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Kurz & Knapp

Fortsetzung des Dialogs

© effzeh.com

Der 1.FC Köln hat in seiner heutigen Mitgliederinfo verkündet,  dass er eine Arbeitsgruppe „Fankultur“ gründen wird. Das zentrale Anliegen soll sein, eine Verbesserung der Verhältnisse zwischen Fans und Ultras, Verein und Ultras und zwischen Fans, Ultras und der Polizei zu schaffen, da diese vor allem  in der vergangenen Rückrunde stark gelitten hätten.

Der effzeh hat als erster Bundesligaverein, gerade durch das große Engagement von Werner Spinner, beschlossen eine „Arbeitsgruppe Fankultur“ zu gründen. Unter dem Motto „Mehr miteinander reden und nicht gegeneinander“ will der Verein mit Mitgliedern, Fans, Ultragruppierungen , Polizei und Medien in Kontakt treten, um Strategien der Konfliklösung  kommunikativ zu erarbeiten.
Den Vorsitz der Arbeitsgruppe wird der unabhängige hauptberufliche Strafrichter und frühere Ermittlungsrichter Herr Thomas Schönig übernehmen. Der  FC wird vom hauptamtlichen Fanbeauftragten Rainer Mendel vertreten. Dazu gehört der AG Fankultur mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten und FC-Mitglied Wolfgang Bosbach, der  Vorsitzender des Innenausschusses des Deutschen Bundestags ist.

Gespräche mit Fangruppierungen der Ultraszene und der Polizei sind im vollen Gange. mit dem Ziel, eine sogenannte „Zukunftswerkstatt Ultras/Fans/Verein“ zu initiieren, an deren Ende im Rahmen einer gemeinsamen Erklärung und öffentlichen Präsentation eine allgemein verbindliche Vereinbarung stehen wird.

Werner Spinner hierzu:
„Durch die Vorkommnisse in der letzten Saison wie der Angriff auf einen Fanbus von Borussia Mönchengladbach, dem Einsatz von Pyrotechnik und Jagdszenen auf Spieler nach Auswärtsspielen hat nicht nur das Ansehen des 1. FC Köln gelitten, sondern es ist auch ein Bruch in der Fanszene entstanden, zwischen Ultras auf der einen und der übrigen Fanszene auf der anderen Seite. Uns ist es aber wichtig, alle Fans des 1. FC Köln mit ihren jeweiligen Ausprägungen zu verstehen und zu erreichen. Wir wollen, dass alle Fangruppierungen unseren Verein unterstützen, und die weitere Ab- und Ausgrenzung einzelner Fangruppierungen in die Isolation verhindern. Dies geht über den Dialog, der miteinander geführt werden muss. Es ist unerlässlich, hierfür zu kommunizieren, nicht nur mit den unterschiedlichen Fangruppierungen, sondern mit allen Beteiligten. In diesem Thema sitzen die Ultras, die Fanszene, der Verein, aber auch die Polizei und die Verbände DFB und DFL in einem Boot. Eine Lösung kann nur gemeinsam erarbeitet werden. Die ‚Arbeitsgruppe Fankultur‘ ist somit ein innovativer und wichtiger Hebel, von dem wir uns eine Verbesserung der Fankultur insgesamt erhoffen.

Eins ist bei allen unseren Bestrebungen aber klar: Gewalt können und werden wir nicht tolerieren, ebenso wenig eine Solidarisierung mit Straftätern. Auch beim Thema Pyrotechnik ist die Rechtslage eindeutig. Pyrotechnik gefährdet Menschen und schadet dem Verein, der hierfür hohe Strafgelder entrichten muss. Daher werden wir gleichzeitig in die Stadionsicherheit investieren. Sowohl die Videoüberwachung als auch die Arbeit des Ordnungsdienstes ist optimierungsbedürftig. Auch Schnellverfahren noch im Stadion, in anderen Ländern schon längst gängige Praxis, sind ebenso denkbar wie die Verlagerung der ersten Sicherheitskontrollen vor das Stadion, ähnlich wie bei den Spielen der WM 2006. Hierzu werden kurzfristig mit allen Parteien Gespräche geführt, mit dem Ziel, die Sicherheit in unserem RheinEnergieStadion signifikant zu erhöhen, ohne die gelebte Fankultur, die sich beispielsweise in farbenfrohen Choreographien und anderen Gruppenaktivitäten ausdrückt, zu beschneiden“

UPDATE: Heute (12.7.2012) hat der 1.FC Köln die Information auch auf seiner offiziellen Homepage,  für alle Fans, zugänglich gemacht.

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