in der 1. Hälfte

Danach wogte das Spiel hin und her, wobei die Augsburger nach 15, 20 Minuten den besseren, weil zielstrebigeren Eindruck machten. Fünf Minuten vor der Halbzeit spielte Ismail Jakobs noch in der eigenen Hälfte einen Harakiri-Pass auf Czichos, dessen Ballannahme misslang, so dass Niederlechner freie Bahn gehabt hätte, wenn ihn der schon gelbbelastete Kölner Innenverteidiger nicht festgehalten hätte – Schiedsrichter  Stieler entschied auf Gelb-Rot für den früheren Kieler.

Foto: Lars Baron/Collection Bongarts

Drei Minuten später war es wiederum Jakobs, der an der Entstehung des Führungstreffers für den FC Augsburg beteiligt war, als er nahe der Eckfahne einen hohen Ball nicht kontrollieren konnte. Max gab den Ball in den Strafraum, Niederlechner wurde von Hector nicht konsequent genug gedeckt und schob aus fünf Metern zum 0:1 ein. Eine Minute später war das numerische Verhältnis auf dem Platz wieder ausgeglichen, als Hahn Dominick Drexler mit einem viel zu hohen Bein am Kopf traf und ebenfalls Gelb-Rot sah.

Aufholjagd mit Happy End – dank Jhon Cordoba

Trainer Markus Gisdol wechselte zur 2. Halbzeit Florian Kainz und Kingsley Ehizibue für die gelbbelasteten Marco Höger und Birger Verstraete ein und setzte so das Signal auf Angriff. Nach einer Ecke hatte dann auch Sebastiaan Bornauw die erste Großchance nach der Pause, schoss jedoch aus sieben Metern knapp am rechten Toreck vorbei. Simon Terodde und vor allem Anthony Modeste taten sich allerdings weiterhin gegen die abwehrstarken Augsburger ungemein schwer, so dass der Franzose in der 64. Minute gegen Jhon Cordoba ausgewechselt wurde.

„Jhon Cordoba hat neuen Schwung gebracht und genau die richtige Energie auf den Platz gebracht. Schön, wie er sich da ‚reingehauen hat.“

Mit dem Kolumbianer gelangte neuer Elan in die Kölner Angriffsmaschinerie, Chance folgte auf Chance, Kainz‘ Volleyschuss wurde gehalten (70.), Terodde köpfte freistehend über das Tor (71.), Cordobas Schuss wehrte Koubek genauso ab (81.) wie dessen Kopfball sieben Minuten zuvor. Dem Torhüter der Augsburger war es dann jedoch vier Minuten vor Schluss zu verdanken, dass den Kölnern doch noch der Ausgleich gelang. Jonas Hector hatte Cordoba mit einem langen Ball auf die Reise geschickt, dieser umkurvte den recht unmotiviert aus seinem Tor eilenden Tschechen und schoss durch die Beine von Gouweleeuw zum 1:1 ein.

In der Nachspielzeit sorgte eine Freistoßflanke des Augsburger Max, die Timo Horn im Strafraum aufspringen ließ und die den linken Winkel des Kölner Gehäuses nur knapp verfehlte, genauso für Aufregung wie ein Stoßen von Khedira gegen Bornauw nach einer Kölner Ecke. Kurz sah es so aus, als hätte sich der VAR gemeldet, dann pfiff Schiedsrichter Stieler jedoch die Partie ab.

Der Kampf stimmte, das Fußballerische nicht

Was bleibt nach der Partie? Positiv bleibt sicherlich haften, dass Gisdols Team in der 2. Halbzeit den leidenschaftlichen Kampf auf den Platz brachte, den die Fans sehen wollen. Allerdings gibt es noch eine Reihe von Baustellen, die der Bearbeitung bedürfen. Die Abwehr zeigt sich vor allem dann verwundbar, wenn der Gegner das Tempo anzieht. Die Raumverteilung im Mittelfeld lässt noch sehr zu wünschen übrig, sauber über mehrere Stationen vorgetragene Angriffe blieben Mangelware, allzu oft wurden Modeste und Terodde mit langen Bällen aus der Abwehr gesucht, worauf sich der Gegner mit zunehmender Spieldauer immer besser einzustellen vermochte.

„Die Mannschaft hat dann aber in der 2. Halbzeit mit Wille, mit Energie, mit allem, was sie hatte, geschafft, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Die Zuschauer waren fantastisch.“

Trainer Markus Gisdol sagte nach dem Spiel: „In der ersten Halbzeit schien wieder alles gegen uns zu laufen, Elfmeter, Gelb-Rote Karte, dann der Rückstand kurz vor der Pause. Die Mannschaft hat dann aber in der 2. Halbzeit mit Wille, mit Energie, mit allem, was sie hatte, geschafft, das  Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Die Zuschauer waren fantastisch. Jhon Cordoba hat neuen Schwung gebracht und genau die richtige Energie auf den Platz gebracht. Schön, wie er sich da ‚reingehauen hat.“

Am nächsten Sonntag reist der 1.FC Köln zum Mitaufsteiger nach Berlin. Verzichten muss Markus Gisdol in dieser Begegnung auf Kapitän Jonas Hector wegen seiner fünften Gelben und Rafael Czichos nach seiner Gelb-Roten Karte. Die Kölner werden in der Alten Försterei auf einen Gegner treffen, dessen Spiel von hoher Laufbereitschaft, Leidenschaft und Aggressivität geprägt ist und der mit diesen Eigenschaften die beiden hochgelobten Borussias aus Dortmund und Mönchengladbach niederringen konnte. Dem Team steht in dieser Partie ein Charaktertest höherer Ordnung bevor, nur eine Halbzeit Bereitschaft zu leidenschaftlichem Kampf wird da wohl kaum reichen.

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Jan Eiskla

    2. Dezember 2019 an 16:45

    Was ist denn bitte mit den Spielern aus unserem Nachwuchs.
    Die sind doch gut und die kämpfen.
    Hat man die vergessen? Gebt ihnen eine Chance!

    Abstieg ist vorprogrammiert. Vielleicht
    und nur so)klappt der Klassenerhalt mit „hungrigen“ Spielern.

    „Millionäre in kurzen Hosen“ als Minderleister gibt es schon.

    Come on FC !

  2. Avatar

    mat

    1. Dezember 2019 an 19:07

    In berlin bitte ohne Höger, reicht dann jetzt auch!

  3. Avatar

    Ingrid

    1. Dezember 2019 an 18:42

    Ich bleibe bei meiner Meinung: dieser Kader ist nicht bundesligareif. Für Spieler wie Höger, Kainz, Drexler, Czichos, Schmitz und Jakobs ist das eine Liga zu hoch.

    • Avatar

      isjotjetz

      1. Dezember 2019 an 23:32

      Dann bleib da auch – und verschone uns mit Deiner Fachmeinung…

      • Avatar

        Jan Eiskla

        2. Dezember 2019 an 16:48

        Ingrid hat ja leider recht!

      • Avatar

        Ingrid

        2. Dezember 2019 an 18:36

        Wenn es der Fachmann mit der feinen Klinge sagt: nö.

    • Avatar

      Wolfgang Walter

      2. Dezember 2019 an 06:28

      In der 1.Halbzeit hat eine Mannschaft mit
      einem Durchschnittsalter von 28,6 Jahren
      auf dem Platz gestanden! Das zu Högers
      Spruch „die älteren Spieler sind jetzt gefordert „.Wer die Mannschaft aufstellt
      ist doch Jedem jetzt klar. Ist Gisdol überhaupt Trainer oder Beiwerk?

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        Wolfgang Walter

        2. Dezember 2019 an 15:54

        Ach ja.Gestern hat sich wahrscheinlich der Manschaftsrat oder auch Ältestenrat genannt zum
        Adventsingen um den Weihnachtsbaum versammelt und den Punkt gefeiert.
        Statt zu Leuchten brannte aber schon der ganze Baum. Gisdol durfte dann als Feuerwehrmann Diesen kontrolliert anbrennen lassen.Anschliessend stimmten alle dann das Lied „Alle Jahre wieder“an

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