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Kurz & Knapp

Investor beim effzeh? Schmadtke will sich der Diskussion nicht verschließen

Für viele Fans unvorstellbar, doch der Verein rührt ab sofort die Werbetrommel: Schmadtke kann sich einen strategischen Partner beim effzeh vorstellen.

WOLFSBURG, GERMANY - SEPTEMBER 10: Joerg Schmadtke, sports director of Cologne ponders during the Bundesliga match between VfL Wolfsburg and 1. FC Koeln at Volkswagen Arena on September 10, 2016 in Wolfsburg, Germany. (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)
Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Für viele Fans unvorstellbar, doch der Verein rührt ab sofort die Werbetrommel: Schmadtke kann sich einen strategischen Partner beim effzeh vorstellen.

Das berichtet der Kölner Express, der sich auf ein Gespräch Schmadtkes mit der Funke Mediengruppe beruft. Aktuell suche man aber nicht aktiv nach einem strategischen Partner, so der Sportchef. Schmadtke weiter: „Wenn man jedoch einen Partner hat, idealerweise aus der Region, mit dem man zum Beispiel eine Jugendakademie baut, dann wäre das sinnvoll. Und dafür kann man schon einmal darüber diskutieren, ob man die 50+1-Regelung nicht überdenken sollte.“

Erst vor wenigen Wochen hatte sich die Mitglieder-Initiative „100 % FC“ der Öffentlichkeit vorgestellt, der Antrag wurde inzwischen zugelassen (effzeh.com berichtete). Die drei Antragsteller möchten auf der Mitgliederversammlung des Vereins eine Änderung der Vereinssatzung erreichen, sodass die Mitglieder künftig auch bei Anteilsverkäufen von unter 25 Prozent eingebunden werden müssen. Dafür müssen zwei Drittel der anwesenden Mitglieder für den Antrag stimmen.

Schmadtke über den schwierigsten Transfer seiner Karriere

Im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ sagte der Düsseldorfer, der kürzlich die Kaderplanung für abgeschlossen erklärte, noch einmal „alles umgesetzt zu haben, was man sich in Bezug auf Transfers im Sommer vorgenommen“ habe. Eine der eindrücklichsten Erfahrungen: Der Modeste-Deal sei sein schwierigster Transfer gewesen, gibt Schmadtke zu. Der Transfer habe allen Beteiligten neue Erfahrung beschert, aus denen man lernen werde.

Und dafür kann man schon einmal darüber diskutieren, ob man die 50+1-Regelung nicht überdenken sollte.

Stammtorhüter Timo Horn sieht Schmadtke als klaren Kandidaten für die Nationalmannschaft. „Er ist ein Top-Torhüter“, der wenig Fehler mache, so Schmadtke. Mit seinen Leistung Begehrlichkeiten wecken, tut wohl auch Trainer Peter Stöger. Doch der Geschäftsführer Sport bleibt gelassen, ist sich sicher, dass für Peter Stöger nur wenig andere Clubs in Deutschland in Frage kommen würden. Aber er räumt auch ein: „Wenn Peters Arbeit nicht beobachtet würde, dann müsste ich mir Gedanken über die Branche machen.“

Sportchef ordnet den effzeh im Mittelfeld der Liga ein

Was seine Erwartungen für die kommende Saison angeht, will sich der ehemalige Bundesliga-Torhüter allerdings nicht genau festlegen. „Platz neun, zehn oder elf vielleicht. Vielleicht aber auch besser“, antwortet er auf die Frage, wo die „Geißböcke“ am Ende der langen Saison landen werden. Dass man in absehbarer Zeit die ersten fünf Plätze attackieren könnte, kann sich Schmadtke weniger vorstellen. Überhaupt sei eine „gute Saison“ dadurch gekennzeichnet, dass „wir stabil und ohne größere Sorgen durch die Bundesliga kommen und zudem in der Europa League ein paar fantastische Erlebnisse mitnehmen können, die uns noch einmal bereichern und weiterbringen.“

Foto: SASCHA SCHUERMANN/AFP/Getty Images

Angesprochen auf den phänomenalen Platz fünf zum Ende der Saison 2016/2017 bleibt der Manager, der seit 2013 die sportlichen Geschicke des effzeh leitet, realistisch. Diese Platzierung sei auch erreicht worden, weil direkte Konkurrenten geschwächelt hätten – und der effzeh dies clever ausgenutzt habe.

Spinner über die Stadion-Frage: „Wir sind ergebnisoffen“

Während des Trainingslagers in Kitzbühel nutzte auch Präsident Werner Spinner die Möglichkeit, mit der Presse zu sprechen. Gegenüber der „Kölnischen Rundschau“ plauderte er über die Stadion-Frage, die den Verein, die Stadt und die Fans derzeit beschäftigt, die finanzielle Lage des effzeh und die Rückkehr der Geißböcke auf die europäische Fußballbühne.

“Ich will das Beste für den FC und das Beste auch für Köln“

Entgegen aller Unterstellungen, der Verein würde in der Stadionfrage pokern, betont der FC-Chef ergebnisoffen in die Verhandlungen zu gehen und kündigte an, eng mit der Stadt, die ja Eigentümerin des Müngersdorfer Stadions ist, zusammenarbeiten zu wollen: “Ich will das Beste für den FC und das Beste auch für Köln.“ Er redet davon eine abgewogene, vernünftige und langfristige Entscheidung anzustreben, lässt aber auch durchblicken, dass der jetzige Deal genau das für ihn nicht darstellt.

Köln ist mit unserer Rückkehr auf die europäische Fußballbühne wieder hundertprozentig vereint mit dem FC.

Als die jetzigen Konditionen ausgehandelt wurden, habe er keinen Verhandlungsspielraum besessen: „Wir brauchten für unsere Lizenz ein Stadion und wir konnten uns in der Zweiten Liga angesichts unserer Schulden nicht so eine hohe Pacht leisten. Um weniger zu bezahlen, mussten wir im Gegenzug zustimmen, bei einer Erstligarückkehr deutlich mehr zu zahlen“, erinnert sich Spinner.

Plus im zweistelligen Millionenbereich

Im Gegensatz dazu sei die heutige finanzielle Lage viel besser, verkündet Spinner stolz. „Vor allem haben wir Eigenkapital aufgebaut. Vor fünf Jahren waren wir bei minus elf Millionen Euro, heute liegen wir im zweistelligen Millionenbereich im Plus.“ Ebenfalls versöhnliche Worte stimmt der Präsident auch im Bezug auf die kommende Spielzeit an: „Köln ist mit unserer Rückkehr auf die europäische Fußballbühne wieder hundertprozentig vereint mit dem FC.“

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