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Kurz & Knapp

Wirtschafliche Einordnung

Der 1.FC Köln stellt, in einer Mitglieder-Info, seine wirtschatliche Situation dar, um mit den jüngsten Gerüchten aufzuräumen.

© effzeh.com

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Nach den neuerlichen Schlagzeilen über die wirtschaftliche Situation, geht der 1.FC Köln, in erster Linie der neue Vorstand, sehr offensiv mit diesem Thema um. Es wird nichts beschönigt,  Zahlen werden auf den Tisch gelegt und man ist um totale Transparenz bemüht.

Laut heutiger Mitglieder-Info ist der effzeh darum bemüht, keine Geheimniskrämereien mehr walten zu lassen, sondern Fakten auf den Tisch zu legen. „Denn Spekulationen sind schädlich, weil sie das Vertrauen unserer Partner, der Banken und Investoren in den FC untergraben.“
In Zukunft soll in verschiedenen Intervallen immer wieder offen gelegt werden, wie es tatsächlich um den Klub bestellt ist.
Laut Mitglieder-Info hat der effzeh  in der Saison 2011/12 einen Rekordetat von 33 Millionen Euro für den Lizenzspielerbereich gestellt. Im letzten Sommer wollte man sich bewußt nicht von Leistungsträgern trennen, sondern sogar noch Führungsspieler dazukaufen, wie im Fall Sascha Riether geschehen.“ Dieser Etat entspricht im Liga-Vergleich statistisch einem guten Mittelfeldplatz.“
Durch das frühzeitigere Aus im DFB-Pokal, sowie dem recht schleppenden Transfermarkt der letzten Saison,  kam es nicht zu Sondererlösen in der Größenordnung von 10 Millionen Euro, die erziehlt werden mussten, um ein ausgeglichenes Jahresergebnis zu erreichen.“ Dies wurde durch die Verlängerung des Vertrages gegen Zahlung einer Signing Fee mit unserem Rechtevermarkter IMG bis zur Saison 2015/16, durch Signing Fees auf Sponsoringverträge sowie durch Forderungsverkäufe ermöglicht. Daraus entstehen finanzielle Belastungen für die kommenden Jahre.“ – so die Information. In den Vorjahren wurden wohl auch, durch internen Verkauf von Rechten an Tochtergesellschaften, Sondererlöse erzeugt. Der FC weiter: „ Das negative Eigenkapital auf Konzernebene von 8.9 Millionen Euro, zum 30.6.2011, und die Verschuldung von 30,9 Millionen Euro, zum 30.6.2011, hat sich auch daraus ergeben“.
Man habe versucht trotz sportlichen Misserfolgs und ständig wechselnder Personen in der sportlichen Führungsebene, entstandene Budget- und Ergebnislücken zu schließen.

Die aktuelle Situation ist durch den Abstieg natürlich nicht entspannter geworden. Im Gegenteil, hierdurch gehen dem FC rund 20 Mio. Euro durch die Lappen und weitere Risiken kämen zum Tragen, wenn die angestrebten Transfererlöse von Geromel, Nova und Rensing, nicht erziehlt würden.
Das Ziel einer Umstrukturierung, auch im Kader, war und ist zwingend nötig gewesen um ein ausgeglichenes, wirtschaftliches Ergebnis zu erzielen. Hierzu zähle auch das Abschließen von „besseren Verträgen“, doch eine Über-Dramatisierung der Verhältnisse sei genauso schädlich, wie eine Verharmlosung.

Der Umbruch und die Verjüngung  des Kaders soll die Kosten auf unter 20 Mio. EUR senken, dennoch sei man überzeugt von der Truppe.

Um Gerüchte aus dem Weg zu räumen, werden vier Punkte angeführt:

  1. „Die vom Vorstand beauftragte Sonderprüfung bestätigt, dass keine Überschuldung des Clubs vorliegt. Solche Gerüchte können dem FC schaden, denn sie untergraben das Vertrauen, das der FC als Partner von Banken, Investoren und Sponsoren braucht. „
  2. „Es gibt keine Unregelmäßigkeiten. Die Bücher sind vollkommen in Ordnung. Auch das ist ein Ergebnis der Sonderprüfung.“
  3.  „Die Verbindlichkeiten des Clubs liegen nicht –wie wiederholt geschrieben –oberhalb der berichteten Zahlen“.
  4. „Die vom Vorstand in Auftrag gegebene Vertragsprüfung ist abgesehen von der inhaltlichen Bewertung (siehe oben) ohne Auffälligkeiten abgeschlossen worden. „

Um sich zu konsolidieren werden die Lösungsansätze gleich benannt, um Missverständnisse zu umgehen, zitieren wir hier, an dieser Stelle, komplett:

  • Transfers und Ausleihe von Spielern
    „Die sportliche Führung hat seit Ende letzter Saison ohne Berücksichtigung von Lukas Podolski 7 Spieler aus dem bisherigen Lizenzbereich abgegeben, 2 davon ausgeliehen. Andere Verträge sind vertragsgemäß ausgelaufen. Zum 1. September nach Ende des Transferfensters können wir Bilanz ziehen.“
  • Restrukturierung im Club
    „In der Verwaltung arbeiten viele sehr engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, viele an der Belastungsgrenze. Wir werden mit erfahrenen Unternehmensberatern – die ohne Kosten für den FC arbeiten werden – noch einmal prüfen, ob es weiteren Verbesserungsbedarf gibt, ob Prozesse optimiert werden können und ob es Synergie- und Einsparpotenziale gibt. Dabei werden wir alle Bereiche im Club anschauen, auch den Sportbereich.“
  • Zusätzliche Umsatzpotenziale heben
    „Wenn uns Fernseh- und Sponsorengelder wegfallen, müssen wir neue Ideen für zusätzliche Umsatzpotenziale entwickeln. Der FC ist eine Top-Marke – trotz 2. Liga! Er bietet mit seinen Events und seinen Kommunikationsplattformen eine gute Basis für weitere Marketing- und Vermarktungspotenziale. Jede zusätzliche Marketing-Idee, die uns einen fünf- oder sechsstelligen Betrag einbringt, nutzen wir“
  • Neue FC-Anleihe
    „Die 2005 begebene Fan-Anleihe des 1. FC Köln war ein voller Erfolg. Seitdem gibt es viele Nachfragen nach einer neuen Anleihe. Die soll es jetzt geben. Hinter den Kulissen wird daran fieberhaft gearbeitet. Die Konditionen und Laufzeiten werden wir kurzfristig mitteilen. Das Ziel der Fan-Anleihe ist eine Umschuldung. Wir wollen eine weitere Unabhängigkeit von einzelnen Investoren und Banken schaffen. Außerdem erhöht eine erfolgreich platzierte Anleihe auch den Handlungsspielraum für den weiteren Kaderumbau und die Nachwuchsarbeit“.

Die Transparenz und Offenheit, die der 1.FC Köln an den Tag legt, hat man bisher kaum erlebt. Es scheint man hat den Klub in gute Hände gelegt.

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