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Nachspiel

Remis gegen Schalke: Erst Kampf, dann Tränen beim 1. FC Köln

Nach einem 0:2-Rückstand gegen den FC Schalke kämpft sich der 1. FC Köln ins Spiel zurück und holt noch einen Punkt – den Abstieg kann man dadurch allerdings nicht mehr verhindern, nach dem Spiel fließen Tränen.

COLOGNE, GERMANY - APRIL 22: Marco Hoeger of Koeln lies dejected on the pitch after the Bundesliga match between 1. FC Koeln and FC Schalke 04 at RheinEnergieStadion on April 22, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)
Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Nach einem 0:2-Rückstand gegen den FC Schalke kämpft sich der 1. FC Köln ins Spiel zurück und holt noch einen Punkt – den Abstieg kann man dadurch allerdings wohl nicht mehr verhindern, nach dem Spiel fließen Tränen.

Man hatte irgendwie ein ungutes Gefühl im Vorfeld der Partie gegen den FC Schalke 04 am Sonntag – das kann nicht nur am Wetter gelegen haben. Ein Artikel eines Kölner Fußball-„Blogs“ nahm sich an diesem Tag die Worte eines sogenannten Insiders zu Herzen, der darüber berichtete, dass sich beim effzeh nach dem Erfolg gegen Leverkusen in der Länderspielpause „alles verändert“ habe. Anstatt die Kraft auf die anstehenden Aufgaben zu verwenden, soll es wohl nur darum gegangen sein, wer nach der Saison wohin wechselt, falls es mit dem Klassenerhalt eben doch nicht klappen sollte. Durch das freie Wochenende habe für viele Berater die Chance bestanden, endlich einmal mit ihren Schützlingen die Situation zu erörtern und abzuklopfen, wie es denn für die kommende Saison aussieht – die Quittung für diese unnötige, aber in diesem Geschäft zwangsläufige Ablenkung bekam man dann beim 0:6 in Hoffenheim, so will es zumindest der „Geissblog.Koeln“ erfahren haben.

Den nächsten „Spannungsabfall“ beklagte Stefan Ruthenbeck dann nach der Niederlage in der vergangenen Woche in Berlin – und neben der Gesamtsituation ließ dann auch noch die Aufstellung wenig Gutes verheißen.

Vier neue Spieler in der Startelf

Mit vier neuen Spielern in der Startelf wollte der scheidende effzeh-Coach den Schalkern entgegentreten, unter anderem fanden sich die beiden jungen Spieler Özcan und Handwerker unter den ersten Elf, nachdem sie in Berlin gar nicht dabei waren – das muss man auch erstmal wagen. Vincent Koziello und Yuya Osako, beide normalerweise so etwas wie die kreativen Achsenspieler im effzeh-System, saßen auf der Bank.

Jonas Hector spielte sozusagen als Zehner und war dort stets bemüht, manchmal aber auch unglücklich – dennoch war er an den gefährlichsten Kölner Szenen (Vorlage zum 1:2, Vorbereitung von Teroddes großer Chance nach 55 Minuten, eigene Chance nach Abpraller nach etwa einer Stunde) beteiligt. Begeisterung kam beim Kapitän ob der ungewohnten Position allerdings nicht auf, das war ihm auf Nachfrage im Interview mit „SKY“ nach der Partie anzumerken.

Knapper Rückstand zur Pause: Fahrlässige Schalker

Dass es ein schwieriger Spätnachmittag werden dürfte, zeichnete sich dann auch bereits nach fünf Minuten ab: Jonas Hector verlor in der Vorwärtsbewegung (nicht nur wegen Standproblemen aufgrund des rutschigen Rasens) den Ball, Naldo bediente mit einem guten Pass Konoplyanka, dessen Querpass Embolo nur noch über die Linie drücken musste. Der Ukrainer hatte in der Anfangsphase seine wahre Freude im Duell mit Frederik Sörensen, weil der Däne ihn zu keinem Zeitpunkt verteidigen konnte und auch durch Marcel Risse dabei nicht unterstützt wurde – so traf Schalkes Außenstürmer erst zum 0:2 und danach noch den Pfosten.

Gerade als der Gedanke, dass der effzeh mit einer Klatsche aus dem vorletzten Heimspiel gehen würde, sich verfestigte, die Stimmung zu kippen drohte und erste „Vorstand raus“-Gesänge angestimmt wurden, sendete der effzeh ein Lebenszeichen: Terodde verarbeitete den Ball gut, der bemühte Hector steckte auf Bittencourt durch und dieser überwand Fährmann zum Anschlusstreffer.

COLOGNE, GERMANY - APRIL 22: Ralf faehrmann (R), goalkeeper of Schalke slides into a water puddle during the Bundesliga match between 1. FC Koeln and FC Schalke 04 at RheinEnergieStadion on April 22, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Damit war das Spiel wieder offen, der effzeh hatte aber dennoch Glück, mit einem knappen Rückstand in die Pause zu gehen – Konoplyankas versuchter Heber gegen Horn war wohl einer der Gründe dafür, warum Schalke-Coach Domenico Tedesco seiner Mannschaft nach der Partie attestierte, dass man „arroganter wohl nicht spielen“ könne.

Risses Freistoß sorgt für ein glückliches Remis

So allerdings war das Spiel noch offen und der effzeh zeigte durchaus Mentalität. Der körperliche Einsatz stimmte, auch wenn spielerisch vieles nicht funktionierte. „Die Mannschaft hat nicht aufgegeben, beißt, kämpft und sorgt für den Ausgleich“, fasste Trainer Ruthenbeck die Einstellung seiner Schützlinge nach der Partie zusammen. Marcel Risse erzielte wenige Minuten vor dem Ende unter gütiger Mithilfe von Schalkes Keeper den Ausgleichstreffer, zu mehr sollte es dann aber erneut nicht reichen.

Auf der nächsten Seite: Vieles wie immer – und viele Tränen

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