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Kurz & Knapp

Modeste-Statement im Wortlaut: „Ich werde kämpfen und meine Rechte durchsetzen“

Erstmals spricht Anthony Modeste über den Rechtsstreit mit seinem ehemaligen Verein aus China. Wir haben sein Statement ins Deutsche übersetzt.

Modeste Frust
Foto: Maja Hitij/Bongarts/Getty Images

Am Freitagabend meldete sich effzeh-Stürmer Anthony Modeste über das soziale Netzwerk „Instagram“ und äußerte sich zum Rechtsstreit um seine Transferfreigabe mit seinem alten Verein aus der chinesischen Stadt Tianjin. Es ist das erste Mal seit längerer Zeit, dass der Franzose in der Öffentlichkeit etwas zur Hängepartie um seinen Wechsel sagt – zuletzt war sogar darüber geschrieben worden, dass Tianjin nun eine Entschädigungszahlung vom effzeh in Millionenhöhe fordert. Wir haben sein Statement ins Deutsche übersetzt und weisen darauf hin, dass wir bewusst nah an der französischen Originalversion geblieben sind.

„Im Konflikt mit meinem alten Klub Tianjin ist ein Rechtsverfahren im Gange, um meine Rechte durchzusetzen. Bis zu diesem Tage (Freitag, Anm. d. Red.) habe ich keinen Kommentar zu dieser Situation abgegeben und irgendwelche Details ans Licht gebracht, während die Presse sich immer wieder zu Artikeln durchgerungen hat, die in großen Teilen falsche Informationen wiedergeben.

Ich habe es bevorzugt, mich nicht zu äußern und mich nicht in der Presse darzustellen,  um die zahlreichen falschen Annahmen und Behauptungen klarzustellen, die ich las – gleichzeitig warte ich auf die Entscheidung der FIFA.

Die FIFA war sehr effizient und reaktionsschnell, um eine schnelle Entscheidung herbeizuführen. Die Entscheidung gab mir teilweise Recht, sodass jeder Prozesspartei sich damit hätte zufrieden geben und das Kapitel schließen können.

Anthony Modeste: Vertragsauflösung „aus klaren Gründen“

Ich habe den Vertrag mit diesem chinesischen Klub aus sehr klaren Gründen aufgelöst. Zwei Mal vor der Vertragsauflösung habe ich den Verein aus Tianjin darüber informiert, dass sie ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachgekommen sind. Der Verein blieb komischerweise schweigsam gegenüber meinen Forderungen, während diese nichts anderes als die strikte Anwendung meines Vertrags war.

Nachdem ich die notwendige Zeit gegeben hatte, um zu reagieren, gab es keine Reaktion nach diesen beiden Briefen, weswegen ich keine andere Wahl hatte, als meinen Vertrag in den dafür vorgesehenen Bedingungen aufzulösen.

Ich habe danach eine Vermittlung angestrebt und war überzeugt, dass der gesunde Menschenverstand die Schritte meines alten Klubs leiten würde, aber das war nicht der Fall, ganz im Gegenteil, trotz ihrer offensichtlichen Fehler und der extremen Böswilligkeit, die sie unter Beweis gestellt haben. Die Situation des Klubs hat sich verschlimmert, weil der frühere Präsident jetzt im Gefängnis ist, der Dialog mit den Nachfolgern ist nicht einfach und die Zeit vor Ende des Transferfensters drängt. 

Ich bin Fußballer. Meine Leidenschaft, mein Beruf ist der Fußball. Es ist nicht vorstellbar, die nächsten sechs Monate nicht auf einem Fußballfeld zu sein.

Nichts hindert mich nun daran, in aller Öffentlichkeit die Art und Weise zu enthüllen, in der sich das Verhältnis mit diesem Klub verschlimmert hat. Eine Woche vor der Schließung des Transferfensters bleibe ich offen für eine Mediation mittels meines Anwalts, durch die wir die Anstrengungen vertiefen, um eine Einigung zu finden und die Streitsache zu beenden. Vor allem da der Verein abschließend und im Rahmen des Verfahrens keinen Schadensersatz von mir gefordert hat.

Notfalls geht es vor den Internationalen Sportsgerichtshof in Lausanne

Ich war versöhnend, respektvoll den Männern und dem Klub gegenüber. Ich bin Fußballer. Meine Leidenschaft, mein Beruf ist der Fußball. Es ist nicht vorstellbar, die nächsten sechs Monate nicht auf einem Fußballfeld zu sein. Heute verlangt der Verein aus Tianjin eine total unverhältnismäßige Entschädigung in dieser Streitsache, die meine berufliche Situation vorsätzlich blockiert

Falls es keine Vermittlung vor dem 31. Januar gibt und der chinesische Klub die Situation nicht auflöst, damit ich spielen kann, werde ich den Internationalen Sportsgerichtshof in Lausanne anrufen, ich werde kämpfen und meine Rechte durchsetzen, denn ich habe ohne Ausnahme fortdauernd meine Verpflichtungen gegenüber diesem Klub respektiert. Ich werde gleichermaßen über alle Details in dieser Geschichte sprechen. Ich werde mich mit Ehre und Treue in meine Prinzipien verteidigen.

Es ist bedauerlich, dass die einzige Verteidigung von diesem Klub diese Einstellung ist, die darin besteht, zu verhindern, dass ich Fußball spielen kann, während sie ganz genau wissen, dass sowohl meine Vertragsauflösung als auch das Verfahren, das ich eingeleitet habe, begründet sind.“

https://www.instagram.com/p/BtE3FDvlxDE/

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