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Vorspiel

1. FC Köln zum Auftakt beim VfL Bochum: Zurück im Revier

Traurig aber wahr: Der 1. FC Köln ist zurück in der 2. Bundesliga. Das Traditionsduell beim VfL Bochum liefert einen Start ins Ungewisse und einen Vorgeschmack.

Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Der 1. FC Köln tritt im Ruhrstadion beim VfL Bochum an. In den Erzählungen der Ur-Ahnen ist das noch ein echter Bundesligakracher: Die Unabsteigbaren aus dem Ruhrpott gegen das Spitzenteam aus der Domstadt. Ein Klassiker in den 70ern und 80ern.

Fast 40 Jahre später sieht die allgemeine Situation gar nicht so anders aus. In Bochum empfängt die Konstante den großen Favoriten auf die Tabellenspitze. Das alles geschieht nur eine Liga tiefer. Der VfL hat sich seit einigen Jahren im Unterhaus eingenistet, der effzeh ist nach längerer Zeit mal wieder zurück in der Spielklasse, in der er fast die Hälfte dieses Jahrtausends verbracht hat.

Zurück in seinem Revier, wo er den eigenen Fans fernab des schon unendlich weit und kurz erscheinenden Europapokalrausches in den letzten 20 Jahren die schönsten Momente bescherte, welche den vielen, vielen Bundesligapleiten entgegenstehen. Gewissermaßen riecht der Verein den Dreck, atmet tief ein und ist sich schließlich sicher, wieder zurück zu sein.

Niederlagen sind beim effzeh nicht eingeplant

Es soll allerdings mal wieder nur ein kurzer Abstecher sein für den Riesen vom Rhein – ausgestattet mit einem für Zweitligaverhältnisse pompösen Kader, angeführt von einer Führungsetage, welche sich selbst überall außer in Liga zwei sieht, umringt von einem Umfeld, welches keine Auftaktniederlagen einplant oder duldet.

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Der 1. FC Köln geht als der große Favorit ins Duell mit dem wiedererstarkten VfL, der nach einer mit vier Trainerwechseln turbulenten letzten Saison in diesem Jahr weniger Nebengeräusche und mehr sportliche Leistung produzieren will. Der effzeh wird fortan in jedes Duell als Favorit gehen, ganz gleich, wie die Saison auch laufen mag – das ist Selbstverständnis und logische Konsequenz aus dem Gebaren in der Vorbereitung.

Spitzenmannschaft Bochum als Underdog

Zweifelsohne werden die Gastgeber aus Bochum als eines der Top-Teams der zweiten Liga gehandelt. Als Spitzenmannschaft. Als potentieller Anwärter auf den Aufstieg, wenn, ja wenn da nicht diese zwei Bundesligagiganten wären, die schon in der Vorbereitung die Berichterstattung über die zweite Bundesliga überstrahlten. Gegen die beiden Schwergewichte gehen auch vermeintliche Top-Mannschaften in ihrer Rolle als Underdog auf. Bochum dürfte da nur ein kleiner Vorgeschmack auf all das sein, was den effzeh in der kommenden Saison erwartet.

Foto: Dennis Grombkowski/Bongarts/Getty Images

Alleine schon der kölsche Anhang macht alle Zweitligaspiele für andere Teams zum Spiel des Jahres. Selbstverständlich wird auch das Ruhrstadion am Samstag ausverkauft sein und an vielen Stellen in rot-weiß erstrahlen. Natürlich wird das den Rivalen noch einmal zusätzlich anstacheln. Bochums Trainer Robin Dutt geht sogar ungewöhnlich forsch ins Spiel und betonte unlängst, dass er einen Sieg gegen Köln erwarte.

Er wird sein aus dem letzten Jahren schon eingespieltes Team bis in die Haarspitzen motivieren. Ein Spaziergang wird das Duell also mitnichten, zumal der VfL mit Spielern wie Sidney Sam, Robbie Kruse, Tim Hoogland oder Lukas Hinterseer ebenfalls über viel Bundesligaerfahrung und Qualität verfügt.

Bestätigt Anfang-Elf den guten Eindruck?

Trotz allem wäre es höchst verwunderlich und unlogisch, wenn der 1. FC Köln angesichts der eigenen Ansprüche und der bisherigen Eindrücke nicht selbstbewusst in dieses erste Spiel gehen würde. Die Vorbereitung verlief nach dem etwas holprigen Start gut. Das Trainerteam um Markus Anfang versprüht frischen Wind, von dem einstige Problemfälle wie Cordoba, Clemens oder Guirassy zu profitieren scheinen. Die Neuzugänge um Czichos, Drexler und Schaub machten durchweg den Eindruck, als könnten sie sofort weiterhelfen.

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Mit Terodde, Sobiech, Zoller und Co. steckt viel Zweitligaerfahrung im Kader. Zudem handelt es sich bei der Rollenverteilung als großer Favorit um etwas, das den wenigsten Kölnern neu ist: Etliche Spieler im Kader wie Horn, Hector, Lehmann oder Risse haben eine derartige Saison im Unterhaus bereits mitgemacht.

1.FC Köln weit vom Zweitligatitel entfernt

Dennoch ist es ein Start ins Ungewisse. Vielversprechende Vorbereitungsspiele waren in den seltensten Fällen Vorboten für eine ebenso gute Saison. Eine Niederlage zum Auftakt könnte gleich wieder Druck geben auf einen Kessel, der im kölschen Umfeld naturgemäß schon von Beginn an brodelt.

In unserem ersten Vorspiel der letzten Saison bewiesen wir Weitsicht und schrieben vor dem Derby in Mönchengladbach noch: Von einer miserablen Spielzeit dürften die Stöger-Schützlinge weit entfernt sein. Deswegen lehnen wir uns vor dem Auftakt in Bochum mal weit aus dem Fenster und sagen: Vom sicheren Zweitligatitel dürfte die Anfang-Elf noch weit entfernt sein. Vielleicht tritt dann ja auch das Gegenteil ein. Unser aller Lieblingsverein macht schließlich sowieso nie das, was man von ihm will.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Ein großes Fragezeichen vor dem Spiel am Samstag ist beim effzeh die Position des Rechtsverteidigers. Bader befindet sich im Aufbautraining, für ihn kommt ein Einsatz aber zu früh. Benno Schmitz ist mit einem Oberschenkel-Sehneneinriss ebenso wie Höger (Schulter) komplett raus. Risse ist ebenfalls angeschlagen. Sollte auch Cello ausfallen, dürfte Mere nach außen rücken, was in der Mitte den Weg für Neuzugang Sobiech freimachen würde.

VfL Bochum: Riemann – Celozzi, Hoogland, Leitsch, Danilo – Losilla, Tesche – R. Kruse, Maier, Sam – Hinterseer

effzeh: T. Horn – Risse, Mere, Czichos, Hector – Özcan – Clemens, Schaub, Drexler, Guirassy – Cordoba

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